Aktien Schweiz - Kleine Verluste in impulslosem Handel an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt bewegt sich am Donnerstagmittag in einem wenig animierten Handel etwas unter den Vortageskursen. Den Dividendenpapiere fehle es an grossen Impulsen, heisst es im Handel.
23.02.2017 13:05
Wenig Impulse an der Schweizer Börse am Donnerstag.

Noch sei aber die laufende Aufwärtsbewegung an den Börsen intakt, das aktuelle Treten an Ort und Stelle könnte daher auch als Verschnaufpause auf dem Weg nach oben interpretiert werden.

Auch das am Vorabend publizierte Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung habe insgesamt keine neuen Erkenntnisse gebrachte, heisst es weiter. Die Währungshüter wollen die Zinsen recht zügig anheben, wobei der Interpretationsspielraum recht gross sei. Viele Investoren hatten hier mit einem offensiveren Kurs gerechnet. In der Schweiz stehen nach Jahreszahlen Swiss Re im Fokus.

Der SMI steht am Mittag 0,2% tiefer bei 8567 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,1% auf 1360 und der breite SPI um 0,2% auf 9387 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 15 im Minus, 13 im Plus und 2 unverändert.

Swiss Re nach Jahreszahlen im Verkauf

Swiss Re haben sich von ihrem Tagestief erholt, zieren mit minus 1,1% aber immer noch das Ende der SMI-Rangliste. Der Rückversicherer konnte - anders als in den ersten neun Monaten 2016 - die Gewinnerwartungen im Schlussquartal nicht erfüllen. Eine kräftige Dividendenerhöhung und die geplanten Aktienrückkäufe werden an der Börse zwar begrüsst, trösten jedoch nicht über die Gewinnenttäuschung hinweg.

Die Aktien anderer Versicherer bewegen sich hingegen wenig auffällig: Bâloise sinken um 0,2%, Zurich Insurance und Swiss Life um jeweils 0,1%. Die Grossbankenaktien Credit Suisse (-0,3%) und UBS (+0,1%) stechen ebenfalls nicht heraus.

Eine gute Nachfrage besteht hingegen in Papieren wie Galenica (+0,8%), Aryzta (+0,6%) und Swisscom (+0,3%). Gefragt sich auch einige zyklische Werte wie Geberit, Kühne+Nagel (je +0,3%) oder Lafarge-Holcim (+0,2%).

Pharmaschwergewichte unter Druck

Die defensiven Schwergewichte belasten auf der anderen Seite die Indizes: Roche-Bons büssen 0,6% ein. Der Pharmakonzern musste am Morgen einen Todesfall in einer klinischen Studie mit seinem Hoffnungsträger Emicizumab vermelden. Demnach ist in der Hämophilie (Bluterkrankheit)-Studie HAVEN-1 ein Patient nach Nebenwirkungen verblutet.

News gab es auch von Novartis: Für dessen Medikament Zykadia hat die US-Gesundheitsbehörde FDA für eine bestimmte Form von Lungenkrebs ein beschleunigtes Zulassungsverfahren erteilt. Weil dem Präparat in der Indikation von Analysten aber kein Blockbusterpotenzial beigemessen wird, reagieren die Papiere der Basler mit -0,1% kaum darauf.

Sika steigen um 0,2%. Hier könnte es nach Handelsende interessant werden, wird dann doch der französische Bauriese Saint-Gobain seine Jahreszahlen zeigen und sich eventuell zu seinen umstrittenen Kaufplänen für die Innerschweizer äussern. Sika selbst wird am (morgigen) Freitag die Bücher öffnen. Dabei dürfte sich einmal mehr zeigen, dass sich das Zielobjekt in 2016 deutlich besser als der Jäger entwickelt hat.

Bell-Aktie taucht nach Bilanzpräsentation

Im breiten Markt ist die Berichtssaison mit voller Fahrt unterwegs. Mit Jahreszahlen aufgewartet haben - in alphabetischer Reihenfolge - der IT-Logistiker Also (unverändert), die Basler Kantonalbank (+0,6%), der Fleischverarbeiter Bell (-7,4%), die auf Konsumkredite spezialisierte Cembra Money Bank (+5,2%) sowie der Baukonzern Implenia (-1,6%).

Beim österreichischen Motorradhersteller KTM hat derweil der Hauptaktionär seinen Anteil gesenkt und 12,1% des Kapitals bei qualifizierten Anlegern platziert. Die Aktien wurden zu einem Preis von 4,90 Franken je Aktie untergebracht - entsprechend büssen die KTM-Papiere an der Börse 9,2% auf 5,22 Franken ein.

Mit der Immobiliengesellschaft Varia US Properties (+1,0%) hat sich ein zweiter Börsenneuling gemeldet. Varia hat die Gelder, die sie beim Gang an die Schweizer Börse eingenommen hat, in neue Liegenschaften investiert.

(AWP)