Aktien Schweiz - Schweizer Börse auf tieferem Niveau stabil

Für den Schweizer Aktienmarkt war der Auftakt am Donnerstag der bisher schwächste in dieser Woche. Im weiteren Handelsverlauf bewegte er sich dann aber in etwa auf dem Niveau seitwärts.
06.04.2017 13:05
Sitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Sitz der Credit Suisse am Paradeplatz in Zürich.
Bild: cash

Als Belastungsfaktoren nennen Händler das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank Fed, Aussagen zum US-Bankenmarkt sowie eine erhöhte Nervosität vor dem anstehenden Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping.

Wie das Sitzungsprotokoll der US-Notenbank zeigt, wollen die US-Währungshüter weiter an einer Verringerung ihrer aufgeblähten Bilanz arbeiten. Entsprechend halten die meisten Mitglieder eine Änderung der Reinvestionspolitik im Jahresverlauf für angemessen. Das habe den Markt tendenziell etwas auf dem falschen Fuss erwischt, heisst es. Die Nervosität vor dem für heute geplanten Treffen der beiden Staatsmänner Trump und Jinping begründen Marktakteure mit den Sorgen vor einem möglichen Handelskrieg, die zuletzt wieder hochgekocht waren.

Der SMI steht gegen Mittag um 0,5% tiefer bei 8599 Punkten. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, fällt um 0,4% auf 1365 Punkte und der breite SPI um 0,5% auf 9589 Zähler. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 24 im Minus und 6 im Plus.

Finanzsektor unter Druck

Besonders schwach zeigt sich hierzulande der Finanzsektor. Unter den Bluechips gehören die Anteilsscheine der Grossbanken UBS und Credit Suisse sowie der Privatbank Julius Bär mit Abschlägen zwischen 1,0 und 0,7% zu den grössten Verlierern. Händler verweisen auf Aussagen von Gary Cohn, den Wirtschaftsberater im Weissen Haus. Dieser habe sich für eine Aufspaltung der grossen Banken in Investmentbanken- und Kreditbankenteil ausgesprochen. Damit propagiert der frühere Goldman-Sachs-Manager den Glass-Steagall Act, der in der "Grossen Depression" verabschiedet worden war und 1999 unter Präsident Bill Clinton aufgehoben wurde.

Im breiten Markt folgen weitere Finanzwerte wie etwa die Papiere von Leonteq, EFG und auch die Aktien der Liechtensteinischen Landesbank, die zwischen 3,8 und 1,7% tiefer notieren.

Dass der Rücksetzer an diesem Tag breit aufgestellt ist, zeigt ein Blick auf die weiteren Verlierer, unter denen sich sowohl Zykliker als auch defensive Werte befinden.

Dufry-Investoren verschnupft

Besonders deutlich geht es noch für den Reisedetailhändler Dufry (-1,2%) abwärts. Investoren reagieren eher verschnupft auf die Tatsache, dass das Unternehmen künftig zwar alle Geschenke-Shops auf den vier Kreuzfahrtschiffen der spanischen Reederei Grupo Pullmantur betreiben wird. Bei der Vergabe der Konzessionen in Hongkong scheint der Konzern dagegen leer ausgegangen zu sein.

Überdurchschnittliche Verluste verzeichnen noch die Aktien von Lafarge-Holcim (-0,8%), und Adecco (-0,7%). Belastend für den Gesamtmarkt sind auch die Abschläge bei den drei Schwergewichten Roche (-0,8%), Novartis und Nestlé (beide -0,5%).

Dass sich die Aktien der Swiss Re (+0,3%) und der Swiss Life (-0,2%) dem insgesamt schwächeren Trend tendenziell widersetzen können, liegt an Analystenkommentaren. Bei der Swiss Life empfehlen die Experten von Kepler Cheuvreux die Titel nun zum Kauf, während die Analysten von Barclays bei der Swiss Re ihr Votum auf "Equal Weight" erhöht haben.

Wenig beeindruckt zeigen sich derweil die Aktien des Baustoffkonzerns Sika (-0,4%). Der französische Konzern Saint-Gobain hat am Morgen die Laufzeit der Kaufverträge mit der Familie Burkhard bis Ende 2017 verlängert.

Molecular Partners nach Rückzug von Kapitalgebern im Verkauf

Im breiten Markt fallen aus der Gesundheitsbranche die Aktien Molecular Partners (-1,0%) zurück, nachdem drei Venture-Capital-Firmen ihre Anteile an dem Biotechunternehmen gesenkt haben.

Die Papiere von Basilea (-0,6%) sind nach einem freundlichen Start ins Minus gedreht. Das Unternehmen hat ein Update zu seiner Produktpipeline gegeben.

Nach dem Kurssprung vom Vortag gehören auch die Papiere von Myriad (-3,3%) an diesem Morgen zu den deutlichen Verlierern. Das Technologieunternehmen Myriad versorgt die Investoren am Berichtstag mit einem Produkt-Update.

Bei den Gewinnern fallen unter anderem Orascom DH (+2,7%), Panalpina (+1,7%) und Ascom (+1,6%) mit ausgeprägteren Gewinnen auf.

(AWP)