Aktien SchweizDie Schweizer Börse steht am Mittag leicht im Minus

Am Schweizer Aktienmarkt notieren die Indizes am Freitagmittag leicht im Minus. Insgesamt sei die Stimmung im Handel gedämpft, so ein Händler in Zürich.
17.02.2017 13:00
Für einige Zykliker, unter anderem auch für die Swatch-Aktie, gibts am Freitag an der Schweizer Börse hartes Brot zu essen.
Für einige Zykliker, unter anderem auch für die Swatch-Aktie, gibts am Freitag an der Schweizer Börse hartes Brot zu essen.
Bild: Bloomberg

Die Volumen seien trotz dem "kleinen" Optionsverfall insgesamt recht dünn. Weiterhin lauerten für die Anleger eine Reihe von Gefahren, sagt der Marktteilnehmer mit Verweis auf den Streit um die Griechenland-Schulden und die anstehenden Wahlen in verschiedenen EU-Ländern.

Zunehmend skeptisch wird von Beobachtern auch die Rekordjagd der vergangenen Tage an den US-Märkten kommentiert. Auch wenn von US-Präsident Donald Trump weiterhin grossangelegte Steuersenkungs- und Ausgabenprogramme erwartet werden bleibe fraglich, inwieweit er damit die bereits eingepreisten Erwartungen erfüllen könne, meint ein weiterer Kommentator. Am Schweizer Markt ist die Nachrichtenlage zum Wochenausklang derweil dünn. Für etwas Bewegung könnte am Nachmittag noch die Veröffentlichung des US-Frühindikators sorgen.

Der SMI gibt bis Mittag um 0,2% auf 8453 Punkte nach. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,3% auf 1343 und der breite SPI gibt 0,2% auf 9257 Stellen nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 19 im Minus, 8 im Plus und 3 unverändert.

Zykliker teilweise stärker unter Druck

Die stärksten Verluste unter den Bluechips entfallen auf die Titel des Backwarenkonzerns Aryzta (-2,0%), die sich in den vergangenen Tagen nach den Abgängen im vielkritisierten Management noch erholt hatten. Deutliche Abschläge verzeichnen zudem verschiedene zyklische Werte, darunter die Uhrentitel Richemont (-1,5%) und Swatch (-1,1%) wie auch Adecco (-1,1%) oder Lafarge-Holcim (-0,6%).

Auch Finanzwerte zeigen sich mehrheitlich schwach. So geben die Versicherungstitel Swiss Re (-0,7%) und Zurich (-0,6%) ebenso nach wie die Bankenaktien Julius Bär (-1,1%) und UBS (-0,8%). Im Plus notieren dagegen Credit Suisse (+0,4%), auch wenn die Titel einen Teil der frühen Kursgewinne wieder eingebüsst haben. Unterstützung erhalten CS von Analystenstudien von Merrill Lynch und Morgan Stanley. Letztere stufen das CS-Rating im Nachgang zur Zahlenvorlage vom Dienstag auf "Overweight" hoch und attestieren dem Titel ein Kurspotenzial von rund 20%.

Die schwergewichtigen Nestlé (+0,2%) haben im Handelsverlauf ins Plus gedreht und erholen sich damit etwas von Abgaben des Vortags nach einem insgesamt enttäuschenden Jahresergebnis. Am Freitagmorgen haben zahlreiche Research-Häuser Kommentare zum Jahresabschluss veröffentlicht und die Kursziele dabei mehrheitlich leicht nach unten revidiert. Fast alle Analysten - darunter UBS, Goldman Sachs oder Deutsche Bank - bleiben aber bei ihren Kaufempfehlungen, während ZKB auf "Marktgewichten" gesenkt hat.

Pharmatitel bewegen sich kaum

Die Pharma-Schwergewichte Novartis (unv.) und Roche (+0,1%) entwickeln sich verhalten positiv. Das Jefferies-Aktienresearch hat die Kaufempfehlung für beide Pharma-Schwergewichte bei je leicht angehobenem Kursziel bekräftigt. Bei Novartis setze er auf anziehende Umsätze des Herzmittel Entresto, kommentiert der Analyst. Bei Roche erwarte er derweil einen positiven Ausgang der "seit langem erwarteten" wichtigen "Aphinity"-Studie zu den Brustkrebsmedikamenten des Pharmakonzerns.

Zulegen können zudem Clariant (+0,4%), die am Vortag nach einem durchzogenen Jahresergebnis noch nachgegeben haben. Die Analysten von Goldman Sachs unterstreichen in einer Studie vom Freitag allerdings eine verbesserte Ertragsqualität des Chemiekonzerns und attestieren ihm gutes Wachstumspotenzial - entsprechend erhöhen sie ihre Empfehlung auf "Buy" von "Neutral". Anderer Meinung ist allerdings etwa das Bernstein-Research, das bei "Underperform" bleibt.

Am breiten Markt können sich die Aktien des Dentalimplantatherstellers Straumann (+2,4%) deutlich erholen, nachdem sie am Vortag nach der Zahlenvorlage Kursverluste erlitten hatten. Die Cembra Money Bank (+0,1%) hat indes die Übernahme des waadtländischen Rechnungsfinanzierers Swissbilling für "unter 10 Millionen Franken" bekanntgegeben. Die Vontobel-Analysten sprechen von einer "bescheidenen" Transaktion.

(AWP)