Aktien Schweiz - Diese SMI-Titel sind mit Rabatt erhältlich

Vor vier Wochen setzten die Börsen-Turbulenzen ein. Auch der SMI blieb davon nicht verschont. Jetzt, wo sich der Staub etwas gelegt hat, können Anleger nach Aktien Ausschau halten, die etwas zu stark korrigiert haben.
21.02.2018 06:43
Von Pascal Züger
Am SMI haben sich die Preise für zahlreiche Aktien in den letzten Wochen reduziert.
Am SMI haben sich die Preise für zahlreiche Aktien in den letzten Wochen reduziert.
Bild: pixabay.com

Minus 6,5 Prozent: Die Performance des Swiss Market Index (SMI) in den letzten vier Wochen ist alles andere als erquicklich. Dabei waren es weniger enttäuschende Gewinnzahlen der Unternehmen, die dem Leitindex zusetzten (wobei dies teilweise auch der Fall war), als vielmehr eine generelle Börsenverunsicherung.

Doch nach dem ganzen Wirbel scheint sich der Staub inzwischen gelegt zu haben. Die Kurse stabilisieren sich, in der vergangenen Woche verzeichnete der SMI mit einem Kursplus von 3,5 Prozent sogar die stärkste Woche seit Dezember 2016. Höchste Zeit für Anleger also, die Schweizer Börse nach interessanten Einstiegsmöglichkeiten zu durchforsten.

Nachdem cash vergangene Woche bereits Nebenwerte genauer unter die Lupe nahm, sind nun die "Flop 5" aus dem Leitindex an der Reihe (zur SMI-Performance-Tabelle):

ABB – Wird in der Zukunft alles besser?

Den unrühmlichen Spitzenplatz in der Flop-Rangliste nimmt ABB ein, mit minus 13 Prozent in den letzten vier Wochen (aktuell bei 24 Franken). Dies, nachdem die ABB-Aktie im letzten Jahr seit langem wieder einmal nachhaltig über 20 Franken kletterte. Der Industriekonzern kann für diese Performance nicht alleine die negative Stimmung an der Börse verantwortlich machen. Denn: Das Schlussquartal 2017 war enttäuschend, die Erwartungen für Umsatz und Reingewinn wurden relativ deutlich verfehlt.

Doch nun könnte die Talsohle durchschritten sein. 2018 dürften Wachstum und Gewinnmarge wieder anziehen - auch wenn einige Analysten die Schätzungen für das laufende Jahr jüngst etwas nach unten korrigieren mussten. Die Dividendenrendite von 3,3 Prozent ist solide und auf die lange Frist ist ABB sowieso ein interessanter Titel: Das Unternehmen gilt als sehr innovativ und ist in Zukunftsfeldern wie Robotik und moderne Energielösungen stark aufgestellt. Anleger dürfen also hoffen, dass sich die ABB-Aktie wieder deutlicher weg bewegt von der 20-Franken-Marke.

Lonza - Opfer des eigenen Erfolgs

Einen Umsatzanstieg von 23,5 Prozent und einen Sprung des operativen Gewinns um fast die Hälfte: Viele Firmen können von solchen Zahlen, wie sie Lonza im Jahr 2017 lieferte, nur träumen. Doch beim Life-Science-Konzern führte eben dieses Resultat zu einem Verkaufsdruck der Aktie. In den letzten vier Wochen beträgt die Performance minus 10 Prozent.

Das zeigt, wie hoch die Erwartungshaltung an die Firma inzwischen geworden ist. Bereits seit Jahren geht es operativ immer aufwärts. Auch der Aktienkurs folgte - bis vor kurzem - dieser Entwicklung: War die Lonza-Aktie im Juni 2012 noch etwas über 30 Franken wert, so sind es inzwischen 243 Franken.

Kursentwicklung Lonza-Aktie in den letzten 10 Jahren, Quelle: cash.ch

Trotz der jüngsten Korrektur ist Lonza mit einem geschätzten Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 2018 von 25 immer noch im teuren Bereich. Wichtig für das weitere Kurspotenzial wird nun die operative Entwicklung von Capsugel sein. Die US-Firma wurde Ende 2016 für 5,5 Milliarden Dollar erworben und bietet Lonza nun überdurchschnittliches Wachstumspotenzial im Gesundheitsbereich. Die Erwartungshaltung bleibt hoch, weitere Enttäuschungen sind nicht ausgeschlossen.

