Abgasaffäre kostet VW in den USA mehr als erwartet

Zur Beilegung des US-Abgasskandals muss Volkswagen (VW) tiefer in die Tasche greifen als zunächst gedacht.
27.06.2016 23:01
Matthias Müller, CEO von VW.
Matthias Müller, CEO von VW.
Bild: ZVG

Der Autobauer solle eine Entschädigungssumme von insgesamt fast 15 Milliarden Dollar zahlen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Montag. Davon seien zehn Milliarden Dollar für das Angebot des Wolfsburger Pkw-Herstellers zum Rückkauf von fast einer halben Million manipulierter Dieselautos mit 2,0-Liter-Motoren vorgesehen.

In der vergangenen Woche war von etwa zehn Milliarden Dollar zur Beilegung des Skandals die Rede. Die Einigung solle am Dienstag bekanntgegeben werden. Am 28. Juni läuft die Frist für einen finalen Kompromiss in den USA aus.

Europas größter Autokonzern hatte sich bereits im April nach monatelangen Verhandlungen mit den amerikanischen Behörden auf Grundzüge eines Entschädigungsplans geeinigt. Volkswagen hatte im September auf Druck der US-Umweltbehörden zugegeben, Diesel-Abgaswerte bei Zweiliter-Dieselmotoren mit einer speziellen Software manipuliert zu haben. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge davon betroffen.

Die juristische Aufarbeitung des Skandals ist damit aber noch nicht abgeschlossen. Die Niedersachsen sind wegen der Manipulationen mit zahlreichen Schadensersatzklagen von Dieselbesitzern, Autohändlern und Investoren konfrontiert. Dieser Streit dürfte VW noch mehrere Jahre beschäftigen, bevor die Kosten auch hier absehbar sind. Auch laufen noch strafrechtliche Ermittlungen wegen der Abgasmanipulation. 

(Reuters)