Airlines - British-Airways-Mutter IAG offenbar an Air-Berlin-Tochter Niki interessiert

Im Ringen um Teile der insolventen Fluglinie Air Berlin hat die British-Airways-Mutter IAG laut Insidern ein Auge auf die österreichische Tochter Niki geworfen.
20.09.2017 14:30
Für Airberlin und ihre Tochtergesellschaft Niki interessieren sich verschiedene Käufer.
Für Airberlin und ihre Tochtergesellschaft Niki interessieren sich verschiedene Käufer.
Bild: Andreas Wiese/Airberlin

Das Unternehmen verfolge dabei grössere Pläne, erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch aus dem Umfeld der Verhandlungen. Neben British Airways gehören zu IAG die Fluglinien Aer Lingus aus Irland sowie Iberia und der Billigflieger Vueling aus Spanien. Ob IAG auch an anderen Teilen von Air Berlin interessiert ist, blieb zunächst offen. IAG wollte sich zu einem möglichen Gebot bisher überhaupt nicht äussern.

Um die Übernahme der Fluggesellschaft und Teilen davon ringen derzeit mehrere Interessenten, allen voran die Lufthansa mit ihrer Billigtochter Eurowings, ausserdem der britische Billigflieger Easyjet sowie der zum Reiseveranstalter Thomas Cook gehörende Condor zusammen mit Niki-Gründer Niki Lauda. Auch das Berliner Unternehmen Zeitfracht und der Luftfahrt-Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl haben Gebote abgegeben.

Konkursantrag gegen Air-Berlin-Tochter Niki

Derweil hat ein österreichischer Reiseveranstalter gegen die Air-Berlin-Tochter Niki wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung einen Antrag auf Konkurseröffnung eingebracht. Die Anwaltskanzlei des Reiseveranstalters hat den Antrag gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters bestätigt. Den Namen nannte die Kanzlei nicht. Die Tageszeitung "Kurier" hatte als erstes in ihrer Mittwochausgabe darüber berichtet.

Der Reiseveranstalter habe gegenüber Niki eine niedrige nicht bezahlte Forderung, berichtete die Zeitung. Der Konkursantrag stütze sich hingegen vor allem auf das Überschuldungsthema. Als Nachweis dafür werde die Zwischenbilanz per Ende Juli angeführt. Dort sei eine Forderung von Niki an Air Berlin von rund 69 Millionen Euro ausgewiesen - Geld aus Ticketverkäufen, das der Mutterkonzern einbehält. Infolge der Insolvenzeröffnung gegen Air Berlin müssten davon 80 Prozent wertberichtigt werden, weshalb sich bei einem Eigenkapital von 9,0 Millionen Euro eine rechnerische Überschuldung von Niki von zumindest 46,45 Millionen Euro ergebe, rechnet der "Kurier" vor. Nun müsse ein Konkursrichter beurteilen, ob der Antrag des Reiseveranstalters gerechtfertigt sei. Selbst ein Konkursverfahren bedeute nicht automatisch das Aus für den Flugbetrieb. Die Fluglinie könnte vorläufig weiter fliegen, bräuchte dann aber eine neue Lizenz, heißt es in dem Bericht.

Kommende Woche soll im Bieterkampf um die insolvente Air Berlin eine Entscheidung fallen. Mehrere Interessenten haben Angebote für die Fluggesellschaft oder Teile davon eingereicht. Als Favorit gilt die Lufthansa.

(AWP/Reuters)