Nestlé – Gelingt Mark Schneider der Umbruch?

"Das Geschäftsjahr 2017 war ein Übergangsjahr, und zwar ein hartes", steht in einem aktuellen Kommentar der Bank Vontobel über Nestlé geschrieben. Es war das erste Jahr unter dem neuen CEO Mark Schneider, der beim Nahrungsmittelkonzern so einiges umkrempeln will.

Nicht weniger als neun Zukäufe hat Schneider seit seinem Amtsantritt bereits getätigt. Gleichzeitig werden weniger profitable Bereiche abgestossen, etwa das US-Süsswarengeschäft. Das führte im vergangenen Jahr zu hohen Restrukturierungskosten und zu einem langsameren Wachstum. Auf die mittlere Frist soll dadurch aber die Gewinnmarge gesteigert werden.

Nestlé ist nach einem 10-prozentigen Taucher in den letzten vier Wochen und einem geschätzten KGV 2018 von 19 einiges günstiger geworden. Auch die Dividendenrendite von 3,1 Prozent spricht für die Aktie. Darüber hinaus besitzt das Unternehmen viel Cash, mit welchem weitere gezielte Zukäufe und Aktienrückkaufprogramme denkbar sind.

UBS -  Die Lage hellt sich auf

Die UBS lieferte zwar kein schlechtes viertes Quartal 2017 ab, konnte aber gleichzeitig auch nicht vollends überzeugen. Für das laufende Jahr rechnet nun der Vermögensverwalter Mirabaud in einer Analyse mit einem belebten Neugeldwachstum und einem Ende des Margenrückgangs im Wealth Management.

Für Bankentitel im Allgemeinen spricht das langsam anziehende Zinsumfeld und die starke globale Konjunktur. Die UBS selbst befindet sich in einer soliden Eigenkapitalsituation, ist mit ihrer Neuausrichtung schon einiges weiter fortgeschritten als etwa die Credit Suisse und zahlt auch eine ordentliche Dividende aus (Dividendenrendite 3,8 Prozent). Die Kurskorrektur seit dem 23. Februar (-9 Prozent) scheint übertrieben. Eine Erholung zeichnet sich ab.

Geberit – Höhere Preise und höhere Marge

Turbulent ist die Aktienkursentwicklung beim Sanitärtechniker Geberit nicht erst seit Ende Januar. Wie der Chart der letzten 52 Wochen zeigt, ging es bereits davor immer mal wieder hoch und runter - bedingt durch einige durchzogene Quartalsergebnisse im letzten Jahr. In der Endabrechnung ist die Aktie nun wieder ungefähr auf dem Stand von vor 52 Wochen.

Kursentwicklung Geberit-Aktie in den letzten 52 Wochen, Quelle: cash.ch

Mut macht den Anlegern das vergangene Quartal, wo sich im Schweizer Markt eine unerwartet hohe Wachstumsdynamik zeigte. Für Geberit spricht ausserdem die Preismacht, die der europäische Marktführer im Sanitärbereich besitzt.

Wie die Neue Helvetische Bank in einem Kommentar schreibt, erhöht Geberit jedes Jahr Anfang April die Preise um ungefähr 1 Prozent. In der Schweiz soll diese Preisanpassung im laufenden Jahr sogar noch höher ausfallen. Das zahlt sich in einer höheren Marge aus. Nichtsdestotrotz ist der Titel mit einem KGV 2018 bei 26 bereits sehr teuer bewertet, die Luft nach oben wird für die Aktie daher dünn.

Entwicklung der SMI-Titel

Flop 10 Performance 4 Wochen, in % Top 10 Performance 4 Wochen, in %
ABB -13 Swatch +1
Lonza -10 Swiss Re +1
Nestlé -10 Zurich -2
UBS -9 Swisscom -2
Geberit -8 Novartis -4
LafargeHolcim -8 Swiss Life -5
Sika -8 Julius Bär -5
SGS -6 Richemont -5
CS -6 Adecco -5
Roche -6 Givaudan -6

Quelle: cash.ch, Stand 20.02.2018