Aktien Schweiz - Anleger bleiben an der Schweizer Börse weiter in Deckung

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert zum Wochenschluss mit leichteren Notierungen. Nach dem US-Luftangriff in Syrien üben sich die Anleger in Zurückhaltung.
07.04.2017 13:05
Die meisten Standardwerte sind am Freitagmittag an der Schweizer Börse im Minus.

Die geopolitischen Risiken seien gestiegen, so das Fazit der Investoren. Zudem harre man dem vielbeachteten US-Arbeitsmarktbericht, der am frühen Nachmittag publiziert wird.

Gleichwohl sehe es derzeit noch nicht danach aus, also ob es zu einem grösseren Ausverkauf vor dem Wochenende kommt. Sichere Häfen wie Franken, Yen oder Gold seien gleichwohl gesucht. Vor allem auf die Reaktionen aus Russland und China komme es an. Russland und der Iran haben den Angriff inzwischen scharf verurteilt.

Der SMI notiert gegen Mittag 0,4% tiefer bei 8602 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,5% auf 1366 und der breite SPI 0,4% auf 9596 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 27 im Minus und nur 3 im Plus.

Erfolgreicher IPO von Galenica Santé

Highlight des Tages ist aus hiesiger Sicht die nun vollzogene Aufspaltung der Galenica-Gruppe in ein Apotheken- und Logistik- sowie in ein Pharmaunternehmen. Der Börsengang von Galenica Santé war offenbar ein voller Erfolg, ziehen doch die Papiere nach einem Ausgabepreis am obersten Ende der Preisspanne bei 39 Franken bis zum Mittag auf 43,25 Franken an.

Nach Unternehmensangaben war das Angebot mehrfach überzeichnet. "Einige Anleger haben wegen der hohen Nachfrage kaum Zuteilungen erhalten", sagt ein Händler mit Blick auf das geglückte IPO. Daher würden diese nun über den offenen Markt kaufen. Als erstes hat Kepler Cheuvreux die Coverage für Galenica Santé aufgenommen und empfiehlt die Papiere mit einem Kursziel von 43 Franken zum Kauf.

Die weiterhin im SLI kotierten Galenica-Aktien - künftig Vifor Pharma - notieren derweil im Einklang mit dem Gesamtmarkt 0,4% tiefer.

Aryzta ist wieder ein Kauf

Die Gewinner sind schnell aufgezählt: Aryzta (+2,0%), Adecco (+0,5%) und SGS (+0,3%). Adecco stehen vor allem wegen der anstehenden US-Daten zum Arbeitsmarkt im Fokus. Zu den volatilen Aryzta-Aktien heisst es, dass nach den Turbulenzen in diesem Jahr das Erholungspotenzial nun grösser sei, als das Abwärtsrisiko. Die Papiere haben im laufenden Jahr nach Gewinnwarnungen und einem Managementkarussell mehr als ein Viertel an Wert eingebüsst.

Die defensiven Schwergewichte schneiden hingegen nicht besser als der Gesamtmarkt ab. So büssen etwa Novartis und Roche je 0,4% ein. Für Letztere hat HSBC sein Votum im Rahmen einer Branchenstudie auf "Reduce" von "Hold" gesenkt. Nestlé tendieren 0,5% leichter.

Die Valoren des Sanitärkonzerns Geberit büssen 1,3% oder 5,40 Franken ein. Allerdings werden die Papiere ex Dividende von 10 Franken gehandelt. Sika verlieren 1,2%. Der Bauzulieferer wird am Dienstag den Erstquartalsumsatz zeigen und gleichentags kommt es zu einer wohl wieder einmal hitzig debattierten Generalversammlung. Dabei geht es - unter anderem - um eine tiefere Dividende, als vom Verwaltungsrat vorgeschlagen.

ABB trotz neuem Grossauftrag im Verkauf

ABB (-0,6%) reagieren derweil nicht auf die Meldung eines neuen Grossauftrags. Der Industriekonzern liefert für 270 Millionen Euro Komponenten für eine Stromverbindung zwischen England und Frankreich. Grössere Abgaben werden auch bei Sonova (-0,9%), Lafarge-Holcim (-0,9%) und Kühne+Nagel (-0,8%) gesehen.

Ebenfalls zur Schwäche neigen Finanzwerte wie Credit Suisse (-0,6%) und UBS (-0,5%) bei den Banken und Bâloise (-1,1%) bei den Versicherern.

Im breiten Markt sind die Aktien der Titlisbahnen (-2,6%) einen Blick wert. Deren Handel wurde vorübergehend eingestellt mit Blick auf die aktuell laufende Generalversammlung. Dort verlangt ein Aktionär, dass statt der vom Verwaltungsrat vorgeschlagenen 7 Franken je Aktie wie im Vorjahr 8 Franken als Dividende ausgeschüttet werden.

Nach der Berichtssaison ist vor der Berichtssaison. Oder besser gesagt war. Die Ems-Chemie hatte am frühen Morgen traditionell mit den Umsätzen für Januar bis März die Berichterstattung zum ersten Quartal angestossen. Trotz einer Umsatzentwicklung leicht über den Erwartungen der Analysten, büssen die Papiere des von SVP-Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher geführten Unternehmens 2,1% ein. Dabei dürfte es sich um Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Rekordständen handeln.

(AWP)