Aktien SchweizVorwiegend grüne Zahlen an der Schweizer Börse

Die Schweizer Börse legt am Donnerstagmorgen angeführt von den wenig krisenanfälligen Schwergewichten leicht zu.
09.02.2017 10:25
Nach einem verlustreichen Mittwoch setzen die CS-Aktien am Donnerstag zur Erholung an.
Nach einem verlustreichen Mittwoch setzen die CS-Aktien am Donnerstag zur Erholung an.
Bild: cash

Die Vorgaben aus den USA und Asien seien wenig richtungsweisend. Daher blickten die Anleger stärker auf die Firmenbilanzen. Zudem werden am Nachmittag die wöchentlichen Daten vom US-Arbeitsmarkt veröffentlicht. Der SMI steigt bis 10.25 Uhr um 0,4 Prozent auf 8415 Punkte. Am Mittwoch hatte der Leitindex um 0,1 Prozent höher geschlossen.

Die Sorgen um die politische Entwicklung in Europa und den USA beschäftigten die Anleger weiterhin. "Aber politische Börsen haben meist kurze Beine", sagt ein Händler. Zudem habe Merrill Lynch als erstes grösseres Brokerhaus neu Europa zum Kauf empfohlen. Die Bewertungsunterschiede europäischer zu amerikanischen Aktien seien nun auf den höchsten Stand seit 40 Jahren gestiegen. "Das könnte uns schon etwas Rückenwind verleihen", sagt der Händler.

Im Fokus der Anleger stehen die Finanzwerte, denen die sinkenden Anleihenrenditen und die Angst vor einem möglichen Aufflackern der Euro-Krise zu schaffen machen.

Zurich-Aktien nach Bilanzpräsentation im Verkauf

Die Anleger reagieren mit Verkäufen auf die Vorlage der Bilanz von Europas fünftgrösstem Versicherer Zurich Insurance. Der Titel büsst 1,5 Prozent ein.

Zurich hat 2016 dank Sparanstrengungen den Gewinn um drei Viertel auf 3,2 Milliarden Dollar gesteigert und damit in etwa wie von Analysten erwartet abgeschnitten. Die Aktionäre sollen wie im Vorjahr 17 Franken Dividende je Aktie erhalten. Das Geschäftsergebnis bilde eine sehr gute Basis, um die Finanzziele 2019 zu erreichen, erklärte Zurich-Chef Mario Greco. Die Aktie wurde vorbörslich um 0,8 Prozent tiefer indiziert.

Der Ausblick sei etwas gar vorsichtig und zeuge nicht von sehr viel Zuversicht, sagt ein Händler.

Dividendenausfall bei Leonteq

Stark unter Druck sind die Aktien von Leonteq. Der Titel büsst 4,4 Prozent ein. Nach einer Gewinnwarnung im Dezember will der Derivate-Anbieter mit einem verschärften Sparprogramm die Wende schaffen. Schwierige Marktbedingungen und hohe Investitionen führten 2016 zu einem Gewinneinbruch um drei Viertel auf 17,2 Millionen Franken. Entsprechend will Leonteq für das abgeschlossene Jahr keine Dividende zahlen.

"Das Eingeständnis technischer Probleme kratzt schon nochmal am Hochglanzlack, mit dem sich Leonteq in der Vergangenheit umgeben hatte. Die Dividende fällt aus und für 2017 wurde quasi noch einmal eine Gewinnwarnung gegeben", kommentiert ZKB-Analyst Michael Kunz den Jahresbericht.

Die Aktien der Grossbanken Credit Suisse und UBS machen einen Teil der Vortagesabschläge wett und steigen um 0,7 und 0,4 Prozent. Am Mittwoch hatten Spekulationen im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang des Schweizer Geschäfts die Aktien der CS stark unter Druck gesetzt.

Die Anteile der Versicherer sind bis auf Zurich etwas fester. Swiss Re steigen um 0,2 Prozent.

Schwergewichte als Marktstützen

Stützen des Marktes sind die Pharmawerte Novartis und Roche mit einem Kursplus von je 0,9 Prozent. Die Papiere des Nahrungsmittelriesen Nestlé werden um 0,1 Prozent höher gehandelt.

Die Titel zyklischer Firmen verbuchen mehrheitlich leichte Kursgewinne. Die Aktien von ABB legen 1,2 Prozent zu und machten damit einen Teil des Kursabschlags wett, den der Elektrotechnikkonzern am Mittwoch nach der Bilanzvorlage verzeichnet hatte.

Am breiten Markt gewinnen DKSH 1,2 Prozent. Die Bank Vontobel hat den Anteil des Marktexpansionsdienstleisters auf "Buy" von "Hold" hochgestuft.

Die Aktien von Belimo verlieren 0,5 Prozent. Der Bauausrüster habe mit dem Jahresergebnis die Erwartungen verfehlt. "Belimo bleibt ein ausserordentliches Unternehmen mit langfristigen Wachstumsaussichten", sagt Bernd Pomrehn von der Bank Vontobel. Die Aktie lege nach einer guten Entwicklung eine Verschnaufpause ein.

(Reuters)