Aktien SchweizVorsichtige Anleger an der Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstag mit Gewinnen auf breiter Front. Im frühen Handel hatte der Leitindex SMI gar ein Wochenhoch bei 8420 Punkten erreicht.
09.02.2017 13:10
Nach ersten grösseren Abverkäufen hat sich die Zurich-Aktie am Donnerstagmittag etwas stabilisiert.
Nach ersten grösseren Abverkäufen hat sich die Zurich-Aktie am Donnerstagmittag etwas stabilisiert.
Bild: Bloomberg

Euphorie kommt aber keine auf. Weil sich der Aktienhandel in ruhigen Bahnen bewegt, spricht ein Händler gar von "Lethargie an den Börsen". Für einen Stimmungsdämpfer würden auch die eher durchzogenen Jahreszahlen von Zurich Insurance sorgen.

Ein weiterer Marktbeobachter berichtet, dass die Anleger zwar vorsichtig, aber doch zuversichtlich agieren würden, weil die globale Konjunktur ein gutes Fundament abgebe. Neben Trump bewege derzeit aber "praktisch nichts" die Märkte. Man schaue daher gespannt auf das Treffen des US-Präsidenten mit dem japanischen Premierminister Shinzo Abe. Es sei wichtig, wie sich das Klima zwischen diesen Handelspartnern weiter entwickle, heisst es.

Der SMI steigt um 12 Uhr 0,4% auf 8408 Punkte. Der 30 Titel umfassende SLI, in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, legt 0,3% auf 1332 Zähler zu und der breite SPI 0,3% auf 9202. Das Feld der Gewinner hat sich verbreitert. Von den 30 wichtigsten Titeln stehen 22 im Plus und 6 im Minus. Nestlé und Geberit notieren unverändert.

Zurich-Aktie nach Absturz etwas erholt

Etwas erholt zeigen sich Zurich Insurance (-0,9%) nach ausgeprägten Abgaben im morgendlichen Handel. Auf den ersten Blick hat sich der Erstversicherer im vergangenen Geschäftsjahr deutlich verbessert. Jedoch liessen sich einige Marktteilnehmer vom etwas enttäuschenden Eigenkapital und einem mässigen Combined Ratio verstimmen, heisst es. Gerüchte um mögliche Fusionen zerstreute CEO Mario Greco indem er sagte, dass Grösse im Versicherungsgeschäft nicht alles sei.

Andere Versicherungswerte im SLI zeigen sich hingegen solid. Bâloise (+0,9%), Swiss Life (+0,6%) und Swiss Re (+0,3%) notieren im Plus. Bâloise besetzte zwei Positionen in der Konzernleitung neu. So wird Matthias Henny Leiter des Konzernbereichs Asset Management (CIO) und Carsten Stolz Finanzchef. Beide werden ihre Funktionen am 1. Mai 2017 antreten. Die Personalien kommen für Analysten wenig überraschend.

Das Kursplus im SMI ist auch den defensiven Schwergewichten zu verdanken, die erneut fester tendieren. Die Pharmatitel Roche (+0,8%) und Novartis (+0,6%) helfen dem Gesamtmarkt. Relativ gewichtig sind auch die Valoren von ABB (+0,8%), die im Nachgang zu den am Vortag veröffentlichten Zahlen von Kurszielerhöhungen diverser Analystenhäuser profitieren.

Grossbankentitel wieder im Plus

Leicht höher tendieren die Papiere der beiden Grossbanken CS (+0,4%) und UBS (+0,3%). Am Vortag waren beide schwächer aus dem Handel gegangen, insbesondere die CS nach einem Medienbericht. Es hiess, die Bank habe eine interne Überprüfung ihrer Handelsaktivitäten in Moskau eingeleitet. Die Titel der Privatbank Julius Bär geben minim nach.

Schlusslicht im SLI sind die traditionell volatilen Papiere des Backwarenherstellers Aryzta (-2,4%). Händler verweisen auf Gewinnmitnahmen, nachdem die sich die Titel in den Vortagen deutlich vom massiven Kurssturz Ende Januar erholt hatten. Unternehmensspezifische Nachrichten liegen keine vor.

Im breiten Markt legte Belimo (unverändert) die Jahreszahlen vor. Die Herstellerin von Antriebslösungen für Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik ist im Geschäftsjahr 2016 profitabel gewachsen. Zwar hat das Unternehmen in allen Regionen zugelegt, jedoch beklagen einige Analysten die "unerwartet schwache" organische Umsatzentwicklung. Die Also-Gruppe (+1,5%) hat 2016 fast ein Drittel mehr verdient als im Vorjahr.

Leonteq nach schlechten Geschäftszahlen auf Tauchgang

Im Handelsverlauf noch stärker unter die Räder gekommen sind die Aktien von Leonteq (-6,5%). Der auf strukturierte Produkte spezialisierte Finanzdienstleister hat im Geschäftsjahr 2016 einen heftigen Gewinnrückgang erlitten und verschärft seine Sparanstrengungen. Das Biotechnologie-Unternehmen Molecular Partners (+1,0%) hat am Donnerstag fürs abgelaufene Jahr einen Verlust kommuniziert. Die Ergebnisse sind von erhöhten Kosten für die Weiterentwicklung der Pipeline-Projekte geprägt.

(AWP)