Actelion sorgt für Schwung an Schweizer Börse

Kursgewinne der Pharmawerte haben der Schweizer Börse am Freitag Auftrieb verliehen. Im Blickpunkt standen die Aktien von Actelion, die nach Berichten über ein Kaufinteresse von Johnson & Johnson massiv anzogen.
25.11.2016 17:38
Der SMI schliesst den letzten Tag der Woche im Plus.
Der SMI schliesst den letzten Tag der Woche im Plus.
Bild: cash

Der Swiss Market Index (SMI) schliesst am Freitag mit plus 1,1 Prozent bei 7882 Punkten. Am Donnerstag hatte er 0,6 Prozent gewonnen.

Kursgewinne der Pharmawerte haben der Schweizer Börse Auftrieb verliehen. Im Blickpunkt der Marktteilnehmer standen die Aktien von Actelion, die nach Berichten über ein Kaufinteresse des US-Konzerns Johnson & Johnson massiv anzogen. "Das Interesse von J&J an Actelion zeigt, dass die ganz Grossen die Branche als günstig beurteilen", sagte ein Händler. Das verleihe dem ganzen Arzneimittelsektor Aufwind. 

Der Handel verlief laut Marktteilnehmern am Tag nach dem US-Feiertag Thanksgiving bei guter Stimmung, aber in eher ruhigen Bahnen. Am Donnerstag war die Wall Street geschlossen und am Freitag findet nur ein verkürzter Handel statt. Viele Anleger schlagen daher eine Brücke in ein langes Wochenende und widmen sich den Weihnachtseinkäufen. Der Tag nach dem Erntedankfest ist der umsatzstärkste des US-Einzelhandels. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrössten Volkswirtschaft.

Actelion erreichen vorübergehend Rekordhoch

Die Aktien von Actelion schossen wegen neuaufgeflammter Übernahmespekulationen um 16,8 Prozent in die Höhe und markierten bei 187 Franken vorübergehend ein Rekordhoch. Vertreter von Europas grösstem Biotechunternehmen und des amerikanischen Pharma- und Konsumgüterkonzerns Johnson & Johnson hätten sich zu Gesprächen getroffen, sagte eine mit der Sache vertraute Person zu Reuters. Zuvor hatte bereits Bloomberg über den Annäherungsversuch berichtet. Actelion lehnte einen Kommentar ab, J&J war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

Es sei durchaus möglich, dass an den Gerüchten etwas dran sei, schrieb ZKB-Analystin Sibylle Bischofberger. Es sei aber schwierig, das Management, das sich bisher stets gegen eine Übernahme gewehrt habe, zu überzeugen. "Unfreundliche Übernahmen sind im Pharmabereich nicht erfolgversprechend, da vor allem menschliches Know-how eingekauft wird."

Stützen des Marktes waren die beiden Pharmariesen Novartis und Roche, die 1,2 und 1,5 Prozent gewannen und den Abwärtstrend unterbrachen. Die Aktien von Nestle, einem weiteren Schwergewicht, rückten gar 1,9 Prozent vor.

Auch Meyer-Burger-Aktie im Hoch

Ebenfalls stark gefragt waren die Anteile von Meyer Burger. Sie schnellten um 21,2 Prozent nach oben. Der Solarausstatter hat einen wichtigen Schritt bei seiner Sanierung gemacht: Die Obligationäre haben den Plänen der Firma zur Rekapitalisierung zugestimmt.

Zudem kommt es bei der Firma zu einem überraschenden Führungswechsel. Der frühere Oerlikon-Manager Hans Brändle übernimmt Anfang 2017 als CEO die operative Leitung des in einer Restrukturierung steckenden Solarausrüsters. Der bisherige Chef Peter Pauli werde dem Unternehmen als Berater und zur Betreuung wichtiger Kunden weiterhin zur Verfügung stehen. Am kommenden Freitag entscheiden die Aktionäre auf einer Versammlung über weitere Kapitalmassnahmen.

Dagegen konsolidierten die Anteile der Banken den jüngsten Anstieg. Credit Suisse verloren 2,2 Prozent und UBS sanken um 0,1 Prozent. Bei den leicht schwächeren Versicherungen stachen Helvetia mit einem Kursgewinn von 2,2 Prozent heraus. Goldman Sachs empfiehlt den Titel neu zum Kauf.

Gewinnmitnahmen bremsten die Papiere zyklischer Firmen: ABB, Adecco, Swatch und Geberit waren nur knapp gehalten oder gaben leicht nach. LafargeHolcim verloren 1,3 Prozent.

Am breiten Markt legten die Titel von Sulzer 3,1 Prozent zu. Baader Helvea hat den Anlagenbauer auf "Buy" von "Hold" hochgestuft.

Gefragt waren auch Aktien der Lebensmittelhersteller Lindt & Sprüngli (+2,5 Prozent), Bell (+1,0 Prozent), Barry Callebaut (+0,9 Prozent) und Hügli (+3,3 Prozent). 

(Reuters/cash)