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Aktie mit interessanter Konstellation

Die Aktie des Rheintaler Industrieunternehmens SFS schraubt sich von seinem Allzeittief stetig in die Höhe. Laut Experten hat der Titel noch mehr Potenzial.
26.02.2015 13:24
Von Ivo Ruch
Das SFS-Firmengebäude in Heerbrugg (SG).
Das SFS-Firmengebäude in Heerbrugg (SG).
Bild: iNg

SFS gehörte zu den grossen Opfern des SNB-Crashs nach dem 15. Januar. Die Aktie des Industrieunternehmens purzelte innert weniger Tage um 24 Prozent auf das Allzeittief von 57 Franken. Ende Dezember noch wurde der höchste Stand seit dem Börsengang (7. Mai 2014) bei 79 Franken markiert. Grund für diesen Rückschlag waren Bedenken über den Einfluss des starken Frankens auf den zukünftigen Geschäftsgang von SFS.

Doch seither erholt sich der Aktienkurs des Schraubenspezialisten laufend und hat gut die Hälfte seines Verlustes wieder wettgemacht. Am Donnerstag legt SFS in einem unveränderten Gesamtmarkt bis 3 Prozent auf 69 Franken zu.

Geht es nach der Privatbank Rahn & Bodmer, befindet sich die Aktie klar auf Erholungskurs und in einer "interessanten technischen Konstellation". Dies weil SFS über die 90-Tageslinie drängt, also den durchschnittlichen Wert der 90 zurückliegenden Börsentage. Bewegt sich der Kurs über diese Linie hinweg, gilt dies als Kaufsignal.

«Beträchtliches Potenzial»

Auch der Rest der Analystengemeinde traut den Heerbruggern einiges zu. Die Experten von Vontobel bezeichneten die Aktie erst kürzlich als "Kaufgelegenheit". Sie sehen einen Anstieg auf 72 Franken als möglich. Insbesondere die attraktiven Bewertungen auf Ebene Free-Cashflow-Rendite und Unternehmenswert (EV/EBITDA) seien beachtenswert. Zuversichtlicher sind nur die Analysten der Credit Suisse, die ein Kursziel von 73 Franken vertreten. Auch sie glauben, einen Einstiegszeitpunkt zu erkennen.

Trotz starkem Gegenwind von der Währungsfront. 40 Prozent des Umsatzes falle in Europa an, teilte SFS Ende Januar mit. Die starke Aufwertung des Frankens habe "erhebliche Auswirkungen" auf die zukünftigen Umsätze und Betriebsergebnisse. Als Folge würden arbeitsintensive Aktivitäten mit beschränktem Know-how und Technologiegehalt rascher als bisher geplant in eigene Werke ausserhalb der Schweiz verlagert und Sortimente vereinzelt fremd beschafft. Die ausführlichen Jahreszahlen sollen am 6. März veröffentlicht werden.

Auf die Wechselkursverhältnisse macht auch ZKB-Analyst Armin Rechberger aufmerksam. Er schreibt in einer Unternehmensstudie, die neuen Umstände würden SFS 2015 stärker als angenommen belasten. Dennoch attestiert auch die ZKB der SFS-Aktie auf lange Frist "beträchtliches Potenzial".

Apple als Kunde

Das hat unter anderem mit der operativen Marge (Ebitda) zwischen 18 und 20 Prozent zu tun.  Damit gehört SFS immer noch zu den rentabelsten Industrieunternehmen der Schweiz. Zusätzlich ist das Unternehmen stark in Industrien mit hohen Eintrittshürden und starkem Wachstum wie die Flugzeug- und Autoindustrie sowie die Unterhaltungselektronik. So sind zum Beispiel im neuen iPhone SFS-Schrauben zu finden.

Kommt hinzu: Durch den Ablauf der Stillhaltevereinbarungen von mehreren grossen Aktionären nimmt die Liquidität der SFS-Aktien laufend zu. Im Mai soll der Free Float 45 Prozent betragen. Zu den prominenten Anhängern des Schraubenherstellers aus Heerbrugg zählt Ex-Wegelin-Inhaber Konrad Hummler, wie er im vergangenen Jahr gegenüber cash bekannt gab.