ABB-Chef: «Nach US-Wahlen wird wieder mehr investiert»

ABB-Chef Ulrich Spiesshofer muss ein ziemlich schlechtes Drittquartal des Industriekonzerns verantworten. Im Video-Interview sagt er, was den Auftragsbestand wieder in Schwung bringt.
27.10.2016 14:03
Ulrich Spiesshofer, CEO ABB (Okt. 2016)
Bild: cash

Der Industriekonzern ABB leidet weiterhin unter der schwachen Nachfrage in einzelnen Märkten und verzeichnet im dritten Quartal 2016 erneut einen rückläufigen Auftragseingang. Die Bestellungen fielen um 14 Prozent auf 7,53 Milliarden Dollar zurück. Analysten hatten mit rund 8,4 Milliarden Dollar Auftragseingang gerechnet. Die ABB-Aktie, seit Anfang Jahr der am stärksten performende SMI-Titel, fällt in der Folge deutlich zurück und verliert im Tagesverlauf rund 7 Prozent. Das ist der grösste Tageskursverlust seit dem 24. Juni.

Für die negative Entwicklung sind vor allem die Unsicherheit durch den Brexit, die US-Präsidentschaftswahlen sowie die ABB-Division Stromnetze verantwortlich, wie ABB-Chef Ulrich Spiesshofer im Video-Interview sagt. In Grossbritannien werde die Unsicherheit noch eine Weile andauern. Nach den US-Wahlen, die in zwei Wochen stattfinden, erwartet der ABB-CEO hingegen bald wieder stärkere Investitionsentscheidungen.

Auch sei die Unsicherheit bei den Power Grids jetzt draussen, so Spiesshofer. ABB hat trotz des Drucks wichtiger Aktionäre beschlossen, dieses operativ nicht überzeugende Geschäft zu behalten. Die Anstrengungen um die Sparte zeigten erste Früchte, sagt der Konzernchef. "Die Marge ist wiederum um 170 Basispunkte gestiegen."

Im dritten Quartal kam die Sparte auf eine Betriebsmarge (gemessen am EBITA) von 9,5 Prozent. Die übrigen ABB-Einheiten Electrification Products, Discrete Automation und Process Automation erreichen aber Margen von 17,8 resp. 14,1 und 12,2 Prozent. ABB hat auch das Kompensationsmodell umgestellt. Die Chefs der Konzernsparten sollten unternehmerischer denken. "Das ist motivierend, weil die Leute spüren, dass sie für Mehrleistungen auch bezahlt werden."

Ulrich Spiesshofer sagt im Video-Interview auch, wo er im vierten Quartal noch Wachstumspotenzial sieht und welche Ambitionen er im Robotics-Geschäft hegt.

(cash/AWP)