Aktien SchweizDer SMI gibt Terrain preis

Die Schweizer Börse schwächt sich am Dienstagmorgen leicht ab. Die Anleger gingen vor der Veröffentlichung zahlreicher Firmenbilanzen und dem Auftritt von Fed-Chefin Janet Yellen vor dem Kongress keine Risiken ein.
14.02.2017 10:35
Leicht gebremst: Die Schweizer Börse am Dienstagmorgen.

Zudem seien die Vorgaben uneinheitlich. In den USA setzte die Wall Street die Rekordjagd fort während in Tokio der Nikkei Index eine Verschnaufpause einlegte. Der SMI ermässigt sich bis 10.30 Uhr um 0,3 Prozent auf 8441 Zähler. Am Montag war der Leitindex um 0,1 Prozent gestiegen.

Im Fokus der Marktteilnehmer stehen die Aktien der Credit Suisse. Sie klettern nach der Bilanzvorlage um 3 Prozent in die Höhe. Eine US-Busse wegen Tricksereien am Immobilienmarkt brockte der zweitgrössten Schweizer Bank 2016 einen Verlust von 2,438 Milliarden Franken ein. Analysten hatten durchschnittlich einen Fehlbetrag von 2,1 Milliarden Franken prognostiziert. "Die Zahlen sind gemischt. Der wichtige Gewinn vor Steuern ist mit minus 1,9 Milliarden Franken weniger schlecht als erwartet ausgefallen", sagt ein Händler. Die steuerfreie Dividende von 0,70 Franken sei attraktiv, bedeute dies doch eine Rendite von rund 4,5 Prozent. "Die Kapitalquoten übertrafen klar die Erwartungen", sagt Vontobel-Analyst Andreas Venditti.

Die Aktien der meisten anderen Banken tendieren dagegen schwächer: UBS sinken um 0,1 Prozent und Julius Bär verlieren 0,4 Prozent und geben damit den Vortagesgewinn praktisch wieder ab.

Swiss Life nahc Kaufempfehlung gesucht

Die Assekuranztitel sind mehrheitlich schwächer. Swiss Life aber legen gegen den Trend um 0,8 Prozent auf 313,80 Franken zu. Baader Helvea erhöhte das Kursziel auf 335 von 300 Franken und empfahl den Titel zum Kauf.

Die als krisenresistent geltenden Pharmatitel Novartis und Roche fallen um 0,5 und 0,9 Prozent. Die Aktien von Actelion sinken um 0,2 Prozent. Das Übernahmeziel hat im vergangenen Jahr den Gewinn um ein Viertel gesteigert.

Die Anteile von Nestlé sinken leicht. Der Nahrungsmittelriese legt am Donnerstag seine Zahlen vor.

Die meisten zyklischen Papiere neigen ebenfalls zur Schwäche. Händler sprechen von einer Konsolidierung nach dem jüngsten Anstieg.

US-Behörden wollen mehr Informationen für die Prüfung des Syngenta-Deals

Syngenta sinken um 0,3 Prozent. Die US-Behörden benötigen mehr Information, um die 43 Milliarden Dollar schwere Übernahme von Syngenta durch Chem China zu prüfen. Dennoch erwarte das Unternehmen dadurch keine Verzögerung und rechne mit einem Abschluss des Deals im zweiten Quartal, erklärte Syngenta.

Adecco legen 1,8 Prozent zu. Händler erklären den Kursgewinn des Personalvermittlers mit dem besser als erwarteten Quartalsbericht von Rivale Randstad.

Aryzta nach Managementwechsel mit Kursfeuerwerk

Am breiten Markt stechen die Anteile von Aryzta mit einem Kurssprung um 12 Prozent hervor. Bei dem Backwarenhersteller kommt es zu einem Führungswechsel. Firmenchef Owen Killian, Finanzchef Patrick McEniff und Americas-Chef John Yamin treten zum Ende des Geschäftsjahres zurück. Der Backwarenhersteller will zudem seine Investitionsstrategie bei Gemeinschaftsunternehmen überprüfen.

"Die angekündigten Massnahmen erfüllen in etwa die seit der unerwarteten Gewinnwarnung Ende Januar 2017 vernehmbaren Forderungen der Finanzgemeinde an Aryzta", schreibt ZKB-Analyst Patrik Schwendimann.

Die Anteile von Zehnder legen 3,5 Prozent zu. Research Partners hat die Analyse des Heizkörperherstellers mit der Empfehlung "Kaufen" gestartet.

Mehrheitlich schwächer sind die Aktien und Anlagefonds aus dem Immobilienbereich. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen nach dem starken Anstieg der vergangenen Monate. SPS und Mobimo sinken um je 0,6 Prozent.

(Reuters)