Aktien Schweiz - Kurzes Mütchen der Anleger an der Schweizer Börse

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch nach den überraschend starken US-Arbeitsmarktdaten kurz angezogen, gibt die Gewinne zum Handelsschluss aber wieder ab.
05.04.2017 17:45
Nach den überraschend guten Jobdaten aus den USA am Mittwoch gefragt: Bankaktien wie die von Julius Bär.
Nach den überraschend guten Jobdaten aus den USA am Mittwoch gefragt: Bankaktien wie die von Julius Bär.
Bild: Bloomberg

Der SMI steht zum Börsenschluss bei 8641 Punkten und damit 0,1 Prozent tiefer als am Vortag.

Im März schuf die die US-Wirtschaft nach Angaben der privaten Agentur ADP 263'000 Jobs - deutlich mehr als von Ökonomen geschätzt, die ein Plus von 187'000 veranschlagt hatten. Die Zahlen wurden als Beleg für die gute Verfassung der US-Wirtschaft genommen und drängten Sorgen der Investoren in den Hintergrund, dass US-Präsident Probleme haben könnte, seine ambitionierten Pläne zur Ankurbelung der Konjunktur durchzusetzen.

Weitere Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo weiterer Zinserhöhungen der US-Notenbank Fed erwarten die Marktteilnehmer vom Protokoll der Fed-Sitzung im März, das nach Börsenschluss in Europa veröffentlicht wird. Am Donnerstag steht der wöchentliche Arbeitsmarktbericht und am Freitag die amtliche monatliche Jobstatistik auf dem Programm. Zudem startet in Kürze die Saison der Quartalsbilanzen.

Kaum marktbewegenden Einfluss hat Händlern zufolge die zweite Fernsehdebatte im französischen Wahlkampf. Im Kampf um die Präsidentschaft behauptete der parteiunabhängige Emmanuel Macron am Dienstagabend auch nach dem zweiten Aufeinandertreffen der Kandidaten seine Favoritenrolle. "Es geht sowieso kaum jemand mehr von einem Wahlsieg von Marine Le Pen aus", sagt ein Börsianer.

Syngenta nach Genehmigungen für Verkauf im Fokus

Im Fokus der Anleger stand Syngenta. Die Aktien des Agrarchemiekonzerns steigen um 0,9 Prozent. Die Übernahme des Agrarchemiekonzern durch Chem China hat zwei wichtige Hürden genommen und ist auf Kurs zum Vollzug im zweiten Quartal. Die Kartellwächter der Europäischen Union und der USA genehmigten den 43 Milliarden Dollar schweren Deal unter Auflagen. Syngenta ist zuversichtlich, dass die Transaktion wie angestrebt im zweiten Quartal vollzogen werden kann.

Die starken US-Jobdaten schürten die Nachfrage nach Aktien von Banken und zyklischen Firmen. Die Aktien von Julius Bär ziehen 1 Prozent an, die der Grossbank Credit Suisse 0,1 Prozent . Die Titel der UBS geben dagegen zwischenzeitliche Gewinne wieder ab un verlieren 0,4 Prozent.

Die Zurich-Aktien steigen um 0,6 Prozent. Berenberg hat die Empfehlung für den Versicherer auf "Buy" von "Hold" angehoben. Bereits am Dienstag hatte eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs für einen kräftigen Anstieg gesorgt.

Bei den zyklischen Firmen erfreuen sich der Prüfkonzern SGS und der Aromen- und Dufthersteller Givaudan steigender Kurse. Der Personaldienstleister Adecco kann von den starken ADP-Zahlen nicht profitieren und geht unverändert aus dem Handel.

Auch Aktien von Industriefirmen gefragt

Gefragt waren auch die Anteile von Anlagen- und Maschinenbauern wie Oerlikon, Georg Fischer und VATABB-Aktien geben dagegen 0,3 Prozent nach,

Auch die Nestlé-Aktien notieren tiefer bei 76,50 Franken. UBS hob das Kursziel auf 84 von 81 Franken an und empfiehlt die Titel des Lebensmittelkonzerns zum Kauf. Auch die beiden anderen Index-Schwergewichte entwickelten sich unterschiedlich. Während Novartis 0,2 prozent verlieren, ziehen die Roche-Bons 0,4 Prozent an.

Schwächer sind die Aktien der Luxusgüterhersteller: Swatch fallen um 1,1 Prozent und Richemont ermässigen sich um 0,5 Prozent.

Am breiten Markt erholen sich Orascom mit einem Kursplus von 0,2 Prozent leicht nach dem Kurseinbruch am Vortag. Der Tourismus- und Baukonzern hatte am Dienstag tiefroten Zahlen für das vergangene Jahr angekündigt.

Kleines Kursfeuerwerk bei Komax

Die Komax-Aktien schiessen 4,7 Prozent hoch. Die Titel der Kabelmaschinenfirma stand zuletzt unter Abgabedruck, nachdem sie am 20. März ein Rekordhoch erreicht hatten.

Die Aktien der MCH Group fallen um 4,1 Prozent. Der Messebetreiber will trotz eines Gewinnzuwachses von 8 Prozent die Dividende unverändert lassen. Zudem stellte MCH einen Gewinnrückgang in Aussicht.

Gewinnmitnahmen drücken die Anteile von Walter Meier 0,7 Prozent ins Minus. Das Unternehmen hat seit Jahresanfang einen Fünftel an Wert gewonnen.

(Reuters/cash)