Aktien Schweiz - Die Schweizer Börse bewegt sich kaum

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Mittwoch kaum verändert in den Handel gestartet. Die Vorgaben waren derweil positiv, wobei die Rekordjagd an der Wallstreet am Dienstag weiterging.
22.02.2017 10:45
Nur ein laues Lüftchen an der Schweizer Börse am Mittwochmorgen.

Laut Marktbeobachtern setzen die Anleger weiter auf Steuersenkungen und Fiskalstimuli, welche die neue US-Administration versprochen hat. Gespannt sind Anleger ist nun, wie die US-Notenbank Fed darauf reagieren wird.

Nachbörslich spricht Notenbanker Jerome Powell, worauf das Protokoll der Sitzung vom 1. Februar veröffentlicht wird. Letzteres dürfte allerdings vor allem die Stimmung für den Handel am Donnerstag prägen. Dass die Grundstimmung weiter relativ optimistisch ist, zeigt sich auch an den weltweit tiefen Volatilitäten. In der Schweiz sank der entsprechende Index VSMI am Dienstag erneut deutlich, und zwar auf das tiefste Niveau seit Ende August 2014, und notiert auch am Berichtstag wieder im Minus.

Der SMI steht um 10.40 Uhr 0,1% auf 8557 Punkte tiefer. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,1% auf 1361 Zähler und der breite SPI 0,1% auf 9374.

ABB schlägt will neuen VR von Grossaktionär Cevian

Im Fokus stehen ABB (gehalten bei 23,14 Franken). Der Technologiekonzern schlägt Lars Förberg, Managing Partner von Grossaktionär Cevian, zur Wahl in den Verwaltungsrat vor. Cevian ist mit einem Anteil von gut 6% der zweitgrösste und zudem ein aktiver Aktionär. Ausserdem hat ABB vermeldet, dass bei einer südkoreanischen Tochtergesellschaft etwa 100 Millionen Dollar veruntreut wurden.

Profitieren dürfte der Kurs derweil auch von einer Studie. Gemäss den Experten von Morgan Stanley könnte der Elektrotechniker punkto Wachstum überraschen. Häufig wachse das Auftragsbuch mit der US Industrieproduktion, die sich zuletzt stark zeigte. Bezüglich Profitabilität widerspricht der zuständige Analyst den konservativen Schätzungen seiner Kollegen.

Lafarge-Holcim (+1,0%) als weiterer zyklischer Titel führen derweil das Kurstableau an. Der Zementhersteller profitiere zusammen mit weiteren Konkurrenten von den in den USA angedachten Infrastrukturprogrammen, heisst es aus Händlerkreisen.

Swisscom nach Abostrukturumbau gesucht

Gesucht sind auch Swisscom (+0,5%). Der Telekomkonzern krempelt seine Struktur für Bündelabos um, wobei er das Baukastenprinzip einführt. Damit können Kunden ihre Bausteine aus Handy, TV, Internet und Festnetztelefonie selber zusammenstellen.

Bâloise (+0,3%) profitieren von einer Kurszielerhöhung durch Vontobel. Der zuständige Analyst erwarte aufgrund des starken Heimmarktes solide Jahreszahlen für 2016. Mit Swiss Life und Zurich bewegen sich weitere Erstversicherer im Rahmen des Marktes.

Bei UBS (-1,1%) wirkt nicht beruhigend, dass ein US-Bundesgericht eine Klage gegen mehrere Grossbanken wegen mutmasslicher Manipulationen des Referenzzinssatzes Euribor in grossen Teilen mangels Beweisen verworfen hat. Bei CS (-0,8%) hat Dodge & Cox International seine Beteiligung leicht auf 2,67% von 3,03% reduziert.

Roche (-0,7%) gehören am Morgen zu den grössten Verlierer, wogegen sich die übrigen Schwergewichte Novartis (-0,1%) und Nestlé (+0,4%) besser halten. News gibt es zu Galenica (-0,4%). Der Gesundheitskonzern übernimmt die Kommerzialisierungsrechte für die Schweizer Traditionsmarken Merfen und Vita-Merfen von GSK Consumer Healthcare Schweiz AG.

Leclanché trotz guten Jahreszahlen im Verkauf

Im breiten Markt stehen die Aktien der Bellevue Group (unv.) im Fokus. Die Finanzgruppe stellt ihre Brokerage- und Corporate Finance-Aktivitäten 2017 ein und baut deshalb bis zu 25 Arbeitsstellen ab. Sie rechnet mit Kosten von 3 bis 5 Millionen Franken. Auf die anderen Geschäftsaktivitäten habe die Einstellung keine Auswirkungen, hiess es.

Ausserdem hat Leclanché (-1,4%) im Geschäftsjahr 2016 mehr umgesetzt. Die Erlöse nahmen laut vorläufigen und ungeprüften Zahlen um 56% auf 28 Millionen Franken zu. Bei KTM (+3,2%) will Hauptaktionärin Pierer Industrie einen Anteil von 12,1% der KTM-Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung an qualifizierte Anleger verkaufen. Durch die Privatplatzierung soll die Handelsliquidität der Aktie an der SIX Swiss Exchange erhöht und der Aktionärskreis erweitert werden.

(AWP)