Aktien Schweiz - Anleger an der Schweizer Börse warten ab

Die Schweizer Börse tendiert am Dienstagmorgen wenig verändert. Die Vorgaben aus den USA seien zwar leicht positiv, sagen Händler. Dafür kamen aus Asien keine klaren Signale.
04.04.2017 10:35
Eher diskrete «Rauchzeichen» von der Schweizer Börse am Dienstagmorgen.

Die Wall Street konnte am Vortag nach einem Schlussspurt die Einbussen praktisch wettmachen. Die asiatischen Anleger hielten sich aber mit Blick auf den amerikanisch-chinesischen Gipfel im späteren Wochenverlauf zurück. Börsianer befürchten Spannungen über Handelsfragen und den Umgang mit Nordkorea.

Der SMI notiert um 10.30 Uhr mit 8650 Punkten um 0,2 Prozent höher. Am Montag hatte der Leitindex um 0,3 Prozent nachgegeben.

Impulse könnten im Verlauf zudem wieder aus den USA kommen: In Washington will US-Präsident Donald Trump am Dienstag mit 50 Konzernmanagern über Vorschläge zur Verbesserung des Geschäftsklimas und der Infrastruktur sprechen. Dagegen ist der Datenkalender eher dünn. Es werden aus den USA die Handelsbilanz und der Auftragseingang - beides für Februar - erwartet.

ABB nach Zukauf gesucht

Bei den Standardwerten halten sich die Kursänderungen unter einem Prozent. Den stärksten Gewinn verbuchen die Aktien von ABB, die um 0,9 Prozent höher gehandelt werden. Der Elektrotechnikkonzern übernimmt den österreichischen Steuerungshersteller Bernecker & Rainer (B&R) mit einem Umsatz von gut 600 Millionen Dollar. Der Kaufpreis für die in Privatbesitz stehende Firma entspreche den in der Branche üblichen Bewertungen. Die Zürcher dürften damit knapp zwei Milliarden Dollar für B&R auf den Tisch legen. Analysten beurteilten den Kauf als positiv. Damit könne ABB zum Konkurrenten Siemens aufrücken.

Gesucht sind auch die Aktien von Zurich mit einem Plus 0,4 Prozent. Goldman Sachs hat die Abdeckung mit der Empfehlung "Buy" aufgenommen. Das Kursziel beträgt 320 Franken.

Mit den Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch, dem Agrochemiekonzern Syngenta, dem Personaldienstleister Adecco und dem Prüfkonzern SGS sind weitere zyklische Titel tendenziell gefragt.

Grossbankaktien weiterhin auf den Verkaufszetteln

Dagegen stehen die Aktien der Grossbanken auf den Verkaufszetteln der Anleger. Credit Suisse verlieren 0,8 Prozent und Rivalin UBS sinkt um 0,2 Prozent. Die Papiere der Sanitärtechnikfirma Geberit geben ebenfalls leicht nach. Die Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestlé sind gehalten und die des Pharmaschwergewichts Novartis ziehen leicht an.

Dei Aktien der Versicherer sind uneinheitlich. Neben Zurich Insurance sind auch die Papiere von Helvetia und Swiss Re gesucht. Bâloise ermässigen sich um 0,5 Prozent und Swiss Life um 0,2 Prozent.

Am breiten Markt setzen die Aktien von Leonteq den Anstieg um 1,0 Prozent fort. Händler sagen, ein Bericht der "Schweiz am Wochenende" habe das Interesse für die Titel der arg gebeutelten Derivatboutique angeheizt. Gemäss dem Bericht soll Grossaktionär Rainer Marc Frey weitere Aktien kaufen wollen. Laut Leonteq-Angaben hält der Investor knapp 7,5 Prozent.

Unter Druck stehen die Aktien von Orascom. Der Bau- und Tourismuskonzern hat für 2016 einen Verlust von 195 bis 205 Prozent angekündigt. Die Aktie bricht um 6,8 Prozent ein.

(Reuters)