Aktien Schweiz - Schweizer Börse macht Gewinne auf breiter Front

Der Schweizer Aktienmarkt steht am Dienstagmittag im Plus und hat damit seit dem Morgen zugelegt.
21.02.2017 13:00
Die Genussscheine des schwergewichteten Pharmakonzerns Roche schieben die Schweizer Börse am Dienstag an.
Die Genussscheine des schwergewichteten Pharmakonzerns Roche schieben die Schweizer Börse am Dienstag an.
Bild: Bloomberg

Unterstützung erhält der Markt insbesondere von den drei Indexschwergewichten Roche, Nestlé und Novartis, die am Morgen noch geschwächelt hatten. Aber auch insgesamt hellte sich die Stimmung im Zuge überraschend guter Konjunkturdaten aus dem Euro-Raum auf. So ist die Unternehmensstimmung in der Euro-Zone unerwartet gestiegen.

Anleger neigten dennoch eher zur Vorsicht, heisst es im Handel. Dies einerseits aufgrund der aktuellen Flughöhe der Aktienmärkte. Der SMI stieg am Berichtstag immerhin auf ein 12-Monate Hoch. Andererseits heisst es generell erst einmal abwarten, wie die Wall Street in die Woche startet, die am Vortag wegen eines Feiertages noch geschlossen war.

Der SMI gewinnt bis Mittag 0,4% auf 8549 Punkten und steht damit nur knapp unter dem bisherigen Tageshoch. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gewinnt 0,4% auf 1359 Zähler und der breite SPI 0,4% auf 9360. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 26 im Plus, 3 im Minus und Schindler unverändert.

Die prozentual grössten Gewinne verzeichnen Galenica mit +1,7%, ohne das jedoch unternehmensspezifische News vorliegen. Seit Jahresbeginn blieb der Titel allerdings bislang klar hinter dem Gesamtmarkt zurück.

Bâloise nach Kaufempfehlung gesucht

Auffällig zeigen sich auch Bâloise, die mit Aufschlägen von 1,5% auf 131,80 Franken im Finanzsegment obenaus schwingen. Rückenwind gibt eine Kaufempfehlung aus dem Hause Berenberg. Die Analysten haben die Abdeckung neu aufgenommen und das Kursziel bei 152 Franken festgesetzt. Der Versicherer stehe vor guten Gewinn- und Dividendenfortschritten, heisst es. Mit Zurich (+0,6%) und Swiss Life (+0,4%) rücken weitere Assekuranzwerte etwas deutlicher vor. Swiss Re (+0,1%) hingegen notieren unauffällig. Der Rückversicherer wird am Donnerstag das Geschäftsergebnis 2016 veröffentlichen. Bei den Banken schneiden CS (+0,5%) am besten ab.

Im Segment der konjunktursensitiven Aktien rücken Dufry um 1,0% vor und knüpfen damit an den starken Lauf vom Vortag an. Die Aktie des Reisedetailhändlers zeigt auch seit Jahresbeginn die stärkste Performance hinter dem Sonderfall Actelion (-0,1%, seit Jahresbeginn +22%).

Die Aktie des Hörgeräteherstellers Sonova (+1,0%) wird ebenfalls nachgefragt, nachdem Neuerungen im Produktportfolio präsentiert wurden. Man sei positiv überrascht über die frühe Lancierung von verschiedenen Hörgeräten in diesem Jahr, heisst es bei der ZKB.

Starke Schwergewichte

Relativ stark schneiden die schwerkapitalisierten Roche (+0,8%) ab. Roche hat für das Medikament Alecensa zur Behandlung von Lungenkrebs eine bedingte EU-Zulassung erhalten. Am Markt werden die Nachrichten allerdings als eher kursneutral gewertet. Die Titel des Branchennachbarn Novartis (+0,3%) sowie jene des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé (+0,4%) sind ebenfalls eine Stütze.

Die Aktien der beiden Uhrenhersteller Swatch und Richemont (je +0,1%) schüttelten die Verluste aus dem frühen Handel ab. Die Schweizer Uhrenexporte sind im Monat Januar 2017 zwar erneut ziemlich deutlich, allerdings wie mehrheitlich erwartet zurückgegangen. Es sei eine grundsätzliche Stabilisierung zu erkennen, wenn auch auf immer noch tiefem Niveau, hiess es von Analystenseite.

Zu den wenigen Verlierern gehören Aryzta, die mit Abgaben von 1,1% auch am Tabellenende notieren. Bereits am Montag war der Titel des schweizerisch-irischen Backwarenherstellers der grösste Verlierer unter den Bluechips. Die Aktie war in der Vorwoche allerdings nach einem Köpferollen im Management um über 10% nach oben geschossen.

Walter Meier nach Fusionsbekanntgabe gefragt

Am breiten Markt stechen die Aktien von Walter Meier mit Aufschlägen von 6,3% heraus. Das Klimatechnikunternehmen gab zusammen mit dem Geschäftsergebnis den Zusammenschluss mit der Innerschweizer Tobler Haustechnik AG bekannt, womit sich die Umsatzgrösse von Walter Meier mehr als verdoppelt. Zahlen legten auch die Bank Linth (+0,3%) und die Thurgauer Kantonalbank (-0,2%) vor.

Burckhardt Compression (-3,4%) weiten derweil die zum Wochenbeginn erlittenen Verluste von über 8% aus. Investoren hatten verschreckt auf die Nachricht reagiert, dass am Standort Winterthur aufgrund der schwachen Nachfrage nach Kompressoren die Kurzarbeit ausgeweitet wird.

(AWP)