Actelion-Aktien nach positiven Semesterzahlen gesucht

Die Aktien des Biopharma-Unternehmens Actelion gehören am Donnerstag in einem insgesamt stagnierenden Bluechip-Index zu den klaren Gewinnern.
21.07.2016 10:20
Actelion-Mitarbeiterin im Medizinlabor.
Actelion-Mitarbeiterin im Medizinlabor.
Bild: ZVG

Das Allschwiler Unternehmen hat vorbörslich starke Zahlen zum ersten Halbjahr 2016 vorgelegt und die Erwartungen am Markt damit übertroffen. Positiv aufgenommen wird auch, dass Actelion bereits zum zweiten Mal im laufenden Jahr seine Guidance für die Gewinnzahlen im Gesamtjahr erhöht hat.

Um 10.20 Uhr liegen Actelion 2% im Plus bei 177,40 Franken. Gehandelt sind bis dahin bereits rund 230'000 Aktien, dies bei einem durchschnittlichen Tagesumsatz von rund 380'000 Titeln. Der Leitindex SMI notiert derweil um 0,3% über dem Vortagesschluss.

Actelion habe mit ausgezeichneten Ergebnisse die Markterwartungen deutlich geschlagen, loben etwa die Analysten der Zürcher Kantonalbank in einer ersten Einschätzung. Mit der nochmals erhöhten Guidance des Managements für das Gesamtjahr dürften die Schätzungen der Analysten um rund 3-4% angehoben werden, so die ZKB.

Positiv aufgenommen wird in den Kommentaren nicht zuletzt der anhaltend schnelle Umsatzanstieg beim Wachstumsmedikament Opsumit zur Therapie von Lungenbluthochdruck (PAH). Zuversichtlich für das Mittel geben sich etwa die Jefferies-Experten: Sie glauben, dass Opsumit innerhalb der sogenannten ERA-Wirkstoffklasse, zu welcher auch das Actelion-Medikament Tracleer wie auch Konkurrenzmedikamente gehören, das "Medikament der Wahl" zur PAH-Behandlung wird. Es zeige eine "eindrückliche Verträglichkeit" auch bei langen Therapien. Sie prognostizieren für Opsumit einen Spitzenumsatz von rund 2,3 Milliarden Dollar.

Unterschiedliche Meinungen zum neusten Medikament

Stärker geteilt sind die Meinungen über das zu Jahresbeginn lancierte PAH-Medikament Uptravi, das mit dem sogenannten Prostazyklin-Signalweg einen anderen Therapieansatz verfolgt. Zwar hat Uptravi im ersten Halbjahr die Erwartungen klar übertroffen, einige Analysten verweisen allerdings darauf, dass ein Teil davon auf einen Lageraufbau zurückzuführen war. Die Vontobel-Analysten etwa brauchen laut einem Kommentar noch mehr Einzelheiten über den Uptravi-Start, um sich ein besseres Bild über das Potenzial des Medikaments zu machen.

Dagegen zeigt sich Jefferies beeindruckt von der Zahl von bereits 1150 Patienten, die mit Uptravi behandelt werden. So könnten weitere Kombinationstherapien bei PAH in einem frühen Krankheitsstadium den Marktanteil von Uptravi noch weiter erhöhen, so die Experten. Auch die Deutsche Bank zeigt sich bezüglich dem neuen Medikament optimistisch: "Uptravi könnte schlussendlich ein sehr viel grösseres Medikament werden, als es der Markt heute erwartet."

Beim Medikament Tracleer, das von Patentverfällen betroffen ist, sieht die Bank Berenberg die Erwartungen etwa erfüllt. Während der Druck durch Generika in verschiedenen Ländern gestiegen ist, wird vermerkt, dass in den USA im laufenden Jahr kein Tracleer-Generikum mehr erwartet wird. Kurzfristig werde sich das positiv auswirken, bemerken die Analysten.

(AWP)