Abbröckelnder Ölpreis setzt Wall Street zu

Die US-Börsen haben am Freitag ohne klare Richtung geschlossen. Positiv wirkten sich unerwartet starke US-Wirtschaftsdaten aus.
26.02.2016 22:45
Sorgen mit dem Ölpreis: Händler an der Wall Street am Freitag.
Sorgen mit dem Ölpreis: Händler an der Wall Street am Freitag.
Bild: Bloomberg

So zog das amerikanische Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 1 Prozent an, gerechnet worden war nur mit 0,7 Prozent. Die US-Notenbank Fed hatte jüngst die Sorge geäussert, die Wirtschaft könnte vom Weg abkommen. Diese Bedenken rückten nun etwas in den Hintergrund, zugleich stieg die Erwartung, dass die Fed doch an ihrem Kurs weiterer Zinsanhebungen festhalten könnte.

Die Börsen belastete aber die Ölpreis-Entwicklung: Kostete Öl zu Handelsbeginn in New York noch deutlich mehr als am Donnerstag, bröckelten die Notierungen im Verlauf immer weiter ab. Am Ende kostete ein Barrel US-Öl mit 32,82 Dollar knapp 1 Prozent weniger.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Abschlag von 0,3 Prozent bei 16'639 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 16'623 und 16'795 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,2 Prozent auf 1948 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq stieg hingegen um 0,2 Prozent auf 4590 Stellen. Für die Gesamtwoche ergibt sich damit für den Dow ein Plus von 1,5 Prozent, für den S&P von 1,6 und für die Nasdaq von 1,9 Prozent.

Detailhändler nach Zahlen mit Kursfeuerwerk

Bei den Einzelwerten standen Papiere von J.C. Penney im Mittelpunkt, die knapp 15 Prozent zulegten. Der Detailhändler setzte mehr um als erwartet.

Fiat Chrysler stiegen um 4,7 Prozent. Händler führten das auf Spekulationen über eine mögliche Allianz mit Peugeot zurück. Der französische Autohersteller hatte am Mittwoch erklärt, für strategische Optionen offen zu sein.

Weight Watchers verloren fast 30 Prozent. Der auf Produkte und Dienstleistungen rund ums Abnehmen spezialisierte Konzern schrieb im vierten Quartal überraschend rote Zahlen und musste einen Umsatzrückgang von mehr als 20 Prozent hinnehmen.

Regionalflieger kurz vor der Pleite

Aktien von Republic Air verloren sogar drei Viertel ihres Wertes. Der Regionalflug-Anbieter mit seinen rund 6000 Mitarbeitern hatte zuvor Gläubigerschutz beantragt, will sich aber im laufenden Betrieb sanieren.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,03 Milliarden Aktien den Besitzer. 1894 Werte legten zu, 1168 gaben nach und 102 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,81 Milliarden Aktien 1781 im Plus, 972 im Minus und 192 unverändert.

US-Staatsanleihen gaben nach. Die zehnjährigen Bonds verringerten sich um 11/32 auf 98-24/32. Sie rentierten mit 1,759 Prozent. Die 30-Jährigen verloren 23/32 auf 97-08/32 und hatten eine Rendite von 2,632 Prozent. Händler verwiesen zur Begründung auf die guten Wirtschaftsdaten.

(Reuters)