Aktien Schweiz - Die Schweizer Börse tritt an Ort

Der Schweizer Aktienmarkt setzt am Mittwoch den eher richtungslosen Handel der beiden Vortage fort und zeigt sich nur wenig verändert.
05.04.2017 13:00
Wechselts auf Grün oder auf Rot? Die Schweizer Börse kennt bis Mittwochmittag keine Richtung.

Der Leitindex SMI pendelt bei einer geringen Schwankungsbreite um den Vortagesschluss um die Marke von 8650 Punkten. Die Anleger würden sich zurückhaltend zeigen und für einen weiteren Anstieg fehlten ausschlaggebende Impulse, heisst es im Handel. Syngenta hat aus den USA und nun auch aus Europa grünes Licht für die Übernahme durch Chem-China erhalten und der Kurs bewegt sich weiter in Richtung des Gebots.

Für Zurückhaltung sorge auch die Politik. So schaue man auf das wichtige Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping. Abwartend würden sich die Investoren zudem vor der Veröffentlichung des FOMC-Sitzungsprotokolls am Abend zeigen, das Aufschluss über die Konjunkturbeurteilung des Fed geben könnte. Zuvor werden am Nachmittag noch in den USA der ADP-Bericht zur Beschäftigung sowie Markit-PMI und ISM-Index veröffentlicht. Die US-Futures deuten ebenfalls auf eine geringe Bewegung hin.

Der SMI notiert gegen Mittag mit einem kleinen Plus bei 8650 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt ebenfalls minimal auf 1372 Punkte zu und der breite SPI 0,1% auf 9641 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 15 im Plus, 13 im Minus sowie 2 (Galenica und Clariant) unverändert.

Syngenta bald chinesisch

Bei Syngenta (+1,4%, 453,90 Franken) hat die Übernahme durch Chem-China gleich zwei wichtige Hürden genommen. Die US-Wettbewerbsbehörde Federal Trade Commission (FTC) und auch die EU-Kommission haben dem Verkauf unter Auflagen grünes Licht gegeben. Der Konzern rechnet mit dem Vollzug im zweiten Quartal. Das FTC hat den Verkauf von drei Typen von Pestiziden zur Bedingung gemacht, in Europa muss sich Chem-China von einem Teil des Geschäfts trennen. Die Offerte für die Aktie beträgt 465 Dollar plus einer Sonderdividende von 5 Franken.

Die Aktien von Zurich liegen mit +1,1% (2666,70 Franken) ebenfalls klar höher und knüpfen damit an die positive Entwicklung vom Vortag an. Nun hat Berenberg die Einstufung auf "Buy" von "Hold" angehoben und das Ziel von 288 Franken bestätigt. Bereits gestern hatte das "Buy"-Votum von Goldman Sachs den Aktienkurs angetrieben.

Positiv fallen zudem die Grossbanken CS (+0,8%) und in geringerem Masse UBS (+0,3%) auf, die damit die Abgaben vom Vortag etwas wettmachen können. Auch Julius Bär (+0,5%), Givaudan (+0,5%) oder Actelion (+0,4%) legen stärker zu.

Kühne+Nagel (+0,7%, 141,70 Franken) zeigen sich unbeeindruckt von einer Kurszielsenkung bei J.P. Morgan auf 141 (145) Franken. Für Swiss Re (+0,3%, 89,80 Franken) hat die Royal Bank of Canada das Kursziel um 4 auf 106 Franken gesenkt.

Dividendenabschlag auf der Swisscom-Aktie

Beim grössten Verlierer Swisscom (-4,7% oder -21,60 Franken) macht sich der Dividendenabschlag von 22 Franken bemerkbar. Die Aktien hatten bereits am Vortag abgegeben. Auch Dufry (-1,1%) sowie die Uhrenwerte Richemont (-0,8%) und Swatch (-1,0%) finden sich auf der Abgabenseite.

Die Pharmawerte Roche (+0,1%) und Novartis (-0,4%) zeigen sich uneinheitlich. Bei Roche fällt die Genehmigung für den CINtec-Histology-Test durch die FDA nicht ins Gewicht. Das dritte Schwergewicht Nestlé (+0,1%) kann leicht zulegen.

Im breiten Markt fallen AMS mit +4,8% auf neuem Jahreshoch auf. Am Markt wird darüber spekuliert, dass mit den iPhone 8 neue Aufträge winken könnten. Darauf gebe es Hinweise seitens asiatischer Zulieferer, heisst es. Grösster Gewinner ist Myriad (+7,1%) im Vorfeld des am Donnerstag geplanten Produkt- und Neuheiten-Updates.

Vontobel profitiert von gutem Start ins Jahr

Vontobel (+1,2%, 57,90 Franken) hat im Vorfeld der GV von einem guten Start ins Jahr gesprochen. Die betreuten Kundenvermögen lägen auf Rekordhöhe und die Ertragslage sei solide. Zudem hat Baader Helvea das Kursziel auf 53 von 50 Franken angehoben und das Hold-Rating bestätigt.

Am Vorabend hat der Batteriehersteller Leclanché (+0,4%) einen höheren Verlust für das vergangene Jahr gemeldet. Addex (-2,5%) hat erneut unter den Strich einen Verlust ausgewiesen, der jedoch geringer ausfiel als im Vorjahr.

Etwas im Blick sind nach Zahlen auch MCH (-5,5%). Die Messebetreiberin hat ein stärkeres Jahr 2016 verbucht, was jedoch durch die mehrjährigen Zyklen wichtiger Messetermine bedingt war. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien spürbar schwieriger geworden, hiess es.

(AWP)