Actelion setzt Wachstumspfad fort - Aktie leidet unter Gewinnmitnahmen

Das Pharmaunternehmen Actelion ist in den ersten neun Monaten des Jahres auf seinem schnellen Wachstumskurs geblieben.
20.10.2016 15:10
Der Hauptsitz von Actelion.
Der Hauptsitz von Actelion.
Bild: ZVG

Die Verkaufszunahme wird weiterhin vom Lungenbluthochdruck-Medikament Opsumit getragen, stärker als erwartet trägt aber auch das Anfang Jahr lancierte Medikament Uptravi zum Umsatzwachstum bei. Das Management hat seinen Ausblick für 2016 bereits das dritte Mal nach oben angepasst. Am Aktienmarkt geben die Titel dennoch deutlich nach.

Insgesamt erhöhte Actelion den Umsatz in den ersten neun Monaten 2016 um 17% auf 1,79 Mrd CHF, zu konstanten Wechselkursen (kWk) betrug der Anstieg 14%, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Auch die Rentabilität verbesserte sich deutlich, so legte der Kern-Betriebsgewinn mit einem Plus von 20% (kWk +14%) auf 781 Mio CHF schneller als der Umsatz. Auch der Reingewinn nach US-GAAP lag mit 581 Mio CHF (+29%/kWk +21%) deutlich über dem Vorjahreswert.

Den Ausblick für das Gesamtjahr 2016 erhöhte das Actelion-Management ein weiteres Mal: Neu wird ein Wachstum des Kernbetriebsgewinns "zwischen 15 und 17% zu konstanten Wechselkursen" erwartet. Die letzte Prognose vom Juli hatte auf ein Wachstum "zwischen 13 und 14%" gelautet.

Das Medikament Opsumit zur Therapie der Lungenbluthochdruck (pulmonale arterielle Hypertonie, PAH) setzte seinen schnellen Verkaufsanstieg weiter fort und kam in den ersten neun Monaten auf einen Umsatz von 596 Mio CHF (VJ 354 Mio CHF). Über den Anfang August bekanntgewordenen Ausschluss von Opsumit von der Arzneimittel-Liste der US-Apothekenkette CVS aus Kostengründen zeigte sich CEO Jean-Paul Clozel im Gespräch mit AWP wenig besorgt. CVS sei nur eine Apothekenkette unter vielen, für den Umsatz 2017 werde dies wohl "nicht relevant" sein.

Das erst Anfang Jahr gestartete PAH-Medikament Uptravi kam bereits auf einen Umsatz von 160 Mio CHF. Bei der Lancierung sei noch ungewiss gewesen, wie schnell Patienten und das medizinische Personal das neue Medikament annehmen würden - umso mehr als auch die Dosierung schwieriger sei als bei anderen Medikamenten, erinnerte Clozel. Uptravi beruht auf dem sogenannten Prostazyklin-Signalweg und gehört damit zu einer anderen Medikamentenklasse als die sogenannten ERA-Medikamente Opsumit und Tracleer (Endothelin-Rezeptor-Antagonisten).

Warten auf US-Tracleer-Generika

Der Umsatz des noch immer meistverkauften Actelion-Medikaments Tracleer erreichte 790 Mio CHF (VJ 934 Mio). Tracleer steht wegen Patentverfällen und wegen neuerer Produkte unter Druck. Eine Lancierung von Tracleer-Nachahmerprodukten in den USA könnte nun im ersten Quartal des kommenden Jahres erfolgen, sagte COO Otto Schwarz. Ein von der Generikalancierung von den Herstellern und von Actelion verlangtes gemeinsames Programm zur Patientensicherheit (REMS) sei der FDA Ende Juli unterbreitet worden und werde von der Behörde nun überprüft, so Schwarz.

Insgesamt erwartet Schwarz bereits von Anfang an eine aggressive Preisgestaltung durch die Generikahersteller. Derzeit hätten acht Generikaunternehmen Pläne für die Lancierung eines Tracleer-Nachahmerprodukts. Ob alle Unternehmen gleichzeitig auf den Markt kämen, könne er nicht beurteilen. "Ich nehme aber an, es werden mehr als eines oder zwei sein."

Ausschläge beim Aktienkurs

Am Aktienmarkt ist der Abschluss am Donnerstag zunächst positiv aufgenommen worden. Analysten lobten in ersten Kommentaren vor allem die guten Uptravi-Verkäufe wie auch die erneute Erhöhung des Ausblicks. Die Actelion-Aktien starteten am Morgen als klar stärkster SMI-Wert in den Handelstag. Im Verlauf des Vormittags drehten die Titel allerdings klar ins Minus, was Händler auf Gewinnmitnahmen zurückführten. Gegen 14.45 Uhr notieren Actelion als schwächste Bluechips um 5,8% im Minus auf 154,30 CHF.

(AWP)