Aktien Schweiz - Knappes Plus - Pharma-Bluechips stützen

Leichter Optimismus macht sich breit: Der Schweizer Aktienmarkt schwankt am Donnerstag zur Mittagszeit knapp über dem Schluss vom Vortag.
30.03.2017 12:45
Die Kurse an der Schweizer Börse ziehen leicht an.
Die Kurse an der Schweizer Börse ziehen leicht an.
Bild: cash

Gute Wirtschaftsdaten, steigende Unternehmensgewinne und nun die Bestätigung der US-Notenbank, angesichts guter Datenlage die Zinsen weiter anheben zu wollen, schüre einerseits den Optimismus unter den Aktienkäufern, heisst es am Markt. Umfragen zeigten, dass auch von der Frankreich-Wahl weniger Ungemach drohen könnte als zunächst befürchtet. Derweil hat sich die Wirtschaftsstimmung in der Eurozone im März auf hohem Niveau leicht eingetrübt.

Momentan seien interessanterweise defensive Anlageformen wie Bonds und Gold bei den Anlegern ebenso gefragt wie Aktien, so ein Experte. Angesichts des geldpolitischen Straffungskurses der grossen Notenbanken in den USA und China sei die Gefahr einer Korrektur aber hoch. Am Mittwochabend hatten mehrere US-Notenbanker angedeutet, dass es im laufenden Jahr mehr als drei Zinsanhebungen geben könnte. Steigende Zinsen sind ein potenzieller Belastungsfaktor für die Börsen, da sie die Attraktivität von Aktien im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren schmälern können.

Der Swiss Market Index (SMI) gewinnt gegen 12.00 Uhr 0,14% auf 8'673,75 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt 0,19% auf 1'373,11 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,15% auf 9'622,14. Bei den 30 wichtigsten Titeln stehen 19 im Plus, sechs im Minus und fünf unverändert.

Gesucht sind insbesondere die Pharmawerte Actelion (+0,7%), während Roche (+0,2%) und Novartis (+0,1%) lediglich minim vorrücken. Die zwei Schwergewichte konnten mit positiven Neuigkeiten aufwarten: Roche erhält Rückendwind für Rituximab bei der Zulassung zur subkutanen Verabreichung bei bestimmten Blutkrebsarten in den USA. Ein beratendes Komitee der US-Gesundheitsbehörde FDA habe diese einstimmig empfohlen.

Novartis hat indes von der FDA für die CAR-T-Zelltherapie zur Behandlung von Kindern und jungen Erwachsenen mit akuter lymphoblastischer Leukämie (ALL) ein beschleunigtes Zulassungsverfahren erhalten.

Nach anfänglich deutlicheren Einbussen legen Lonza (+1,2%) mittlerweile kräftig zu. Die Aktionäre reagieren am Donnerstag damit gelassen auf eine grosse Kapitalerhöhung. Der Basler Pharmazulieferer hatte am Morgen mitgeteilt, wie er den 5,5 Mrd USD teuren Kauf des US-Kapselherstellers Capsugel finanzieren will. Das Ausmass der Kapitalerhöhung überrascht die Experten aber nicht.

Noch etwas weiter vorne stehen Dufry (+1,5%) und auch Adecco (+1,1%) notieren deutlich im Plus.

Die Grossbankenwerte UBS (+0,3%) und CS (+0,2%) legen lediglich leicht zu. Mit Blick auf einen möglichen IPO der Credit Suisse Schweiz AG sagte VRP Urs Rohner in einem am Donnerstag erschienenen Interview mit der "Weltwoche", dass die Bank "nicht unter besonderem Zeitdruck" sei.

Sika unter Druck

Deutliche Verluste verbuchen dagegen Sika (-0,9%). Am Vorabend hat Baader Helvea in einer Sektorstudie das Rating für die Aktien auf "Hold" von zuvor "Buy" gesenkt. Seit Mitte November sei der Aktienkurs um mehr als 20% gestiegen, heisst es. In der Bewertung seien bereits viele positive Erwartungen enthalten. Hinzu kommt auch der andauernde Streit zwischen der Erbenfamilie Burkhard und dem Sika-Management, wobei erstere an der anstehenden GV eine geringere Erhöhung der Dividende durchsetzen will.

Nennenswerte Einbussen verzeichnen zudem noch Galenica (-0,9%) und Swisscom (-0,6%). Für Swisscom bestätigte Berenberg das Verkaufsempfehlung und senkte das Kursziel.

Am breiten Markt geben Wisekey (-2,7%) deutlich ab, nachdem die angedachte Fusion mit Openlimit geplatzt ist. Sunrise (-1,2%) leiden unter einer Rückstufung - aus Bewertungsgründen - auf "Hold" durch Berenberg.

Bei GAM (+3,3%) geht unterdessen die Auseinandersetzung zwischen Management und Verwaltungsrat auf der einen Seite und RBR auf der anderen Seite weiter. Die Aktionärsgruppe fordert unter anderem einen CEO-Wechsel.

(AWP)