Aktien Schweiz - Verunsicherung belastet die Schweizer Börse

Die Schweizer Börse schwächelt am Donnerstagmorgen. Negative Vorgaben aus den USA und aus Fernost, wo die Angst vor einer unerwartet frühen Verschärfung der US-Geldpolitik für Abgaben gesorgt haben, lasten auf dem Markt.
06.04.2017 10:35
Kein guter Tag für die Grossbanken am Zürcher Paradeplatz: Ihre Aktien werden in hohem Bogen aus den Portfolios geworfen.
Kein guter Tag für die Grossbanken am Zürcher Paradeplatz: Ihre Aktien werden in hohem Bogen aus den Portfolios geworfen.
Bild: cash

"Die Anleger sind verunsichert, zumal das Kursniveau an den Aktienbörsen insgesamt als hoch beurteilt wird und gute Argumente für weitere Zukäufe allmählich rar werden", sagt ein Händler. "Wenn die Zinsen zu rasch steigen, sind Aktien bald nicht mehr die einzige Alternative", sagt ein anderer Börsianer.

Der SMI notiert um 10.35 Uhr mit 8610 Punkten um 0,4 Prozent tiefer. Dem am Mittwoch veröffentlichten Protokoll der jüngsten Offenmarktsitzung zufolge will die US-Notenbank Fed noch dieses Jahr mit dem Abschmelzen ihrer billionenschweren Bilanz beginnen. Bei entsprechend günstiger Konjunktur halten die meisten Währungshüter einen solchen Schritt im "späteren Jahresverlauf" für angemessen. Zudem deuteten einige Notenbanker an, dass ihnen die Aktienbewertungen ziemlich hoch vorkämen.

Neben den US-Arbeitsmarktdaten, die am Nachmittag und am Freitag veröffentlicht werden, dürften die Marktteilnehmer auch dem amerikanisch-chinesischen Gipfeltreffen Beachtung schenken. US-Präsident Donald Trump empfängt seinen chinesischen Kollegen Xi Jinping. Dabei dürften geo- und handelspolitische Themen im Vordergrund stehen.

Bankaktien tauchen

Die stärksten Abgaben verbuchen unter den Standardwerten die Aktien von Banken. Credit Suisse und UBS verlieren um 1 Prozent. Julius-Bär-Titel verbilligen sich um 0,5 Prozent. Auch im Ausland zählen die Finanzwerte zu den grössten Verlierern. Der europäische Bankaktienindex fällt um 1,3 Prozent.

Aber auch die Papiere zyklischer Firmen stehen auf den Verkaufslisten. Die Anteile des Zementkonzerns Lafarge-Holcim sinken um 0,4 Prozent. Der Personaldienstleister Adecco verliert 0,6 Prozent an Wert. Die Anteile der Luxusgüterhersteller Swatch und Richemont können anfängliche Verluste auffangen und stehen leicht im Plus.

Zu den wenigen Gewinnern bei den Bluechips zählen auch die Aktien von Swiss Life, die dank einer Hochstufung durch Kepler Cheuvreux leicht anziehen. Die beiden Übernahmeziele Actelion und Syngenta werden durch den laufenden Übernahmeprozess gut gestützt.

Die drei Marktschwergewichte, die Pharmatitel Novartis und Roche und der Nahrungsmittelriese Nestlé, sinken um ein halbes Prozent.

Galenica-Aktie legt vor Tochter-IPO zu

Die Aktien von Galenica steigen um 0,4 Prozent. Beim Börsengang des Aktien des Apothekenbetreibers und -zulieferers Galenica Santé werden die Aktien zwei Insidern zufolge zu 39 Franken pro Titel und damit am oberen Ende der zuvor bereits eingeengten Preisspanne platziert. An der Börse ist Galenica Santé damit knapp zwei Milliarden Franken wert. Das Debüt an der SIX ist für Freitag vorgesehen.

(Reuters)