Adecco: CEO und Finanzchef gehen

Bei Adecco kommt es zu einer grossen Rochade in der Unternehmensleitung. Die Aktie reagiert im vorbörslichen Handel negativ.
07.05.2015 08:38
Adecco-Chef Patrick de Maeseneire tritt ab.

Patrick de Maeseneire (58) tritt im Herbst nach sechs Jahren als CEO von Adecco zurück. Er wird ab 1. September ersetzt durch Alain Dehaze. Auch Finanzchef Dominik de Daniel wird das Unternehmen verlassen, das Ende Juli. Das teilt Adecco am Donnerstag mit.

Der Nachfolger von de Maeseneire als Gruppen-CEO, der Belgier Alain Dehaze (51), ist derzeit Leiter des wichtigen Frankreich-Geschäftes von Adecco. Die Abgänge des CEO und des rund 40-jährigen CFO seien auf eigenen Wunsch erfolgt, teilte Adecco weiter mit. Konkrete Gründe werden keine genannt. Die Verdienste der beiden werden in der Mitteilung verdankt.

"Der Umstand, dass sich Adecco für einen internen Nachfolger (von de Maeseneire) entschieden hat, spricht für Kontinuität", wird Adecco-VR-Präsident Rolf Dörig in der Mitteilung zitiert. Dehaze sei eine bewährte Führungskraft mit einem internationalen Profil und viel Industrieerfahrung. 

Die Aktie von Adecco ist im vorbörslichen Handel in Zürich mit 1,9 Prozent im Minus.

Weiteres Wachstum

Operativ hat Adecco im ersten Quartal 2015 Fortschritte erzielt. So ist das Unternehmen wieder schneller gewachsen als am Ende des Jahres 2014. Zwischen Januar und März erzielte es ein organisches Wachstum von 4% nach nur 2% im vierten Quartal 2014. Der Umsatz stieg derweil auf 5,08 Mrd EUR, was in der Berichtswährung Euro einem Plus von 9% entspricht.

Die Geschäftsfelder entwickelten sich jedoch unterschiedlich: So wuchs der Temporärbereich organisch um 5%, wobei der Industriesektor um 5% und der Bürosektor um 4% zulegte. Weniger erfolgreich war das Geschäft mit der Vermittlung von Fachkräften, das einen 1% tieferen Umsatz verbuchte.

Basis für das Wachstum war das verbesserte konjunkturelle Umfeld: "Im ersten Quartal hat sich das Umsatzwachstum dank der Hilfe eines besseren Umfelds in Europa beschleunigt", lässt sich CEO De Maeseneire in der Mitteilung zitieren.

In Frankreich (-2%) hätten sich die Bedingungen stabilisiert, in Italien (+17%) und der iberischen Halbinsel (+16%) seien zweistellige Wachstumsraten verzeichnet worden. In den USA legte Adecco um 4% zu, in Deutschland musste hingegen ein Minus von 2% hingenommen werden.

Nahe am Ziel

Die Bruttomarge verbesserte sich im ersten Quartal um 50 Basispunkte (BP) auf 19,1%, wie das Unternehmen weiter bekannt gibt. Der Konzern legt den Fokus auch weiter auf die Kosten: Diese waren (ohne Restrukturierungskosten und in konstanten Währungen) 1% höher und wuchsen somit weniger stark als der Umsatz.

Die operative Marge (EBITA) lag bei 4,6% und war damit im Vorjahresvergleich (ohne Restrukturierungskosten) um 60 BP höher; der EBITA selbst erreichte 236 Mio EUR, was einem Plus von 31% entspricht. Beim Reingewinn ergab sich ein Plus von gar 45% auf 160 Mio EUR. Mit den vorgelegten Zahlen hat Adecco die Schätzungen der Analysten (AWP-Konsens) beim Umsatz erfüllt und bei den Gewinnzahlen leicht übertroffen.

Für den restlichen Verlauf des Jahres ist Adecco zuversichtlich: So sei im April ein ähnliches Wachstum wie im ersten Quartal erreicht worden, heisst es zur Begründung. Für das zweite Halbjahr 2015 erwartet CEO De Maeseneire dann sogar ein beschleunigtes Wachstum. Er begründet dies mit dem wirtschaftlichen Ausblick und branchenüblichen Trends, aber auch dank einer einfacheren Vergleichsbasis zum Vorjahr.

Somit wird die bisherige Erwartung eines organisches Wachstums im mittleren bis hohen einstelligen Bereich bestätigt. Der abtretende CEO zeigte sich zudem überzeugt, dass bei der EBITA-Marge 2015 der seit längerem angepeilte Wert von über 5,5% erreicht wird.

Man werde weiterhin selektiv investieren, dort wo man Gelegenheiten für organisches Wachstum sehe und wo die Produktivität schon auf hohem Niveau sei, dabei habe man den Fokus aber weiterhin auf den Kosten.

(AWP/cash)