Actelion hievt Schweizer Börse in die Gewinnzone

Die Schweizer Börse ist am Dienstag nach einem über weite Strecken leichteren Verlauf im Spätgeschäft in die Gewinnzone vorgestossen.
29.11.2016 17:40
Vor allem die Kursentwicklung der Actelion-Aktie glich an der Schweizer Börse am Dienstag einer Achterbahnfahrt.
Vor allem die Kursentwicklung der Actelion-Aktie glich an der Schweizer Börse am Dienstag einer Achterbahnfahrt.
Bild: Pixabay

Weiter angeheizte Spekulationen auf eine Übernahme der Biotechnologiefirma Actelion durch den US-Konzern Johnson & Johnson (J&J) hoben nicht nur deren Aktien um fast 10 Prozent, sondern hievten auch den Gesamtmarkt ins Plus. Der SMI steigt bis Börsenschluss um 0,3 Prozent auf 7845 Punkte.

Bis auf die Bocksprünge der Actelion-Aktien verlief das Geschäft laut Händlern in eher ruhigen Bahnen. Vor dem Opec-Treffen am Mittwoch und dem Verfassungsreferendum in Italien am Wochenende neigten die Marktteilnehmer eher zu Gewinnmitnahmen, sagen Händler. Auch dämpfte die Sorge um den Euro den Anlageappetit.

In den kommenden Tagen dürften US-Konjunkturzahlen den Markt beleben. Im Blick hätten die Anleger aber vor allem den Arbeitsmarktbericht am Freitag.

Actelion auf Achterbahnfahrt

Die Aktien von Actelion starteten um fast 8 Prozent tiefer, weil die "Financial Times" berichtet hatte, es müsse nicht unbedingt zu einer Übernahme kommen. Actelion sei an Teilen des Pharmageschäfts von J&J interessiert. Im Gegenzug könnten sich die Amerikaner am neuen, grösseren Unternehmen beteiligen, berichtete die Zeitung mit Bezug auf Insider.

Actelion und der US-Konzern Johnson & Johnson hatten am Freitag Gespräche über eine mögliche Transaktion eingeräumt. Im Spätgeschäft erklärte ein Insider dann, J&J wolle das Angebot erhöhen. Dies liess die Aktien von Actelion um 10 Prozent in die Höhe schnellen. Bei 211,10 Franken erreichte der Titel ein Rekordhoch.

Die Aktien von BB Biotech steigen um 0,2 Prozent. Die Beteiligungsgesellschaft hält rund 8 Prozent ihrer Assets in Actelion.

Die Titel der beiden schwergewichtigen Pharma-Schwergewichte sind wenig verändert: Novartis geben 0,2 Prozent nach, Roche rücken 0,2 Prozent vor. Die Anteile des Lebensmittelkonzerns Nestlé sinken um 0,4 Prozent.

Finanztitel drehen ins Plus

Die Bankaktien erholten sich im Verlauf. UBS rücken um 0,5 Prozent vor und Credit Suisse um 0,2 Prozent. Julius Bär aber schwächen sich 0,5 Prozent ab. Die Aktien der Bank Vontobel steigen um 0,8 Prozent und markierten bei 51,70 Franken ein Jahreshoch.

Die Versicherungen stiessen im Verlauf in die Gewinnzone vor. Die Anteile von Swiss Re gewinnen 0,7 Prozent auf 93,10 Franken. Kepler Cheuvreux hat die Empfehlung für den Rückversicherer auf "Hold" von "Buy" gesenkt, allerdings das Kursziel auf 96 von 88 Franken angehoben. Die Titel von Bâloise und Swiss Life legen nach einer Kurszielerhöhung des Brokers kräftig zu.

Die Anteile zyklischer Firmen sins uneinheitlich. ABB und Clariant sinken um 0,2 und 0,3 Prozent. Lafarge-Holcim notieren dagegen um 0,8 Prozent höher. Die Aktien von Swatch klettern um 2,6 Prozent und die von Richemont rücken 1,3 Prozent vor.

Gewinnmitnahmen belasten Meyer Burger

Am breiten Markt schwächen sich die Cosmo-Aktien 0,8 Prozent ab, nachdem sie vorübergehend auf ein neues Hoch gestiegen waren. Lumeblue, ein Mittel zur Erkennung von Dickdarmkrebs, hat in einer Phase-III-Studie die Erwartungen der Firma übertroffen und Cosmo arbeitet nun am US-Zulassungsantrag. Händler sagen, im Kurs sei bereits viel Positives vorweggenommen.

Auch bei Meyer Burger strichen die Anleger Gewinne ein. Die Titel des Solar-Ausrüsters fallen um 5,7 Prozent. Der Kurs ist seit dem Rekordtief am Donnerstag um mehr als 70 Prozent gestiegen. Meyer Burger sieht sich bei der Sanierung auf Kurs.

(Reuters/cash)