Aktien Schweiz - Schweizer Börse gibt Gewinne wieder ab

Die Schweizer Börse ist verhalten ins zweite Quartal gestartet.
03.04.2017 17:40
Wie gewonnen, so zerronnen: die Schweizer Börse am Montag.

Zwar legte der Leitindex SMI zunächst zu - vor allem dank Kursgewinnen bei den beiden schwergewichtigen Pharmawerten Novartis und Roche. Doch im Lauf des Tages gab er seine Gewinne wieder ab: Ein mauer Börsenstart in den USA sowie ein Anschlag auf die U-Bahn in St. Petersburg drückten Händlern zufolge die Stimmung und die Anleger hielten sich zurück. "Es gibt wenig Aktivität. Die Impulse fehlen", sagt ein Börsianer. Zum Börsenschluss notiert der SMI bei 8634 Punkten 0,3 Prozent unter dem Niveau vom Freitag. Zum Ausklang der vergangenen Woche hatte der Leitindex ein halbes Prozent nachgegeben.

Bei einem Bombenanschlag auf die U-Bahn der russischen Metropole St. Petersburg sind mindestens neun Menschen getötet worden. 20 weitere wurden der russischen Anti-Terror-Behörde zufolge bei der Explosion in einem Waggon nahe einer Station am Montagnachmittag verletzt.

Zu den grössten Verlierern zählen Finanzwerte - allen voran die Credit Suisse, deren Titel 2 Prozent nachgeben. Die UBS-Aktie verliert 1,4 Prozent an Wert. Die CS bemüht sich mit einer breit angelegten Anzeigenkampagne nach den Razzien in drei ihrer Büros um Schadensbegrenzung. Die Bank hat im Zusammenhang mit einem Verfahren mehrerer europäischer Länder gegen mögliche Steuersünder zudem eine interne Untersuchung eingeleitet. Die Razzien hätten auf die Stimmung geschlagen, sagt ein Händler. "Das kommt bei den Anlegern nicht gut an."

Auch Versicherer und einige Zykliker bei den Verlierern

Der Versicherer Zurich verliert ebenfalls 1,9 Prozent an Wert. Auch die Aktien von Swiss Re geben 0,6 Prozent nach. Zu den Verlierern zählen darüber hinaus einige zyklische Werte wie der Elektronikkonzern ABB, der Luxusgüterhersteller Richemont sowie der Sanitärtechnikkonzern Geberit.

Die Pharmatitel Novartis und Roche halten sich hingegen besser: Novartis sind gehalten,  Roche legen 0,2 Prozent zu. Novartis meldete, dass eine Kombination der beiden Medikamente Tafinlar und Mekinist in der EU zur Behandlung von nicht-kleinzelligem (NSCLC) Lungenkrebs zugelassen wurde. Das Roche-Medikament Alecensa hat nach Angaben des Arzneimittelherstellers in einer spätklinischen Phase-III-Studie seine Wirksamkeit zur Behandlung von Lungenkrebs unter Beweis gestellt. Zudem profitierten die beiden Titel davon, dass der von US-Präsident Donald Trump nominierte neue FDA-Chef unter anderem seinen Rücktritt aus den Verwaltungsräten zahlreicher Pharmafirmen anbot, um seinen Weg an die Spitze der wichtigen Zulassungsbehörde freizumachen. Präsident Trump hat der Branche einerseits Preissenkungen angedroht, ihr andererseits aber auch eine Straffung der Zulassungsverfahren für neue Arzneien in Aussicht gestellt.

Mit Nestlé notiert das dritte Index-Schwergewicht um 0,1 Prozent leichter.

Evolva nach Zusammenarbeitsbekanntgabe gesucht

Am breiten Markt fallen die Aktien von Evolva mit einem Kursanstieg von 1,5 Prozent auf. Der Hersteller von Nahrungsmittelzusätzen hat mit seinem US-Partner Cargill eine neue Vereinbarung zur Produktion und Vermarktung des Süssstoffs EverSweet ausgehandelt.

Die Galenica-Aktien geben anfängliche Kursgewinne wieder preis und notieren 0,4 Prozent tiefer. Beim Börsengang der Konzerntochter Galenica Santé zeichnet sich ein Erfolg ab. Angesichts der grossen Nachfrage nach den Aktien des Apothekenbetreibers und -zulieferers erhöht Galenica das Angebot, engt die Kaufpreisspanne ein und verkürzt die Platzierungsperiode. An der Börse wird Galenica Santé bis zu 1,95 Milliarden Franken wert sein.

Die Titel von Schmolz+Bickenbach rücken nach optimistischen Äusserungen zum Geschäftsverlauf 6,5 Prozent vor. Das Umfeld hat sich nach Angaben des Stahlproduzenten in den vergangenen Monaten deutlich verbessert. Der Umsatz stieg in den ersten beiden Monaten um 12,3 Prozent auf 446,4 Millionen Euro und der bereinigte Betriebsgewinn (Ebitda) vervierfachte sich beinahe auf 40,9 Millionen Euro.

(Reuters)