Airlines - Chinese Pang sieht sich weiter im Rennen um Air Berlin

Der chinesische Unternehmer Jonathan Pang sieht sich weiter im Rennen um die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin.
29.09.2017 15:35
Das Tauziehen um die konkursite Air Berlin geht weiter.
Das Tauziehen um die konkursite Air Berlin geht weiter.
Bild: cash

Pang habe am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit Air Berlin-Chef Thomas Winkelmann, dem Generalbevollmächtigten Frank Kebekus und dem Sachwalter Lucas Flöther sein Angebot erläutert, sagte Pangs Anwalt Helmut Naujoks am Freitag zu Reuters. Naujoks äusserte sich optimistisch, nannte aber keine Details. Ein Insider hatte erklärt, Pang biete 600 Millionen Euro und wolle die 8000 Air-Berlin-Mitarbeiter übernehmen. Air Berlin bestätigte das Gespräch. Durch Pangs anhaltendes Interesse werden aber die Verkaufsverhandlungen mit den als aussichtsreich geltenden Bietern Lufthansa und Easyjet nicht aufgehalten: "Nun werden die Verhandlungen mit Lufthansa und Easyjet bis zum 12. Oktober fortgeführt", erklärte ein Sprecher von Air Berlin. Ziel sei die Übernahme von Teilen der insolventen Airline.

Geringe Chancen

Pangs Aussichten, doch noch zum Zuge zu kommen, gelten als eher gering. So sieht etwa das EU-Recht vor, dass die Mehrheit des Eigentums und die Kontrolle der Airline von Europäern gehalten wird. Hier müsse Pang noch erläutern, wie er Air Berlin gemäss den EU-Regeln gesellschaftsrechtlich aufstellen wolle, hiess es in Verhandlungskreisen. Zudem müsse der Chinese Nachweise für seine Finanzkraft bringen und sein Konzept für die Zukunft von Air Berlin konkretisieren. Pang betreibt seit 2007 mit seiner Firma Link Global Logistics den Flughafen Parchim in Mecklenburg-Vorpommern, rund 160 Kilometer nordwestlich von Berlin.

Derweil geht das getrennte Bieterverfahren für die Technik-Sparte von Air Berlin auf die Zielgerade. Interessenten müssen Angebote bis zum 6. Oktober vorlegen. "Die Aussichten für Air Berlin Technik haben sich verbessert, es gibt mehrere Interessenten", sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person. Die Logistikfirma Zeitfracht sondiere hierzu Kooperationen mit Lufthansa und Easyjet als mögliche künftige Auftraggeber vor allem an den Standorten Berlin und Düsseldorf, wie Reuters aus Verhandlungskreisen erfuhr. Ein Zeitfracht-Sprecher sagte, man erwarte eine Rückmeldung über die Ergebnisse der Gläubigerausschüsse und das eigene Angebot. Die Berliner hatten eine Offerte für die Frachtsparte Leisure Cargo, die Regionalflugtochter Walter und Air Berlin Technik eingereicht.

(Reuters)