Aktien Schweiz - Bankaktien auf Erholungskurs

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Dienstag weiterhin von Zurückhaltung geprägt. Im Fokus stehen die Uhrenaktien und zahlreiche Unternehmenszahlen vom breiten Markt.
21.03.2017 10:39
Die Anleger greifen am Dienstag nach den Bankaktien.
Die Anleger greifen am Dienstag nach den Bankaktien.
Bild: ZVG

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel kaum verändert eröffnet und bewegt sich damit auch am Dienstag kaum vom Fleck. Derzeit gebe es zwar kaum Anzeichen für eine grössere Korrektur, es fehle aber auch an Impulsen für neuen Schwung, fasst ein Händler das lustlose Geschehen an den Börsen zusammen. Das Abwarten auf dem derzeit hohen Kursniveau dürfte somit weitergehen. Hierzulande können sich die Banken vom Kursrücksetzer am Montag etwas erholen.

Auf der politischen Bühne sei der Optimismus nach den Wahlen in den Niederlanden abgeflacht und es rücke nun die Präsidentschaftswahl in Frankreich in den Vordergrund, heisst es. Dabei sei die Rechtspopulistin Marine Le Pen in der jüngsten TV-Debatte mit ihrem Vorhaben eines Euro-Austritts auf harten Widerstand gestossen. Die Anleger beobachten das Geschehen nach den politischen Überraschungen im vergangenen Jahr aber mit Vorsicht. Konjunkturseitig könnten am frühen Nachmittag die Angaben zur US-Leistungsbilanz im vierten Quartal für Bewegung an den Börsen sorgen.

SMI pendelt um den Nullpunkt

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr minime 0,01% höher bei 8'695,96 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,10% auf 1'379,91 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,03% auf 9'643,45 Punkte. Das Verhältnis zwischen Gewinner und Verlierer unter den 30 wichtigsten Titeln ist ausgeglichen.

Swatch Group (-0,4%) und von Richemont (-0,2%) starteten schwach in den Handel, haben die Kursverluste aber schnell ziemlich eingegrenzt. Am Uhrenmarkt wartet man im Vorfeld der am Donnerstag beginnenden Messe Baselworld nach wie vor auf die Trendwende der zuletzt stark rückläufigen Uhrenexporte. Auch im Monat Februar gingen sie erneut deutlich zurück, obwohl Swatch-Chef Nick Hayek in den vergangenen Wochen optimistische Töne angeschlagen und Wachstums versprochen hatte. In der am Berichtstag veröffentlichten Februar-Statistik verzeichnete vor allem der US-Markt einen überraschend starken Rückgang.

Nebst den Uhrenaktien verlieren auch Galenica (-0,6%). Die zur Gruppe gehörende HCI Solutions wurde von der Weko mit 4,5 Mio CHF gebüsst. HCI habe im Bereich der Kommerzialisierung von elektronischen Medikamenteninformationen in der Schweiz eine marktbeherrschende Position inne und habe diese missbraucht, hiess es von Seiten der Wettbewerbsbehörde. Galenica selbst erachtet die Verfügung der Weko als "sachlich und rechtlich falsch" und will sie ans Bundesverwaltungsgericht weiterziehen.

Lonza büssen 0,8% ein. Die Kreditanalysten der Bank Vontobel haben zwar das Rating des Pharmazulieferers mit "BBB-" bestätigt, jedoch den Ausblick auf "negativ" von zuvor "stabil" gesenkt. Grund ist die Berücksichtigung der übernommen US-Firma Capsugel im Kreditmodell.

Auf der Gewinnerseite rücken die Titel der Grossbanken UBS und Credit Suisse um je 0,7% vor. Die beiden Papiere waren schwach in die Woche gestartet und können sich nun davon erholen. Julius Bär liegen mit einem Plus von 1,1% an der Spitze der Blue Chips. Der Vermögensverwalter stellt mit Ivo Furrer den abtretenden Schweiz-Chef der Swiss Life zur Wahl in den Verwaltungsrat auf.

Fester notieren auch Swiss Re (+0,7%). Die Titel des Rückversicherers profitieren laut Händlern möglicherweise von einer Kurszielerhöhung bei allerdings gehaltender Verkaufsempfehlung durch die Bank Berenberg. Die Schwergewichte Roche, Novartis und Nestlé (alle -0,2%) liegen alle leicht unter Vortag.

Im breiten Markt geht die Berichtssaison weiter. Vor allem der Vermögensverwalter Partners Group (+3,9%) hat die Anleger mit den über den Erwartungen liegenden Geschäftszahlen überzeugt. Festere Tendenzen sind nach Zahlen auch beim Immobilienentwickler Peach Property (+3,3%) und bei der auf Glasverpackungen spezialisierten Vetropack (+1,8%) zu sehen. Komax büssen 3,2% ein. Der Maschinenhersteller hat 2016 zwar mehr verdient, hohe Sonderaufwendung hätten aber einen deutlicheren Anstieg verhindert, heisst es in einem Kommentar.

(AWP)