Aktien Schweiz - Schweizer Börse legt eine Verschnaufpause ein

Die Schweizer Börse gibt am Freitag nach. Vor dem Wochenende scheuten die Anleger Risiken und strichen einen Teil der in den vergangenen Wochen erzielten Kursgewinne ein, sagen Händler.
24.02.2017 13:00
Am Freitagmorgen stehen die Zeichen an der Schweizer Börse auf Rot.

Der Handel verlaufe ruhig und Impulse fehlten weitgehend. Am Nachmittag könnten die US-Konjunkturzahlen für eine Belebung sorgen. "Die Anleger wagen sich auch nicht recht aus der Deckung. Alle reden von der politischen Verunsicherung und legen die Hände in den Schoss", sagt ein Börsianer. Der SMI sinkt bis Mittag um 0,7 Prozent auf 8506 Punkte.

Die nahende Präsidentschaftswahl in Frankreich sorge weiter für Verunsicherung. Umfragen zufolge wird Marine Le Pen die erste Runde am 23. April für sich entscheiden. Die Chefin des rechtsextremen Front National will ihr Land aus der Euro-Zone führen. "Die Wahlen in Frankreich stellen tatsächlich eine Bedrohung dar. Das sehen wir auch so", sagt ein Händler.

Im Mittelpunkt stehen Sika. Die Aktien der Bauchemiefirma notieren um ein halbes Prozent höher. Sika hat mitten im laufenden Übernahmestreit mit dem französischen Konkurrenten Saint-Gobain einen Rekordgewinn erzielt und ihr Rentabilitätsziel angehoben. Zudem sollen die Aktionäre 102 Franken Dividende erhalten - fast ein Drittel mehr als zuletzt. Dem Übernahmeversuch der Franzosen räumt Konzernchef Jan Jenisch keine grossen Erfolgschancen mehr ein. "Nach dem starken Urteil des Gerichts in Zug ist Saint-Gobain vom Tisch", sagte der Sika-Chef Jenisch auf der Bilanzpressekonferenz.

Lafarge-Holcim führt die Verliererliste an

Die Standardwerte liegen mit Ausnahme des Übernahmeziels Actelion im Minus. Die Aktien von Lafarge-Holcim führten die Verliererliste mit 2,5 Prozent Abschlag an. Händler sprechen von Gewinnmitnahmen, nachdem  der Aktienkurs des Zementproduzenten in den vergangenen fünf Wochen auf 75 Franken gestiegen ist von einem Tief bei rund 50 Franken. Lafarge-Holcim will am Donnerstag den Jahresabschluss veröffentlichen.

Die Aktien des Personaldienstleisters Adecco, der ebenfalls am Donnerstag die Bilanz vorlegen will, sinken um 1,8 Prozent.

Die Titel von Swatch fallen um 1,2 Prozent. Berenberg nahm die Empfehlung auf "Sell" von "Hold" zurück. Die Anteile von Rivalin Richemont schwächen sich um 0,4 Prozent ab.

Auch andere zyklische Werte wie die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB und der Sanitärtechnikfirma Geberit werden verkauft. Aber auch die an sich als krisensicher geltenden Index-Schwergewichte Nestlé, Novartis und Roche schwächen sich ab.

Auch Bankaktien auf Talfahrt

Bei den Banken verlieren Credit Suisse 1,6 Prozent an Wert. Auch UBS und Julius Bär büssen mehr als 1 Prozent ein. Ebenso bröckeln Versicherungstitel ab.

Am breiten Markt erholen sich die Aktien von Bell mit 1 Prozent Kursanstieg vom Kursverlust, den die Aktien des Fleischverarbeiters am Vortag nach der Bilanzvorlage verzeichnet hatten.

Die Anteile von Myriad brechen 16 Prozent ein. Die Mobiltelefonsoftware-Firma verringerte 2016 zwar den Verlust, erzielte aber auch weniger Umsatz.

Gewinnmitnahmen stoppen den jüngsten Aufwärtstrend von Schmolz+Bickenbach.

(Reuters)