Aktien Schweiz - Schweizer Börse mit wenig Bewegung

Der Schweizer Aktienmarkt ist am Montag zunächst freundlich in die verkürzte Handelswoche gestartet, hat allerdings in einem an Impulsen armen Geschäft bis am Mittag an Schwung verloren.
10.04.2017 13:05
Das SMI-Schwergewicht Nestlé zahlt heute die Dividende aus, der Aktienkurs fällt entsprechend.
Das SMI-Schwergewicht Nestlé zahlt heute die Dividende aus, der Aktienkurs fällt entsprechend.
Bild: Bloomberg

Ausschlaggebend dafür sind die Pharma-Schwergewichte Roche und Novartis, die nach gutem Beginn nun leicht nachgeben. Zudem wird der Leitindex SMI von der Dividendenzahlung beim Nahrungsmittelkonzern Nestlé belastet. Der Performance-Index SPI legt nach wie vor leicht zu.

Die Lage an den Aktienbörsen bleibe angesichts der politischen Entwicklungen von Vorsicht geprägt, meinen Händler. Noch sei beispielsweise unklar, inwiefern der US-Luftschlag gegen das syrische Regime die Beziehungen mit Russland belaste. Den etwas schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag messen Händler wenig Bedeutung zu. Sie warten nun auf die Rede von Fed-Präsidentin Janet Yellen am späten Abend in Chicago, die Hinweise zum geldpolitischen Kurs liefern könnte.

Bis um 12 Uhr verliert der SMI 0,6% auf 8585 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,2% auf 1369 Zähler nach und der breite SPI legt, da der Dividendenabgang von Nestlé hier nicht mitgerechnet wird, um 0,1% auf 9646 Punkte zu. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 14 im Plus, 13 im Minus sowie 3 (Lonza, Sonova, Swiss Re) unverändert.

Nestlé fallen weniger als Dividendenausschüttung

Bei den Bluechips büssen Nestlé wenig überraschend mit 2 Franken oder 2,6% auf 74,80 Franken am stärksten an Wert ein. Die Titel haben seit Börsenstart an Terrain preisgegeben, verlieren aber nach wie vor weniger als dies der Dividendenabgang in Höhe von 2,30 Franken je Titel impliziert. In Indexpunkten ausgedrückt belasten die Nestlé-Einbussen den SMI mit knapp 50 Stellen.

Unter Abgabedruck stehen am Montag ohne News auch Titel wie Aryzta (-0,7%), ABB oder Adecco (je -0,6%). Ausserdem weisen nun auch Novartis (-0,1%) und Roche (-0,4%) "rote Vorzeichen" auf. Roche können somit kaum von positiven Daten zum ALK-Inhibitor Alecensa gegen Lungenkrebs profitieren. Jefferies hat derweil das Kursziel für den Genussschein leicht angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt.

Au der Gegenseite gewinnen Sika am Tag vor der Generalversammlung und der Publikation von Quartalszahlen 0,6%. Beim Bauchemiekonzern gab über das Wochenende auch der Streit um den Verkauf der Kontrollmehrheit an den französischen Konzern Saint-Gobain zu reden. Nachdem die "Sonntagszeitung" über mögliche Zweifel am Deal auf Seiten der Sika-Gründerfamilie Burkard berichtet hatte, folgte diese umgehend mit einer offiziellen Stellungnahme, in der sie derlei Überlegungen von sich wies.

Gesuchte Finanztitel

Gesucht werden zudem Finanztitel wie jene der CS (+0,9%) oder der Swiss Life (+0,5%). Galenica büssen 0,1% ein, während am breiten Markt die von der Gruppe abgespaltene Galenica Santé (+0,5%) nach dem gelungenen Börsendebüt vom Freitag moderat zulegen. Der Börsengang des Apothekenbetreibers und Medikamentenhändlers darf als Erfolg gewertet werden, schliesslich hatten die Papiere den Handel am Freitag zum Ausgabepreis mit 10% im Plus abgeschlossen.

Im breiten Markt hat sich das Telemedizinunternehmen Lifewatch gegen das Übernahmeangebot der Klinik- und Hotelbetreiberin Aevis Victoria entschieden und sich mit Bio-Telemetry auf eine Übernahme geeinigt. Das US-Unternehmen bietet je Lifewatch-Aktie insgesamt 14,00 Franken in bar und eigenen Aktien, und so klettert die Lifewatch-Aktie um 7,8% auf 13,20 Franken in die Höhe. Nun bleibt abzuwarten, ob Aevis (-1,1%) seine bereits laufende Konkurrenzofferte erhöht.

Weiter legten die Elektrotechnikgruppe Burkhalter (-0,6%) und der Energiekonzern Romande Energie (+1,7%) Zahlen zum Geschäftsjahr 2016 vor. Burkhalter gelang es, die Marge bei einem leicht gestiegenen Umsatz zu verbessern. Analysten hatten allerdings noch bessere Zahlen erwartet. Romande Energie bezahlt mehr Dividende, nachdem die Gruppe wieder deutlich mehr Gewinn erzielen konnte. Gut werden an der Börse die Quartalszahlen von Bossard (+1,3%) aufgenommen.

Aktien wie jene von Sulzer (-2,3%), VZ Holding (-2,1%), Goldbach (-1,3%), Bobst (-0,6%) und Forbo (-0,2%) werden wegen Dividendenabflüssen tiefer gestellt. Grössere Abgaben sind indessen bei Ci Com (-7,5%) nach einer Gewinnwarnung zu sehen.

(AWP)