Aktien Schweiz - Anleger an der Schweizer Börse bleiben in Deckung

Die Schweizer Börse pendelt sich nach dem schwächeren Wochenauftakt am Dienstag auf dem tieferen Niveau ein. Impulse von Unternehmens- und Konjunkturseite sind rar.
11.04.2017 10:25
Stabil auf vom Vortag reduziertem Niveau: die Schweizer Börse am Deinstag.
Stabil auf vom Vortag reduziertem Niveau: die Schweizer Börse am Deinstag.
Bild: Bloomberg

Angesichts der geopolitischen Spannungen scheuten die Anleger das Risiko, erklären Marktteilnehmer. Insbesondere der jüngste US-Luftangriff in Syrien und die anstehende französische Präsidentenwahl sorgen für Nervosität und Zurückhaltung. Die Wall Street hatte nach Börsenschluss in Europa ihre Gewinne wieder abgegeben und in Tokio hatte der erstarkte Yen für Kursverluste gesorgt.

Der SMI ermässigte sich bis 10.25 Uhr sich um 0,1 Prozent auf 8612 Punkte. Am Montag hatte der Leitindex 0,3 Prozent nachgegeben.

Bei den Standardwerten überwiegen die Kursverlierer. Auffallend sind die Givaudan-Aktien mit einem kräftigen Anstieg von 3,1 Prozent. Der Duft- und Aromenhersteller läutete bei den Bluechips die Berichtssaison ein. Übernahmen sorgten im ersten Quartal für Schwung: Der Umsatz des Weltmarktführers wuchs um 7,7 Prozent auf 1,24 Milliarden Franken und damit etwas stärker als von Analysten erwartet. "Mit einem beeindruckenden Wachstum in Nordamerika verlief der Jahresauftakt für Givaudan spektakulär und verdeutlicht das Potenzial des Unternehmens", erklärt Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy.

Finanzwerte unter Verkaufsdruck

An der Spitze der Verlierer sind Finanzwerte zu finden. Die Aktien der Credit Suisse sinken um 1,0 Prozent, die der UBS büssen 0,9 Prozent ein und die von Julius Bär geben 0,4 Prozent nach. Einmal mehr braucht eine europäische Grossbank frisches Kapital. Die Banco Popular will sich angesichts hoher Verluste erneut Geld am Kapitalmarkt besorgen. Auch eine Fusion der sechstgrössten spanischen Bank mit einem anderen Institut sei eine Option, sagte der neue Verwaltungsratschef Emilio Saracho am Montag.

Die Versicherungstitel Zurich, Swiss Re und Swiss Life verlieren jeweils um ein halbes Prozent.

Bei den konjunkturzyklischen Werten fallen die ABB-Aktien nach einer Verkaufsempfehlung der UBS um 0,6 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern ABB besetzt zwei Geschäftsleitungsposten neu. China-Chef Chun-Yuan Gu leitet ab Juli die Region Asien, Naher Osten und Afrika (AMEA). Er übernimmt die Position von Frank Duggan, der als Nachfolger von Bernhard Jucker neu die Region Europa verantwortet.

Andere Industrie- und Dienstleistungswerte wie Adecco, Lafarge-Holcim und Geberit zeigen sich bei geringe Kursausschlägen uneinheitlich. Die Aktien der beiden Luxusgüter-Hersteller Richemont und Swatch ziehen mit 1,2 und 1,8 Prozent Plus kräftig an. Weltmarktführer LVMH steigerte den Umsatz im ersten Quartal stärker als im Markt erwartet.

Gewinnmitnahmen in der Sika-Aktie

Die als krisensicher geltenden Index-Schwergewichte sind vergleichsweise stabil. Die Anteile von Nestlé und Roche geben leicht nach, während die Novartis-Aktien leicht vorrücken.

Am breiten Markt rutschten die Sika-Aktien nach einer festeren Eröffnung rasch ins Minus und notieren um 0,3 Prozent tiefer. Das im Übernahmekampf steckende Bauchemieunternehmen steigerte den Umsatz im ersten Quartal um 9 Prozent auf 1,39 Milliarden Franken. Am Nachmittag hält Sika die Generalversammlung ab.

Die AMS-Anteile fallen um 7,3 Prozent. UBS hat die Empfehlung für die Chip- und Sensorfirma auf "Neutral" von "Buy" gesenkt.

(Reuters)