Hügli meint

Abtritt von CEO Ulrich Spiesshofer - ABB: Auch Peter Voser kriegt nun seine letzte Chance

ABB-Chef Ulrich Spiesshofer muss gehen. Aus Aktionärssicht ist der Abgang überfällig. Doch der Investorendruck, vor allem auf Präsident Peter Voser, bleibt hoch.
17.04.2019 08:36
Von Daniel Hügli, Chefredaktor cash
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Daniel Hügli, Chefredaktor cash.
Bild: Geri Born

"Mr. 20 Franken"- so wurde Ulrich Spiesshofer in Medienkreisen etwas spöttisch genannt. Es war eine Anspielung auf den Aktienkurs von ABB. Dieser konnte sich während der Amtszeit des ABB-CEO seit 2013 nie nachhaltig von der Marke von 20 Franken wegbewegen. Mal fiel er unter 20 Franken, mal drüber wie Anfang 2016. Doch die Freude währte jeweils nicht lange. Am Abend vor der Abgangsankündigung Spiesshofers notierte der Kurs wieder bei - erraten - ziemlich genau 20 Franken.

Das ist frustrierend für die Aktionäre. Auch mit Blick auf die gewiss nicht überragende, doch deutlich bessere Performance des deutschen Konkurrenten Siemens in den letzten Jahren.

Eigentlich ist es erstaunlich, wie lange sich Spiesshofer halten konnte. Rücktrittspekulationen gab es schon lange. Die Abspaltung der Stromnetzsparte Ende des letzten Jahres war seine letzte Chance. Ich schätzte die entscheidende Bewährungsphase für Spiesshofer damals auf ein Jahr. Doch nun ist der Geduldsfaden der Grossinvestoren, zu denen jüngst auch der aktive Investor Artisan Partners heranwuchs, offenbar früher gerissen.

Die Kritik der Aktionäre richtete und richtet sich auch gegen VR-Präsident Peter Voser. Seit 2015 ist er im Amt. Nun setzt er sich mit dem Abgang von Spiesshofer und als Interims-CEO selber unter hohen Erwartungsdruck. Dieser Druck auf eine weiter sich verschlankende ABB wird auch von den Investoren hoch bleiben. Es ist auch für Peter Voser die letzte Chance bei ABB.

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Wo steht die ABB-Aktie in zwei Jahren?

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Der ABB-Aktienkurs wird wie in den Jahren zuvor stagnieren
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