Aktien Schweiz - Schweizer Börse tritt auf der Stelle

Die Schweizer Börse bewegt sich am Donnerstagmorgen in engen Spannen. Die Vorgaben aus den USA und Fernost geben keine klare Richtung vor.
23.02.2017 10:45
Ruhiger Handel am Donnerstagmorgen an der Schweizer Börse.

Daher konzentrierten sich die Aktivitäten auf die Aktien der Firmen, die ihre Bilanz vorgelegt hätten, sagen Händler. "Nach zwei starken Handelstagen fehlt es an Kraft für weitere Gewinne. Daher legen wir ein Biwak ein", sagt ein Börsianer. Der SMI notiert um 10.45 Uhr mit 8573 Punkten um 0,1 Prozent tiefer. Am Mittwoch hatte der Leitindex um 0,2 Prozent höher geschlossen und steht damit weiterhin nahe dem höchsten Stand seit über einem Jahr.

Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung habe keine neuen Erkenntnisse gebracht, sagt ein Händler. Die US-Notenbank Fed steuert höhere Zinsen an und lässt die Tür für eine Anhebung bereits im März offen: Eine geldpolitische Straffung könne nach Ansicht vieler Währungshüter "recht bald angebracht" sein, heisst es in den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen "Das ist nichts Neues", summiert ein Börsianer.

Im Fokus der Anleger steht Swiss Re: Der Rückversicherer habe rückwärts gemacht, sagt ein Händler. Hohe Schadenzahlungen haben den Gewinn im vergangenen Jahr um 22,6 Prozent auf 3,56 Milliarden Dollar gedrückt. Die Nummer zwei der Branche hinkt damit den Erwartungen der Analysten hinterher. Die Aktionäre sollen trotzdem 4,85 Franken Dividende je Aktie und damit 0,25 Franken mehr als vergangenes Jahr erhalten. Zudem will Swiss Re erneut ein Aktienrückkaufprogramm auflegen und so bis zu eine Milliarde Franken an die Aktionäre zurückzahlen. Trotz des Geldsegens büssen die Aktien 1,2 Prozent ein. "Der Jahresabschluss kann insgesamt nicht ganz überzeugen, auch wenn sich in der Nichtlebensrückversicherung weiterhin eine gute und besser als erwartete Entwicklung zeigt", sagt ZKB-Analyst Georg Marti.

Bei den anderen Versicherungen herrschen leicht höhere Kurse vor. Zurich steigen um 0,2 Prozent.

Cembra nach Dividendenversprechen gefragt

Dagegen zogen die Aktien von Cembra Money Bank um 5,8 Prozent an. Die Konsumkreditbank habe wie erwartet abgeschnitten, schrieb Andreas Venditti von der Bank Vontobel. Positiv sei die neue Ausschüttungspolitik. Cembra will eine Dividende von insgesamt 4,45 Franken je Aktie ausschütten. Das entspreche bereits der neuen Strategie, künftig überschüssiges Tier-1-Kapital jenseits von rund 20 Prozent als ausserordentliche Dividende oder Aktienrückkäufe an die Aktionäre zurückzugeben.

Die Aktien der Grossbanken sind uneinheitlich. Credit Suisse sinken um 0,1 Prozent und UBS steigen um 0,1 Prozent.

Bei den als krisenresistent geltenden Schwergewichten notieren die Aktien des Lebensmittelriesen Nestlé, die am Mittwoch den Markt gestützt hatten, um 0,3 Prozent tiefer. Der Pharmawert Novartis ist unverändert und der Genussschein von Rivale Roche sinkt um 0,5 Prozent.

Die Aktien von Syngenta sind nahezu unverändert. Der chinesische Staatskonzern Chem China hat sein 43 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot für Syngenta erneut verlängert. Nun läuft die Frist bis zum 28. April.

Bell stürzen nach vorsichtigem Ausblick ab

Am breiten Markt brechen die Aktien von Bell um 6,8 Prozent ein. Der Fleischverarbeiter hat für das laufende Jahr vor schwierigen Rahmenbedingungen gewarnt. Es sei Zeit für Gewinnmitnahmen, kommentiert ZKB-Analyst Daniel Bürki den Jahresbericht. "Die Bell-Aktie hat in den letzten zwei Jahren formidabel performt", sagt der Analyst und stuft die Empfehlung auf "Untergewichten" von "Marktgewichten" herab.

Die Aktien von Implenia sinken um 0,7 Prozent. Der Baukonzern hat zwar mehr Gewinn erzielt und erhöht die Dividende. Die Zahlen lägen jedoch leicht unter den Erwartungen, heisst es im Kommentar der Thurgauer Kantonalbank.

(Reuters)