Aktien Schweiz - SMI grenzt Verluste ein

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Montagmittag weiterhin im roten Bereich. Im frühen Handel war das Minus allerdings noch grösser.
27.03.2017 13:18
Die Schatten über der Schweizer Börse verziehen sich langsam.
Die Schatten über der Schweizer Börse verziehen sich langsam.
Bild: cash

Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit des neuen US-Präsidenten Donald Trump nagen am Optimismus der Anleger. Im Handelsverlauf hat Händlern zufolge der ifo-Geschäftsklima-Index die Stimmung an Europas Börsen nur unwesentlich aufgehellt. Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer kletterte im März auf den höchsten Stand seit Juli 2011 und signalisiert damit Optimismus für die kommenden Monate.

Einige Experten betrachten die internationalen Stimmungsindikatoren mit Skepsis. Diese würden für die US-Wirtschaft einen klar besseren Trend anzeigen als die harten, realwirtschaftlichen Konjunkturdaten. Abgesehen davon sei die hohe Bewertung des US-Aktienmarktes derzeit Grund genug, um eine Korrektur zu rechtfertigen. Ein Händler aus Zürich relativierte die überfällige Korrektur an den Aktienmärkten. Sie markiere nicht das Ende der Hausse.

Der Swiss Market Index (SMI) verliert bis um 12 Uhr 0,44% auf 8'575,51 Punkte. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt 0,75% auf 1'354,27 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) 0,45% auf 9'518,15. Bei den 30 wichtigsten Titeln stehen drei Gewinnern 27 Verlierer gegenüber.

Abgesehen von den Valoren des Aromen- und Riechstoffspezialisten Givaudan (-3,0%), die ex Dividende gehandelt werden, zählen die Grossbanken zu den grössten Verlierern: UBS geben um 1,9% und CS um 1,6% nach.

Starke Abgaben verzeichnen zudem Zykliker wie LafargeHolcim (-1,6%), ABB (-1,3%) und die Uhrenvaloren von Swatch (-1,2%). Richemont (-0,8%) werden von zurückhaltenden Aussagen des Präsidenten Johann Rupert in Wochenendpresse etwas gebremst. Rupert geht davon aus, dass die Lagerbestände in den Verkaufskanälen immer noch zu hoch sind. Das gelte für alle Hersteller, nicht nur für die Richemont-Marken.

Überdies geben Zurich um 1,8% nach. Gemäss einem Bericht einer italienischen Zeitung bereitet die Versicherung eine milliardenschwere Kapitalerhöhung vor. Tatsächlich geht es um einen Vorratsbeschluss für genehmigtes Kapital, der an der Generalversammlung vorgelegt wird, um den finanziellen Spielraum in Zukunft zu erhöhen. Auf Anfrage dementierte ein Zürich-Sprecher eine baldige Kapitalerhöhung: "Wir haben gegenwärtig keine Pläne, Kapital aufzunehmen".

Etwas stabilisierend wirken die Schwergewichte Roche (unverändert) und Novartis (-0,1%). Auch andere Valoren aus dem Medizinalsektor wie Actelion (-0,3%) oder Sonova (-0,4%) schlagen sich knapp besser als der Gesamtmarkt.

Nestlé an der SMI-Spitze

Nestlé (+0,1%) führen das Kurstableau an. Die Titel profitieren nebst dem Trend zu defensiven Werten von einer Kurszielerhöhung durch Jefferies. Der neue CEO Mark Schneider dürfte das Unternehmen mit der Priorisierung der Produktekategorien Kaffee, Wasser und Tierpflege in eine zukunftsträchtige Form überführen, heisst es bei der Bank. Weil aber "auf kurze Sicht die positiven Katalysatoren fehlen" und die Titel "angemessen bewertet" seien, belässt der zuständige Analyst das Rating auf 'Hold'.

Im breiten Markt geben Newron nach auf einem internationalen Kongress präsentierten Studienergebnissen um 5,6% nach. DKSH (-4,6%) und Implenia (-4,0%) leiden unter dem Dividendenabgang. KTM Industries (Aktie -1,6%) hat heute eine unveränderte Dividende und einen positiven Ausblick bekanntgegeben. Nach positivem Start in den Handel setzten Gewinnmitnahmen ein, heisst es im Markt.

Die Jahreszahlen für 2016 rapportierte Aevis Victoria (unverändert). Die Gruppe hat im Geschäftsjahr 2016 mehr umgesetzt und unter dem Strich weniger verdient.

Groupe Minoteries (+1,1%) reagieren auf die Nachricht, dass der Westschweizer Müllerei-Betrieb einen Produktionsstandort verkauft und sich aufs Kerngeschäft fokussiert. Cham Paper Group (+1,5%) profitieren von einem optimistischen Ausblick und die Titel von Walter Meier (+3,6%) von positiven Kommentaren in der Wochenendpresse.

(AWP)