Aktien Schweiz - Der SMI weitet die Verluste bis Mittag aus

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Dienstagmittag tiefer im Minus. Nach einem noch fast gehaltenem Start hat der SMI an Boden eingebüsst.
14.02.2017 13:00
Der Roche-Genussschein zieht am Dienstagmittag den SMI stark nach unten.
Der Roche-Genussschein zieht am Dienstagmittag den SMI stark nach unten.
Bild: cash

Dabei falle die Konsolidierung gerade bei den Titeln stärker aus, die zuletzt überdurchschnittlich zugelegt hatten, kommentiert ein Händler. Der Wirtschaftsoptimismus in den USA sorge jedoch weiter für eine positive Grundstimmung der Investoren. Mit Zahlen zum Schlussquartal stehen hierzulande Credit Suisse im Fokus.

Auch von der Konjunkturseite fehlt die Unterstützung. So verzeichneten Deutschland und die Euro-Zone insgesamt im vierten Quartal ein Wirtschaftswachstum leicht unter den Erwartungen. Auch die Daten zur Industrieproduktion wurden eher als Dämpfer aufgefasst. Am Nachmittag dürfte die Anhörung der Fed-Vorsitzenden Janet Yellen vor dem Senatsausschuss aufmerksam beobachtet werden.

Der SMI verliert gegen Mittag 0,3% auf 8435 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, liegt 0,2% tiefer auf 1343 Zählern und der breite SPI gibt 0,3% auf 9236 Stellen ab. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 23 im Minus, 6 im Minus und 1 (Lonza) unverändert.

CS-Aktie nach Ergebnispräsentation gesucht

Credit Suisse (+3,0%) zeigen sich nach Zahlen weiter klar fester. Die Grossbank hat zum Jahresabschluss zwar einen höheren Quartalsverlust ausgewiesen als erwartet. Positiv überraschte hingegen der Bereich International Wealth Management und bei den Kosten wurden die selbstgesteckten Ziele übertroffen. UBS geben derweil mit 0,5% etwas deutlicher ab als der Gesamtmarkt.

Stärker zulegen können auch Adecco (+1,6%). Hier hat der Wettbewerber Randstad positiv aufgenommene Zahlen ausgewiesen. Deutlicher im Plus liegen zudem noch Givaudan (+1,0%).

Beim Backwarenkonzern Aryzta (+11,5% auf 33,06 Franken) sorgt das grosse Köpferollen an der Unternehmensspitze für Auftrieb. CEO Owen Killian, Finanzchef und Operating Officer Patrick McEniff und Amerika-CEO John Yamin müssen nach der jüngsten Gewinnwarnung den Hut nehmen. Für die Übergangsperiode wurden per sofort drei neue Manager in die Geschäftsführung berufen. Im Januar waren Aryzta nach der Gewinnwarnung von einem Niveau bei 45 Franken um rund 40% abgestürzt.

Dass Actelion (-0,2%) im wohl letzten Geschäftsjahr als eigenständiges Unternehmen Umsatz und Gewinn nochmals deutlich gesteigert hat, dürfte die Anleger nur nebenher interessieren. Das US-Unternehmen J&J, welches 280 Dollar pro Actelion-Aktie bietet, will wahrscheinlich am Donnerstag den Angebotsprospekt vorlegen und die Gebotsfrist soll am 3. März starten.

Pharmaschwergewichte tauchen

Grösster Verlierer im SMI/SLI ist inzwischen Schwergewicht Roche (-1,2%) und auch Novartis (-0,7%) hat die Abgaben ausgeweitet. Auch die zuletzt deutlich erholten Lafarge-Holcim (-0,9%) würden eine Konsolidierungsbewegung vollziehen, heisst es. Hier belasten zudem schwache Zahlen des Wettbewerbers Heidelberg-Cement. Der Konzern hat zwar durch die Italcementi-Übernahme kräftig zugelegt, das operative Geschäft lag aber unter den Erwartungen.

Grössere Abgaben weisen auch Swatch, Dufry (je -1,0%) und Sonova (-0,9%) auf. Schindler (-0,8%) präsentieren am morgigen Mittwoch den Jahresabschluss.

Bei Syngenta (-0,4%) hat die US-amerikanische Wettbewerbsbehörde FTC nach mehr Informationen bei der Prüfung der Übernahme durch Chem China verlangt. Das Unternehmen rechnet jedoch nicht damit, dass es dadurch zu Verzögerungen kommen wird. Bei der EU-Kommission wird ein Entscheid bis zum 12. April erwartet.

Zu Zurich (+0,3, 281,80 Franken) geben im Nachgang der Zahlen weitere Analysten ihre Einschätzungen ab. So haben Berenberg und das Bankhaus Lampe ihre Kursziele angehoben. Der Berenberg-Analyst sieht den Versicherungskonzern auf dem Weg der Besserung und hebt das Ziel um 30 auf 288 Franken, bewertet aber weiter mit "Hold".

Im breiten Markt hat Bell (+2,4%) dank Akquisitionen für 2016 ein Umsatzwachstum von 20% ausgewiesen. Der Flughafen Zürich (unv.) hat im Januar mehr Passagiere verbucht. Nachbörslich werden zudem die Jahreszahlen des Bankensoftwareherstellers Temenos (+0,4%) erwartet.

(AWP)