AFG-CEO: «Gewinn pro Aktionär wird 20 Prozent höher sein»

Die Übernahme von Looser durch AFG Arbonia Forster kommt überraschend. AFG-CEO Alexander von Witzleben äussert sich im Video-Interview zu den Beweggründen und den Perspektiven für die Aktionäre.
15.09.2016 16:09
VR-Präsident und CEO a.i. AFG (Sept. 2016)
Bild: cash

Der Bauausrüster AFG kauft die Industriegruppe Looser: An der Börse kommt diese überraschende Aktion unterschiedlich an. Während die AFG-Aktie knapp 5 Prozent verliert, schiesst Looser mehr als 30 Prozent in die Höhe. Das ist weniger als das Kaufangebot von AFG an die Looser-Aktionäre. Das Angeboit entspräche einer Prämie von 38,8 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Mittwoch.

Vor allem aus Analystenkreisen wurden Bedenken geäussert, dass der Kaufpreis von rund einer halben Milliarde Franken zu hoch sei. Auch deshalb, weil sich der Aktienkurs von Looser im laufenden Jahr bereits verdoppelt hat. AFG-CEO Alexander von Witzleben verteidigt sich im Video-Interview: "Der Kaufpreis ist gar nicht so hoch. Weil das Potenzial, das aus dem Zusammenschluss entsteht, etwa 20 Prozent Gewinnzuwachs pro Aktionär und Jahr in den nächsten Jahren verspricht."

AFG wird 53 Prozent des Looser-Aktienkapitals von den bisherigen Familienaktionären, Verwaltungsräten und der Geschäftsleitung von Looser erwerben. Der Preis für die rund 2,03 Millionen-Looser Aktien liegt bei 23 Franken in bar zuzüglich 5,5 neu auszugebende Namenaktien von AFG. Auf dieser Basis kündigt AFG ein öffentliches Kauf- und Tauschangebot für alle sich im Publikum befindenden Namenaktien von Looser an. 

Zur Finanzierung plant AFG eine Kapitalerhöhung und die Schaffung von neuem genehmigten Kapital. Durch die Ausgabe von neuen AFG Aktien wird sich die Liquidität und der Free Float der zukünftigen Arbonia-Aktie erhöhen.

Laut von Witzleben, der neben dem AFG-Verwaltungsrat auch der Geschäftsleitung vorübergehend vorsteht, entsteht durch den Zusammenschluss der wichtigste und grösste Player am europäischen Türenmarkt. AFG will in ihrem Spezialtürengeschäft schon seit längerem die Abhängigkeit vom Schweizer Markt verringern. Mit dem Looser-Kauf wollen sie von dessen starken Stellung in Deutschland und Polen profitieren.

Synergien von 15 Millionen pro Jahr

"Wir erhoffen uns mit Looser sofortigen Zugang zum deutschen Markt und damit auch bessere Auslastungen", so von Witzleben. Das Schweizer Werk laufe derzeit bloss auf 50 Prozent der Kapazität. Beide Firmen haben ihren Ursprungsort und Sitz in Arbon (TG).

Arbonia, wie der neue Konzern heissen soll, strebt jährliche Einsparungen von rund 10 Millionen Franken ab 2018 an. Ab 2020 sollen die jährlichen Synergien auf 15 Millionen Franken steigen. Einerseits sollen die Kosten sinken, andererseits Vorteile beim Einkauf genutzt werden.

(Mit Material von SDA und AWP)

Im Video-Interview sagt von Witzleben auch, wie die Verschuldung nach dem Zukauf wieder gesenkt werden soll.