Aktien Schweiz - Schweizer Börse nur noch mit leicht negativer Tendenz

Der Schweizer Aktienmarkt hat sich bis Freitagmittag von Abgaben im frühen Handel beinahe erholt.
03.03.2017 13:05
Einen Grossteil der frühmorgentlichen Gewinne wieder abgegeben: die Swiss-Life-Aktie.
Einen Grossteil der frühmorgentlichen Gewinne wieder abgegeben: die Swiss-Life-Aktie.
Bild: cash

Zwar steht der Leitindex SMI noch leicht im Minus, allerdings bewegt er sich deutlich über dem Niveau zum Wochenstart. Positiv gestimmte Marktteilnehmer verweisen auf bessere globale Wachstumsaussichten. Dafür sprach zuletzt auch der Einkaufsmanagerindex für die US-Industrie, der im Februar auf den höchsten Stand seit 2014 kletterte.

Ein Händler aus Zürich deutet die "rund um den Globus" positiven Konjunkturdaten im Hinblick auf die Börse mit einer gewissen Vorsicht. Es sei ihm "etwas mulmig" zumute, wenn er sehe, wie locker der Markt die mittlerweile auf 90% gestiegene Wahrscheinlichkeit einer US-Zinserhöhung bereits Mitte März wegstecke. So richten sich die Augen auf die heutige Rede von Fed-Präsidentin Janet Yellen, die nach dem europäischen Börsenschluss stattfindet. In der Schweiz stehen nach Jahreszahlen Swiss Life im Fokus.

Bis Mittag sinkt der SMI um 0,2% auf 8645 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, verliert 0,2% auf 1371. Und der breite SPI, in dem auch die Dividendenzahlungen mitgerechnet werden, gibt um 0,2% auf 9515 Zähler nach. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen derzeit 21 im Minus und 9 im Plus.

Swiss Life nach Jahreszahlen gesucht

Unter den Bluechips sind Swiss Life (+0,6%) nach Jahreszahlen am stärksten gesucht. Der Lebensversicherer hat punkto Gewinn die Vorgaben der Analysten übertroffen. Begrüsst werden zudem operative Fortschritte, eine ansprechende Anlagerendite und die um 30% angehobene Dividende. Gemäss CEO Patrick Frost werde eine Ausschüttungsquote zwischen 30 und 50% angestrebt. Trotzdem haben die Papiere ein Grossteil der in der ersten Handelsstunde verzeichneten Gewinne wieder preisgegeben.

Die Verliererseite wird von Kühne+Nagel (-1,4%) angeführt. Seit der im Bereich der Seefracht stark positionierte Logistiker am Mittwoch seine Jahreszahlen präsentiert hat, sinkt der Aktienkurs. Dieser musste zuletzt seine höheren Volumen mit tieferen Margen erkaufen. Ein Analyst wies auf den Bruttogewinn pro transportierten Container hin, der den tiefsten Wert seit zwei Jahren erreicht habe.

Im Index-Schwergewicht Roche (-1,1%) werden Gewinne mitgenommen: Die Titel haben die Hausse vom Vortag zu verdauen. Am Donnerstag wurde bekannt, dass die "Aphinity"-Studie erfolgreich war, was gemäss Analysten entscheidend für die künftige Umsatzentwicklung des Pharmakonzerns sei. Besser halten sich heute die Titel von Novartis (+0,1%), die am Vortag primär aufgrund des Dividendenabgangs stark sanken.

Lafarge-Holcim nach Rückstufung im Verkauf

Schwach sind zudem Zykliker wie ABB (-0,7%) und Lafarge-Holcim (-0,6%). Der Papiere des Zementherstellers leiden nach am Vortag publizierten Jahreszahlen unter gemischten Analystenkommentaren. Die Experten von Kepler Cheuvreux etwa senken das Rating auf "Hold" von "Buy", denn nach der starken Entwicklung im vergangenen Jahr sei es nun an der Zeit, Gewinne mitzunehmen, so der zuständige Experte.

Unter Druck stehen zudem die Luxusvaloren Richemont (-0,5%) und Swatch (-0,03%), was Marktteilnehmer auf den enttäuschenden Caixin-Rapport zum chinesischen Dienstleistungssektor zurückführen. China gehört mit zu den wichtigsten Absatzmärkten der Schweizer Uhrenindustrie.

Im breiten Markt stehen die Papiere von Panalpina (-5,1%) unter starkem Abgabedruck. Der Logistiker hatte am Vortag enttäuschende Jahreszahlen vorgelegt, nun folgen negative Analystenvoten.

Swissquote mit überzeugendem Zahlenkranz gefragt

Dafür klettern die Aktien der Online-Bank Swissquote um 3,5%. Der Zahlenkranz fürs abgelaufene Geschäftsjahr hat die Marktteilnehmer überzeugt. Die Aktionäre sollen wieder eine Ausschüttung von 0,60 Franken pro Aktie erhalten, wovon der der Grossteil als steuerfreie Kapitalrückzahlung erfolgt. Positiv werden auch die Neugelder hervorgehoben. Dieses habe man "deutlich unterschätzt", so Analysten.

Im Plus notieren auch Calida (+0,5%), nachdem die in Restrukturierung befindliche Wäscheherstellerin einen ansprechenden Zahlenkranz für 2016 präsentiert hat.

(AWP)