Aktien Schweiz - Der SMI tastet sich langsam vor

Die Schweizer Börse bewegte sich am Dienstagmorgen nach Eröffnung in engen Spannen, baut aber die Gewinne inzwischen leicht aus.
21.02.2017 11:00
Nach Bekanntgabe der Fusion mit Tobler ist die Aktie der Klimatechnikfirma Walter Meier am Dienstag gefragt.
Nach Bekanntgabe der Fusion mit Tobler ist die Aktie der Klimatechnikfirma Walter Meier am Dienstag gefragt.
Bild: ZVG

Die Vorgaben aus Fernost seien zwar freundlich, sagen Händler. Aber die Impulse aus den USA fehlten, weil an der Wall Street der Handel am Montag wegen eines Feiertags geruht hatte. Der SMI notiert um 10.55 Uhr mit 8548 Punkten um 0,4 Prozent höher. Am Montag hatte der Leitindex 0,1 Prozent höher geschlossen.

Der Marktstimmung komme zugute, dass sich die Euro-Zone mit Griechenland auf weitere Reformen geeinigt habe, sagt ein Händler. Dies ist Voraussetzung dafür, dass das schuldengeplagte Land neue Hilfszahlungen erhält. Dagegen verunsicherten Umfrageergebnisse aus Frankreich die Anleger und belasteten den Euro. Jüngsten Wahlumfragen zufolge holt die rechtsextreme Politikerin Marine Le Pen auf - ihre Chancen für einen Sieg bei den Präsidentschaftswahlen im April steigen also.

Spezialsituationen prägen das Bild. Das Hauptaugenmerk ist auf die Aktien von Walter Meier gerichtet. Die Klimatechnikfirma geht mit dem Haustechnikgrosshändler Tobler zusammen. Daraus entsteht ein Unternehmen mit einem gut doppelt so hohen Umsatz von einer halben Milliarde Franken und einem künftig geplanten Betriebsergebnis von 60 Millionen Franken. Analysten begrüssen den Schritt. Die Aktie steigt um 4,3 Prozent.

Uhrenaktien tauchen nach schlechten Exportzahlen

Bei den Bluechips sind die Verlierer mittlerweilen in der Minderheit. Die stärksten Abschläge verzeichneen die Aktien der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch, die um 0,4 und 0,5 Prozent nachgeben. Die Uhrenexporte sanken im Januar gegenüber dem Vorjahresmonat nominal um 6,2 Prozent auf 1,434 Milliarden Franken. Real ergab sich ein Minus von 7,7 Prozent. Es ist der Eidgenössischen Zollverwaltung zufolge der drittniedrigste Umsatz seit August 2012.

Die stärksten Gewinne verbuchten Nestlé. Der Titel des Nahrungsmittelkonzerns steigt um 0,4 Prozent und macht damit den Vortagsrückgang teilweise wett.

Die beiden Pharmaschwergewichten Novartis und Roche notieren um 0,3 und 0,9 Prozent höhe. Roche hat eine bedingte EU-Zulassung für das Medikament Alecensa für Patienten mit vorbehandeltem ALK-positivem nicht-kleinzelligen Lungenkrebs erhalten, die zuvor mit Crizotinib behandelt wurden. Die meisten Patienten mit ALK-positivem NSCLC entwickelten innerhalb eines Jahres nach Beginn der Behandlung eine Resistenz gegen die derzeitige Standardtherapie, erklärte Roche.

Finanzwerte ohne einheitliche Richtung

Uneinheitlich zeigen sich die Finanzwerte. Bei den Banken ist UBS gut gehalten, Rivalin Credit Suisse legt um 0,8 Prozent zu.

Die Assekuranzwerte ziehen mehrheitlich etwas an. Bâloise und Helvetia legen 1,2 und 0,8 Prozent zu. Berenberg hat die Analyseabdeckung der beiden Firmen mit "Buy" aufgenommen.

Bei den Aktien zyklischer Firmen setzt sich kein klarer Trend durch. ABB, Adecco und Lafarge-Holcim steigen ein halbes Prozent und mehr. Clariant steigen minim und SGS geben nach.

Am breiten Markt setzen die Aktien von Burckhardt den Abwärtstrend fort. Der Kompressorenhersteller hatte am Montag wegen des mauen Geschäftsgangs Kurzarbeit angekündigt.

(Reuters)