Aktien Schweiz - Die Schweizer Börse kommt nicht vom Fleck

Die Kurse an der Schweizer Börse bewegen sich am Mittwochmorgen kaum.
08.02.2017 10:50
Nach der Zahlenpräsentation am Mittwoch die gefragteste SMI-Aktie: Swisscom.
Nach der Zahlenpräsentation am Mittwoch die gefragteste SMI-Aktie: Swisscom.
Bild: cash

Der SMI notiert um 10.45 Uhr praktisch unverändert bei 8372 Punkten. Am Dienstag war der Leitindex um 0,5 Prozent gestiegen.

Das Umfeld präsentiert sich laut Börsianern weiterhin robust. Die Wall Street setze ihren Rekordkurs fort und zusätzliche Unterstützung gebe es von den Firmenbilanzen, die bisher überwiegend positiv ausgefallen seien. Bei den meisten US-Unternehmen habe sich die Ergebniserholung, die im dritten Quartal eingesetzt habe, in den letzten drei Monaten 2016 fortgesetzt, heisst es in "Research Daily" der Credit Suisse. "Es ist zwar noch zu früh, bedeutende Schlüsse zu ziehen, erste Anzeichen sprechen aber dafür, dass sich Europa in eine ähnliche Richtung wie der US-Markt bewegt."

Im Fokus der Anleger stehen die Firmenbilanzen. Enttäuschungen habe es kaum gegeben, heisst es. Die Standardwerte notieren meist fester. An die Spitze setzen sich die Aktien von Swisscom mit einem Plus von 1,4 Prozent. Der Telekomkonzern hat dank Sondereffekten und Sparrunden den Gewinn deutlich gesteigert und will eine unveränderte Dividende von 22 Franken je Aktie ausschütten. "Swisscom konnte die Erwartungen mehr als nur erfüllen", schreibt ZKB-Analyst Andreas Müller. Der Ausblick für 2017 zeige Stabilisierungstendenzen. Ein Lichtblick seien die tieferen Kosten und der nur noch leichte Umsatzrückgang. Die "Kauf"-Empfehlung werde bestätigt.

ABB erfüllt Erwartungen nicht

Dagegen büssen die Anteile von ABB 2,2 Prozent ein. Der Elektrotechnikkonzern hat seinen Auftragsschwund im vierten Quartal vorerst gestoppt. Der Nettogewinn konnte sich auf 489 Millionen Dollar mehr als verdoppeln. Dennoch blieb das Unternehmen beim Überschuss deutlich hinter den Erwartungen der Analysten zurück. "ABB schlägt sich operativ sehr gut, hat aber an mehreren Fronten mit Problemen zu kämpfen", schreibt Vontobel-Analyst Panagiotis Spiliopoulos. ABB habe aber 2017 zu einem Übergangsjahr erklärt, sagte der Experte und verwies auf den niedrigeren Auftragsbestand. "Dies könnte sich negativ auf den Umsatz im ersten Halbjahr auswirken."

Die Aktie von Syngenta steigt um 1,4 Prozent. "Die Zahlen sind unter den Erwartungen", heisst es am Markt. Aber diese spielten angesichts der geplanten Übernahme durch Chem China ohnehin keine allzu wichtige Rolle. Der Agrarchemiekonzern rechnet nicht mit einer weiteren Verzögerung bei der Übernahme. Die für den Deal ausschlaggebenden Genehmigungsprozesse in den USA und der EU machten gute Fortschritte, sagte Syngenta-Chef Erik Fyrwald am Mittwoch zur Nachrichtenagentur Reuters. Syngenta geht von einem Abschluss der Transaktion im zweiten Quartal dieses Jahres aus.

Vontobel-Aktie auf der Verkaufsliste

Mit Verkäufen reagierten die Anleger auf die Jahreszahlen der Bank Vontobel. Der Vermögensverwalter hat den Gewinn zwar gesteigert und will auch mehr Dividende ausrichten. Aber beim Neugeld harze es und die Bank habe keinen Ausblick abgegeben, schreibt die ZKB.

Die Anteile der als krisenresistent geltenden Pharmawerte Novartis und Roche sind gehalten, die der Lebensmittelfirma Nestlé stehen 0,7 Prozent höher.

Uneinheitlich zeigen sich die Finanzwerte. Bei den Versicherungen sind Zurich Insurance am Tag vor der Bilanzvorlage um 0,3 Prozent schwächer.

Auch bei den Papieren zyklischer Firmen herrscht keine klare Richtung. Clariant steigen um 1,2 Prozent auf 18,76 Franken. Kepler Cheuvreux hat das Kursziel für den Chemiekonzern auf 22 von 19 Franken erhöht. Adecco sinken hingegen um 0,6 Prozent. Jefferies hat die Empfehlung für den Anteil des Personalvermittlers auf "Underperform" von "Neutral" gesenkt.

(Reuters)