Aktien Schweiz - Der SMI baut die Verluste bis Mittag aus

Der Schweizer Aktienmarkt ist im Verlauf des Donnerstagvormittags tiefer in den roten Bereich gerutscht.
16.02.2017 13:05
Die Zahl der Aktienkurse mit negativen Vorzeichen sind bis Donnerstagmittag im Steigen begfriffen.

Der Leitindex SMI hat sich somit von der Marke von 8500 Punkten, die am Vortag in Griffweite gerückt war, wieder deutlich entfernt und notiert gegenwärtig auch unter dem Stand von Ende letzter Woche. Ein Grossteil der Verluste erklärt sich mit den Einbussen der schwergewichtigen Nestlé-Papiere, die nach enttäuschenden Jahreszahlen klare Einbussen erleiden. Inzwischen notiert aber das Gros der wichtigsten Titel im Minus.

Laut Händlern wird am Markt wieder intensiver darüber diskutiert, ob sich der US-Aktienmarkt nicht schon in einer Blase befinde. Hintergrund sind die Rekordstände an der Wall Street. In der Folge verzeichnen auch andere europäische Börsen leichte Verluste. Nächster wichtiger Hinweis auf den Zustand der US-Konjunktur und die Rechtfertigung der hohen US-Börsenkurse wird am Nachmittag der Philly Fed Index geben, der zu den wichtigsten US-Frühindikatoren zählt.

Der SMI gibt bis Mittag um 0,5% auf 8445 Punkte nach, das Tagestief wurde bei 8438 Stellen markiert. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,3% auf 1347 und der breite SPI 0,4% auf 9253 Stellen. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Minus, 8 im Plus und 1 (SGS) unverändert.

Nestlé lassen nach Jahreszahlen Federn

Das Verliererfeld wird seit Handelsbeginn von den Nestlé-Papieren (-2,3%) angeführt, wobei sich die Verluste im Verlauf des Vormittags akzentuiert haben. Mit ihrem Gewicht von gut einem Fünftel ziehen sie den SMI allein um rund 40 Punkte nach unten. Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern ist im vergangenen Geschäftsjahr unter den Markterwartungen gewachsen und hat auch weniger verdient als von Analysten geschätzt. Für Enttäuschung am Markt sorgt zudem der vorsichtige Ausblick des Managements unter dem neuen CEO Mark Schneider. Die Guidance liege etwas unter dem bisherigen Konsens, heisst es unisono. Immerhin soll die Dividende wiederum leicht erhöht werden.

Dahinter erleiden Clariant (-1,2%) die grössten Verluste. Der Spezialitätenchemiehersteller hat mit seinem am Morgen veröffentlichten Jahresabschluss die Erwartungen der Analysten zwar in etwa erfüllt. Nach den deutlichen Kursfortschritten seit November würden manche Investoren nun aber Kursgewinne mitnehmen, weil positive Überraschungen ausgeblieben seien, heisst es im Handel. In einigen Kommentaren ist von einem "durchmischten" Schlussquartal die Rede.

Verunsicherung über US-Kurs drückt Grossbankaktien

Hinter Nestlé und Clariant haben sich die beiden Grossbankentitel von UBS (-1,1%) und CS (-0,8%) eingereiht. Für eine gewisse Verunsicherung sorgt ein Kommentar eines Mitglieds der US-Notenbank in einer Zeitung. Darin fordert dieses höhere Kapitalanforderungen für grosse Finanzinstitute und schafft damit einen Widerspruch zu den mutmasslichen Plänen der neuen US-Regierung. Die Hoffnung auf eine Deregulierung hatten zuletzt weltweit für eine positivere Stimmung gegenüber Bankentiteln gesorgt.

Julius Bär (-0,5%) geben ebenfalls nach. Hier dürfte sich zusätzlich eine Rating-Senkung der Berenberg-Analysten auswirken, die ihre Kaufempfehlung zurücknahmen. Die Privatbank habe in der Vorwoche mit den vorgelegten Zahlen zwar besser als erwartet abgeschnitten, dennoch sehe er kurzfristig einigen Gegenwind auf die Bank zukommen, begründete dies der zuständige Experte.

Kudelski stürzen nach vorsichtigem Ausblick ab

Auf der anderen Seite wird das kleine Gewinnerfeld von Galenica (+1,5%) angeführt. Ein weiteres Abrutschen des Gesamtmarktes verhindern ausserdem vor allem die beiden Pharmaschwergewichte Novartis (+0,5%) und Roche (+0,4%). Neuigkeiten liegen zu diesen Titeln nicht vor.

Viel los ist am breiten Markt, wo verschiedene Unternehmen Zahlen vorgelegt haben. Relativ gut kommen dabei nur die Ergebnisse der St. Galler Kantonalbank (+0,7%) an. Happige Verlusten erleiden hingegen Kudelski (-5,8%), wo der Ausblick auf eine tiefere Rentabilität im laufenden Jahr für viele Investoren überraschend kam. Im Minus sind nach Zahlen auch Straumann (-2,7%), Lem (-1,4%), die Waadtländer Kantonalbank (-1,3%) und Phoenix Mecano (-1,2%).

(AWP)