Aktien Schweiz - Vorsichtige Anleger an der Schweizer Börse nach US-Luftschlag

Die Schweizer Börse gibt am Freitagmorgen nach. Das militärische Eingreifen der USA in den syrischen Bürgerkrieg verunsichere die Marktteilnehmer und reduziere ihren Risikoappetit merklich, sagen Händler.
07.04.2017 10:45
Eine Amavita-Apotheke von Galenica Santé. Der Apothekenbetreiber ist am Freitag erfolgreich an der Schweizer Börse gestartet.
Eine Amavita-Apotheke von Galenica Santé. Der Apothekenbetreiber ist am Freitag erfolgreich an der Schweizer Börse gestartet.
Bild: ZVG

Zudem verhielten sie sich vor der um 14.30 Uhr erwarteten Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts zurückhaltend. Von den Daten erhoffen sich die Händler Aufschluss über Zeitpunkt und Ausmass einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed.

Der SMI notiert um 10.45 Uhre um 0,4 Prozent schwächer auf 8607 Punkten. Am Donnerstag hatte der Leitindex nahezu unverändert geschlossen.

Im Fokus der Anleger stehen die Aktien der von Galenica abgespaltenen Firma Galenica Santé. Die Anteile des Apothekenbetreibers und -zulieferers schossen um mehr als 10 Prozent über den Ausgabepreis nach oben und erreichten bei 43,40 Franken einen Höchstkurs. Zur Zeit stehen sie bei 43 Franken. Die Papiere waren am oberen Ende der angepeilten Preisspanne zu 39 Franken bei Anlegern platziert worden. Daraus ergibt sich eine Marktkapitalisierung von 1,95 Milliarden Franken. Das Angebot sei mehrfach überzeichnet gewesen. Die Anteile von Galenica, die in Vifor Pharma umbenannt werden soll, notieren mit 1059 Franken 0,5 Prozent tiefer als am Vortag.

Die meisten SMI-Werte geben nach. Die Kurseinbussen sind aber auf 1 Prozent oder weniger limitiert. Den stärksten Abschlag verbuchten Aktien von zyklischen Firmen und Banken.

Lafarge-Holcim führt die Verliererliste an

Der Zementkonzern Lafarge-Holcim wird um 1 Prozent tiefer bewertet. Die Anteile des Elektrotechnikkonzerns ABB sinken um 0,6 Prozent und der Wert des Luxusgüterherstellers Richemont ermässigt sich um 0,3 Prozent.

Die Anteile der Grossbanken Credit Suisse und UBS schwächen sich um 0,8 und 0,7 Prozent ab.

Bei den Versicherungen büssen Swiss-Re-Aktien 0,7 Prozent ein. Dagegen rücken Zurich leicht vor.

Vom Dividendenabschlag von 10 Franken belastet gibt die Aktie von Geberit 0,8 Prozent nach, was nur 3,30 Franken weniger sind  als vor der Dividendenzahlung.

Die drei Marktschwergewichte Nestlé, Novartis und Roche geben um 0,4 Prozent nach.

Spekulative Käufe treiben Aryzta

Am breiten Markt steigen die Aktien von Aryzta um 1 Prozent. Händler sprechen von spekulativen Käufen. "Es ging so viel schief in den vergangenen Jahren. Es kann eigentlich nur besser kommen", sagt ein Händler. Der Backwarenhersteller leidet seit längerem unter enttäuschenden Ergebnissen und wechselte nach einer Gewinnwarnung die Führung aus.

Gewinnmitnahmen drücken die Aktien der Ems Chemie um 2,6 Prozent. Der Kunststoffhersteller hat im ersten Quartal den Umsatz um 5,8 Prozent gesteigert. Ems bestätigte zudem den Ausblick für das Gesamtjahr und geht unverändert von einem leicht über dem Vorjahr liegenden Umsatz und Betriebsgewinn aus. Die Aktie hat im laufenden Jahr rund 15 Prozent gewonnen nach einem Kursplus von 17 Prozent im Jahr zuvor.

(Reuters)