Actelion auf dem Radar von Johnson & Johnson

In der Pharmabranche bahnt sich eine weitere Grossübernahme an - mit Schweizer Beteiligung.
25.11.2016 06:34
Verkauft er seine Firma? Jean Paul Clozel, Gründer und CEO Actelion.
Verkauft er seine Firma? Jean Paul Clozel, Gründer und CEO Actelion.
Bild: ZVG

Der US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) ist einem Medienbericht zufolge an der Schweizer Biotechnologiefirma Actelion interessiert. Der in New Jersey ansässige Pharma- und Konsumgüterkonzern sei bereits an Actelion herangetreten, berichtet die Agentur Bloomberg am Donnerstag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Die Verhandlungen befänden sich noch in einem frühen Stadium. Actelion arbeite mit einem Berater zusammen, um Optionen auszuloten. Actelion-Aktien sind in diesem Jahr mehr als 13 Prozent gestiegen. Das Unternehmen ist derzeit an der Börse rund 17 Milliarden Dollar wert. J&J war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Actelion lehnte einen Kommentar ab.

Actelion ist ein biopharmazeutisches Unternehmen mit Hauptsitz in Allschwil BL, das 1997 gegründet wurde und seit 2000 börsennotiert ist. Der Konzern erforscht, entwickelt und vermarktet Medikamente für bisher unzureichend behandelbare Krankheiten. Actelion ist in mehr als 30 Ländern mit eigenen Niederlassungen vertreten. Den Umsatz steigerte Actelion in den ersten drei Quartalen dank der anhaltend starken Nachfrage nach Lungenmedikamenten um 17 Prozent auf 1,79 Milliarden Franken. Unter dem Strich stand mit 581 Millionen Franken 29 Prozent mehr Reingewinn.

Bei J&J reicht die Produktpalette von Arzneiprodukten über Pflegemittel bis hin zu medizinischen Artikeln. Die Amerikaner hatten erst im September mitgeteilt, das Augenheilkunde-Geschäft von Abbott Laboratories für 4,3 Milliarden Dollar zu kaufen.

Durch die Pharmabranche rollt derzeit eine Übernahmewelle. Viele Patente laufen aus und die Kosten für Forschung und Entwicklung sind hoch, weswegen aussichtsreiche Produkte gern zugekauft werden. 

(Reuters)