Aktien Schweiz - SMI tritt an Ort – Bâloise nach Zahlen im Fokus

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag wenig verändert, aber mit leicht negativer Tendenz eröffnet.
23.03.2017 10:23
Logo am SIX-Gebäude in Zürich.

Die praktisch neutralen Vorgaben aus den USA und Asien signalisieren laut Händlern eine Beruhigung des Marktgeschehens nach deutlichen Abgaben an den Vortagen. Diese war auch mit einer sprunghaft höheren Volatilität einhergegangen.

Der Fokus liegt derweil weiter auf der US-Politik: Der Kongress behandelt am Berichtstag nämlich das Gesundheitsdossier. Es gilt als Gradmesser, inwiefern Präsident Donald Trump die versprochenen Massnahmen, inklusive Steuersenkungen und ein Infrastrukturprogramm, durchsetzen kann. Abgesehen vom politischen Ringen richten sich die Augen der Börsianer auf die auslaufende Berichtssaison. In der Schweiz rapportierte Bâloise vorbörslich als letzter Blue Chip die Zahlen für 2016.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 09.30 Uhr 0,13% im Minus bei 8'556,96 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, gibt um 0,12% auf 1'356,49 Punkte nach und der breite Swiss Performance Index (SPI) verliert 0,04% auf 9'496,01 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 13 im Minus, 14 im Plus und drei unverändert.

Bâloise im Fokus

Im Fokus stehen Bâloise (+0,3%). Analysten zufolge erzielte Bâloise in der zweiten Jahreshälfte insbesondere im Heimmarkt Schweiz ein überzeugendes Ergebnis. Trotz Sanierungskosten fürs Deutschlandgeschäft übertraf der Versicherungskonzern die Erwartungen der Experten (AWP-Konsens) bezüglich Reingewinn und Eigenkapital. Dasselbe gilt für die Combined Ratio (Schadenszahlungen in Prozent der Prämien) und die um 20 Rappen erhöhte Dividende. Mittelfristig möchte CEO Gert de Winter eine Million Kunden bedienen, was einem Anstieg von 30% entspricht.

Auch andere Assekuranztitel wie Swiss Re (+0,3%) oder Swiss Life (+0,1%) tendieren leicht nach oben, während Zurich Insurance (-0,1%) leichte Abgaben verzeichnen. Im Banksektor haben sich die Grossbankvaloren nach den deutlichen Abgaben am Vortag etwas gefangen. CS (+0,1) legen leicht zu und UBS notieren unverändert, genau wie auch die Papiere der Privatbank Julius Bär.

Novartis (+0,1%) setzen ebenfalls zu einer leichten Erholung an, nachdem sie am Vortag unter enttäuschenden Studiendaten gelitten hatten. Nun erhielt die Tochterfirma Alcon die Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA für neuartige Kontaktlinsen. Diese können sowohl die Sicht in die Ferne als auch Alterssichtigkeit korrigieren.

Das andere Pharma-Schwergewicht Roche (+0,1% auf 250,50 CHF) profitiert derweil von Kurszielerhöhungen durch die Société Générale um 15 auf 330 CHF und durch die Deutsche Bank um 8 auf 273 CHF. Ebenfalls zur Spitzengruppe gehören kleinere Gesundheitstitel wie Galenica (+0,3%) und Actelion (+0,1%).

Abgaben verzeichnen ABB (-0,5% auf 22,85 CHF) und können damit nicht von einer Mini-Kurszielerhöhung um 1 auf 22,50 CHF durch Vontobel profitieren. Der zuständige Analyst beobachtet "eine nachhaltig starke Kostenkontrolle, eine konstruktivere Sicht auf 2018 und 2019 sowie tiefere Restrukturierungskosten". Er erhöht entsprechend die EBITA- und EPS-Schätzungen für 2017 - 2020. Dennoch behält er das Rating auf 'Hold'.

Die Papiere des Warenprüfkonzerns SGS verlieren -2,7% oder 58 CHF, wobei der Dividendenabgang 70 CHF beträgt. Auch die Aktien des Chemie-Spezialisten Clariant (-2,2% bzw. -0,41 CHF) verlieren weniger als die abfliessende Dividende von 45 Rappen.

Im breiten Markt erzielte die Immobiliengesellschaft Warteck (+0,5%) das beste Ergebnis der Firmengeschichte. Dennoch sollen die Aktionäre eine unveränderte Dividende erhalten. Auch Metall Zug (-0,5%) hat die Ergebnisse fürs vergangene Geschäftsjahr publiziert. Sowohl bezüglich Umsatz als auch punkto Betriebs- bzw. Reingewinn hat die Gruppe die Prognosen der Experten übertroffen.

Vor grossen Veränderungen steht derweil die Bank Coop (-3,8%), die sich ab dem 20. Mai Bank Cler nennen wird. Zudem verkauft die Coop-Genossenschaft ihren 10,4%-Anteil am Finanzinstitut an die Mehrheitsaktionärin Basler Kantonalbank. Schliesslich gibt das VR-Präsidium ab. Immerhin bleibt die Dividende stabil. Emmi (+2,2%) profitiert von Kurszielerhöhungen durch Analysten nach den am Vortag präsentierten Jahreszahlen 2016.

(AWP)