Aktien Schweiz - Der SMI hält sich über 8600 Punkten

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Mittwoch zur Mittagszeit klar höher und knüpft damit an die Gewinne vom Vortag an.
01.03.2017 13:00
Gefragte Aktien der Grossbanken am Mittwoch (im Bild der Paradeplatz in Zürich mit UBS und Credit Suisse).
Gefragte Aktien der Grossbanken am Mittwoch (im Bild der Paradeplatz in Zürich mit UBS und Credit Suisse).
Bild: cash

Der SMI als wichtigster Index legte vor allem in der ersten halben Stunde klar zu und überschritt erstmals im neuen Jahr die Marke von 8600 Punkten. Seither bewegt er sich auf dem klar höheren Niveau, aber mehr oder weniger seitwärts. Laut Händlern reagiert der Markt vor allem auf Aussagen von US-Notenbankern zur künftigen Zinspolitik, wobei vor allem Finanztitel zulegen.

Ein Fed-Mitglied etwa sagte, dass eine Zinserhöhung noch in diesem Monat ernsthaft in Erwägung gezogen werden müsse. Ein anderes deutete ebenfalls eine bevorstehende Straffung der Geldpolitik an. Händler am Terminmarkt setzen die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung in diesem März nunmehr mit 80% an. Die mit Spannung erwartete Rede des neuen US-Präsidenten Donald Trump in der Nacht habe dagegen kaum neue Impulse gebracht, heisst es im Markt.

Der SMI steht gegen Mittag 0,7% höher bei 8608 Punkten, das neue Jahreshoch liegt nun bei 8611. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt gar um 1,0% auf 1367 zu und der breite SPI um 0,6% auf 9425 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen zur Mittagszeit 25 im Plus, 4 im Minus und 1 unverändert.

Zinssignale lassen Bankaktien steigen

Klare Spitzenreiter im SMI sind die Aktien der Grossbanken CS (+3,8%) und UBS (+3,6%). Die neuen und deutlichen Zinssignale der US-Notenbank Fed vom Vorabend sorgten für starke Mittelzuflüsse in die zinssensitiven Finanzwerte, sagt ein Händler, wobei vor allem die Grossbanken profitierten. Diese erhielten daneben auch noch Rückenwind von einem stärkeren Dollar.

Ebenfalls im Plus, aber klar hinter den Grossbanken zurück, stehen die Versicherer Bâloise (+1,5%), Swiss Life (+1,2%), Swiss Re (+0,9%) und Zurich (+0,7%). Grundsätzlich sei dank der frischen US-Zinsfantasien jedenfalls eine tagelange Outperformance der Bank- wie auch der Versicherungsaktien möglich, sagt ein optimistisch gestimmter Marktteilnehmer.

Gesucht sind aber auch konjunktursensitive Werte wie die beiden Uhren- und Luxusgütertitel Swatch (+2,1%) und Richemont (+2,0%) oder diejenigen des Baustoffherstellers Lafarge-Holcim (+1,8%) oder des Personalvermittlers Adecco (+1,3%). Letztere beiden werden am Donnerstag ihre Jahreszahlen 2016 vorlegen, Lafarge-Holcim profitiere ausserdem von guten Zahlen des irischen Konkurrenten CRH, heisst es.

Kühne+Nagel rutschen nach Zahlenvorlage ab

Klar schwächster Bluechip sind derweil Kühne+Nagel (-2,5%), die nach einem freundlichen Start schnell deutlich ins Minus rutschten. Der Innerschweizer Transport-Logistiker hat vorbörslich Zahlen präsentiert und dabei etwas besser abgeschnitten als die Erwartungen des Marktes. Händler begründen die schnellen Abgaben mit Gewinnmitnahmen, nachdem der Titel am Vortag bzw. in den ersten Handelsminuten auf ein neues Jahreshoch geklettert sei. Die Zahlen jedenfalls seien solide gewesen.

Zu den wenigen Verlierern bei den Bluechips gehören derweil auch noch Givaudan (-0,7%), Sika (-0,4%) und SGS (-0,3%). Die Index-Schwergewichte Roche (+0,3%), Novartis (+0,3%) und Nestlé (unv.) bewegen sich alle im hinteren Teil des Feldes.

Stark gesuchte Industriewerte

Im breiten Markt sind vor allem Sulzer (+4,5%) nach Zahlen gut gesucht. Positiv hervorgehoben wurden in ersten Kommentaren der Bestellungseingang im vierten Quartal sowie die schneller als erwartet gekommenen grossen Kostensenkungen. Die damit zusammenhängenden Kosten seien auch der Grund, dass der Gewinn unter den Erwartungen ausgefallen sei.

Mit Georg Fischer (+2,2%) steht ein weiter Industriewert im Fokus der Anleger. Die Aktien des Schaffhauser Konzern hatten am Vortag nach Zahlen bereits rund 4% zugelegt und könnten von Anschlusskäufen und positiven Analystenkommentaren profitieren. Schwach zeigen sich derweil Tecan (-3,9%) nach einer Rückstufung durch die britische Bank HSBC.

Etwas gesucht sind auch Meyer Burger (+1,3%). Der Solarzulieferer hat Aufträge aus einem Rahmenvertrag eines bestehenden chinesischen Kunden im Volumen von rund 24 Millionen Franken vermeldet. Gut unterwegs sind ausserdem ohne News Starrag (+3,7%), Bellevue (+3,5%) oder Addex (+3,4%).

(AWP)