Aktien New York - Anleger vor Fed-Zinsentscheid vorsichtig optimistisch

Vor der erwarteten Leitzinsanhebung in den USA herrscht verhaltener Optimismus an der Wall Street.
15.03.2017 15:47
Blick in die New York Stock Exchange. Vor der Fed-Sitzung keimt Optimismus auf.
Blick in die New York Stock Exchange. Vor der Fed-Sitzung keimt Optimismus auf.
Bild: Bloomberg

Gestützt von einer freundlichen Tendenz an den Rohstoffmärkten legte der Dow Jones Industrial im frühen Handel um 0,17 Prozent auf 20'873,44 Punkte zu. Für einen neuerlichen Angriff auf die Anfang März erreichten Rekordmarken über 21'000 Punkten reichte das aber nicht.

Der S&P 500 rückte ausserdem um 0,25 Prozent auf 2'371,26 Zähler vor - auch wenn Goldman Sachs nach gutem Lauf etwas vorsichtiger auf den marktbreiten Index blickt. Analyst Christian Mueller-Glissmann hält US-Aktien insgesamt für mittlerweile hoch bewertet. Für Technologiewerte war die Luft am Mittwoch aber etwas dünner: Ihr Auswahlindex Nasdaq 100 stand zuletzt knapp mit 0,08 Prozent im Minus bei 5'377,68 Punkten.

Aktuelle Konjunkturdaten blieben am Mittwoch ohne erkennbaren Einfluss auf die Kurse. Im Fokus stand vor allem die Geldpolitik wegen des später anstehenden Zinsentscheids der Fed. Unter Experten und Anlegern gilt es als sicher, dass die amerikanische Notenbank den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte anheben wird. Deshalb warten die Anleger vor allem auf Hinweise, wie schnell die Währungshüter ihre Geldpolitik in den kommenden Monaten weiter straffen werden. Mit Spannung wird deshalb auf die Pressekonferenz mit der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen geblickt.

Blick auf Holland

Ein weiteres Thema am Markt war die heutige Parlamentswahl in den Niederlanden. Der dortige Wahlausgang könnte sich vor den französischen Präsidentschaftswahlen ab Ende April als Indikator für den Rückhalt populistischer Parteien in der Eurozone erweisen. Wie schon beim Brexit-Votum und Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten im vergangenen Jahr könnten die Meinungsumfragen die Anziehungskraft der Populisten unterschätzen.

Die Ölpreise erholten sich nach zum Teil kräftigen Verlusten in den vergangenen Handelstagen wieder etwas. Meldungen über sinkende US-Ölreserven hätten die Notierungen gestützt, hiess es von Marktbeobachtern. Die am Vortag noch vom Preisrutsch beim "schwarzen Gold" belasteten Ölwerte gehörten folglich am Mittwoch zu den Gewinnern: Chevron und ExxonMobil legten ungefähr ein halbes Prozent zu.

Die Aktien der US-Autobauer profitierten nur teilweise von angeblichen Plänen Trumps, ihnen mit einer erneuten Änderung der Umweltvorschriften mögliche Kosten in Milliardenhöhe zu ersparen: Während es für Fiat Chrysler um über 1 Prozent nach oben ging, schafften General Motors ein halbes Prozent Plus. Ford jedoch zeigten sich mehr oder weniger unbewegt.

Ansonsten standen noch einige Einzelwerte mit Analystenkommentaren im Blickfeld. Intel-Papiere waren nach einer Abstufung durch die Credit Suisse mit einem Minus von fast 1 Prozent unter den schwächsten Dow-Werten zu finden. Analyst John Pitzer führte einen Bewertungsaufschlag zur Branche als Begründung für seinen negativeren Blick auf die Aktien auf.

Für die Netflix-Titel hingegen ging es nach einem positiven Kommentar um fast 1 Prozent hoch. Eine Umfrage in den wichtigen Märkten Deutschland und Indien habe bessere Wachstumsaussichten ergeben als bisher erwartet, schrieb John Janedis vom Analysehaus Jefferies. Er gab daher seine bisherige Verkaufsempfehlung für die Aktie des Streaming-Anbieters auf./tih/fbr

(AWP)