Aktien Schweiz - Schwergewicht Nestlé zieht den SMI in die Tiefe

Die Schweizer Börse schwächt sich am Donnerstagmorgen ab. Kursverluste des Schwergewichts Nestlé lasteten auf dem Markt.
16.02.2017 10:55
Die Anleger sind nach den Jahreszahlen enttäuscht und verkaufen am Donnerstag ihre Nestlé-Aktien (im Bild der Hauptsitz Lebensmittelmultis in Vevey).
Die Anleger sind nach den Jahreszahlen enttäuscht und verkaufen am Donnerstag ihre Nestlé-Aktien (im Bild der Hauptsitz Lebensmittelmultis in Vevey).
Bild: Bloomberg

"Wenn ein Schwergewicht wie Nestlé unter Druck gerät, zieht das den ganzen Markt nach unten", sagt ein Händler. Der SMI notiert um 10.55 Uhr mit 8450 Punkten um 0,4 Prozent tiefer. Am Mittwoch war der Leitindex um 0,7 Prozent gestiegen.

Die weitere Entwicklung könnte am Nachmittag von den US-Wirtschaftszahlen beeinflusst werden. Auf dem Programm stehen die wöchentlichen Daten zum Arbeitsmarkt und der Konjunkturbericht der Fed aus Philadelphia.

Die Aktien des Nahrungsmittelriesen Nestlé sacken um 2,1 Prozent ab. Das organische Umsatzwachstum, auf das die Analysten ein besonders Augenmerk richten, fiel mit 3,2 Prozent deutlich unter den Erwartungen und auch unter dem Vorjahreswert von 4,2 Prozent aus. Der Gewinn ging unter anderem wegen eines Steuereffekts auf 8,5 Milliarden Franken zurück. Nestlé verfehlte die Analystenerwartungen. "Das organische Wachstum ist eine Enttäuschung", sagt ein Händler.

Das Ergebnis sei für Nestlé schwach, lasse sich aber im Konkurrenzvergleich weiterhin sehen, sagt ZKB-Analyst Patrik Schwendimann.

Pharmaschwergewichte halten dagegen

Die Anteile der beiden Pharmariesen Novartis und Roche legen 0,5 und 0,4 Prozent zu. Actelion geben leicht nach. Johnson&Johnson hat das Übernahmeangebot nun eingereicht und bietet wie angekündigt 280 Dollar je Aktie der Biotechfirma.

Die Aktien von Clariant verlieren 1,7 Prozent. Der Chemiekonzern hat 2016 dank einer guten Nachfrage aus Schwellenländern mehr verdient und den Reingewinn um 16 Prozent auf 263 Millionen Franken erhöht. Clariant rechnet im laufenden Jahr mit einem Umsatzwachstum in Lokalwährungen und einer Verbesserung der operativen Marge. Die Margenverbesserung sei positiv, aber der Reingewinn liege unter dem Konsens, heisst es.

Bei den Aktien der meisten anderen zyklischen Firmen kristallisierte sich bei meist geringen Kursänderungen kein klarer Trend heraus.

Straumann nach zurückhaltendem Ausblick im Verkauf

Straumann sacken um 3,0 Prozent ab. Der Hersteller von Dentalimplantaten hat den Gewinn 2016 dank eines einmaligen Steuergewinns auf 229,6 (Vorjahr 71,5) Millionen Franken verdreifacht und ist zuversichtlich, mit einem organischen Wachstum im hohen einstelligen Bereich 2017 schneller als der Markt zu wachsen. Die Betriebsgewinnmarge soll verbessert werden. Der Ausblick sei zurückhaltend, schreibt die Bank Vontobel. Die Aktie sei mit einem Kursplus von 30 Prozent im vergangenen Jahr auch sehr gut gelaufen, sagt ein Händler.

Die Finanzwerte zeigen sich nach den jüngsten Gewinnen meist leichter. Julius Bär, Credit Suisse und  UBS ermässigen sich um 0,1 bis 1,1 Prozent. Auch die Versicherungsaktien schwächten sich ein wenig ab.

Am breiten Markt stechen Kudelski mit Minus von 6,1 Prozent heraus. Der TV-Verschlüsselungsspezialist hat 2016 den Gewinn um 51,7 Prozent auf 74,8 Millionen Franken gesteigert. 2017 erwartet die Firma zwar mehr Umsatz, aber mit 60 bis 80 Millionen Franken weniger Betriebsgewinn. 2016 betrug der Ebit 97,8 Millionen Franken.

Die Aktien von Temenos steigen um 3,0 Prozent und holten damit einen Teil der Vortagesverluste auf. Der Produzent von Banksoftware hatte am Vortag ein wie erwartet gutes Ergebnis veröffentlicht. Darauf nahmen die Anleger laut Händlern Gewinne mit.

(Reuters)