Aktien Schweiz - Anleger an der Schweizer Börse halten die Füsse still

Überraschend gute Daten vom US-Arbeitsmarkt haben die Schweizer Börse am Donnerstag gestützt. Die Erstanträge auf US-Arbeitslosenhilfe fielen geringer als prognostiziert aus.
06.04.2017 18:10
Zurückhaltung prägte den Handel an der Schweizer Börse am Donnerstag.

Vor dem am Freitag erwarteten monatlichen Arbeitsmarktbericht und dem USA-China-Gipfel wagten sich die Anleger aber nicht recht aus der Deckung. Zudem dämpfte die Angst vor einem raschen Versiegen der Geldschwemme durch die US-Notenbank Fed den Risikoappetit der Anleger. Die Notenbanker beurteilten das Kursniveau an den Börsen darüber hinaus als "ziemlich hoch".

Der SMI schliesst bei 8638 Punkten praktisch unverändert zum Vortag. Zunächst war der Leitindex bis auf 8579 Punkte gesunken.

Dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der jüngsten Offenmarktsitzung zufolge will die Fed noch dieses Jahr mit dem Abschmelzen ihrer billionenschweren Bilanz beginnen. Bei entsprechend günstiger Konjunktur halten die meisten Währungshüter einen solchen Schritt im "späteren Jahresverlauf" für angemessen.

"Die Anleger sind verunsichert, zumal das Kursniveau an den Aktienbörsen insgesamt als hoch beurteilt wird und gute Argumente für weitere Zukäufe allmählich rar werden", sagt ein Händler. "Wenn die Zinsen zu rasch steigen, sind Aktien bald nicht mehr die einzige Alternative", sagt ein anderer Börsianer.

EZB flutet weiter Geld

Für zusätzliche Unruhe sorgte das amerikanisch-chinesische Gipfeltreffen in Florida. US-Präsident Donald Trump empfängt seinen chinesischen Kollegen Xi Jinping. Dabei dürften geo- und handelspolitische Themen im Vordergrund stehen.

Beruhigend wirkten Äusserungen von EZB-Chef Mario Draghi. Trotz der gestiegenen Inflation will er die Geldflut nicht eindämmen. Die EZB brauche noch mehr Hinweise, um ihre Bewertung der Aussichten für den Preisauftrieb wesentlich zu ändern, sagte Draghi am Donnerstag.

Unter den Schweizer Standardwerten stehen acht Verlierern zwölf Gewinner gegenüber. Die stärksten Zuwächse verbuchen die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch mit einem Plus von 1,4 Prozent. Die Titel des Rivalen Richemont legen knapp 1 Prozent zu.

Höhere Kurse verzeichnen auch die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB. Die Anteile des Zementkonzerns Lafarge-Holcim und des Personaldienstleisters Adecco schwächen sich dagegen ab.

Bankaktien machen frühe Verluste wett

Die Aktien der Banken können die frühen Einbussen wettmachen. Credit Suisse und Julius Bär gehen jeweils rund 0,3 Prozent fester aus dem Handel. UBS gewinnen 0,1 Prozent. Auch im Ausland rückten die Finanzwerte vor. Der europäische Bankaktienindex legt 0,3 Prozent zu.

Die Versicherer Swiss Life, Zurich und Swiss Re steigen dank positiver Analystenkommentare um jeweils rund 1 Prozent.

Unter den drei Marktschwergewichten sind die Pharmatitel Novartis und Roche ein halbes Prozent schwächer. Nestlé notiert 0,1 Prozent höher. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern lässt sich bei seinen Plänen für die 23-prozentige Beteiligung am französischen Kosmetikkonzern L'Oreal nicht in die Karten blicken. Es gebe derzeit keine Klarheit über den Umgang mit dem Anteil, sollte der Aktionärsvertrag mit der Haupteigentümerin Bettencourt zu einem Ende kommen, sagte der scheidende Nestlé-Verwaltungsratschef Peter Brabeck auf der Generalversammlung.

Die Aktien von Galenica sinken um 0,8 Prozent. Beim Börsengang des Apothekenbetreibers und -zulieferers Galenica Santé werden die Aktien zwei Insidern zufolge zu 39 Franken pro Titel und damit am oberen Ende der zuvor bereits eingeengten Preisspanne platziert. An der Börse ist Galenica Santé damit knapp zwei Milliarden Franken wert. Das Debüt an der SIX ist für Freitag vorgesehen.

(Reuters)