Aktien Schweiz - Wenig verändert - Bâloise überzeugt die Anleger

Der Schweizer Aktienmarkt notiert am Donnerstag um die Mittagszeit weiterhin kaum verändert. Nach den Abgaben der Vortage hat sich das Geschehen damit einigermassen stabilisiert.
23.03.2017 13:00
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Gebäude der Schweizer Börse SIX in Zürich.
Bild: cash

Gemäss einem Händler ist die Stimmung trotz der "Mini-Korrektur" der Vortage soweit gut. Positiv seien die Konjunkturaussichten, was den Gewinnerwartungen der Unternehmen helfe. Letztere seien an der Börse schliesslich entscheidend, auch wenn die Märkte nach der langen Einbahnstrasse etwas anfälliger werden könnten.

Entsprechend befürchten einige Marktteilnehmer ein mögliches Störfeuer aus der US-Politik: Der Kongress behandelt am Berichtstag nämlich die Gesundheitsreform. Sie gilt als Gradmesser, inwiefern Präsident Donald Trump die versprochenen Massnahmen, inklusive Steuersenkungen und ein Infrastrukturprogramm, durchsetzen kann. Abgesehen vom politischen Ringen richten sich die Augen der Börsianer auf die auslaufende Berichtssaison. In der Schweiz präsentierte Bâloise vorbörslich als letzter Blue Chip die Zahlen für 2016.

Der Swiss Market Index (SMI) notiert um 12 Uhr 0,10% höher bei 8'576,50 Punkten. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die grössten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, steigt um 0,14% auf 1'360,09 Stellen und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,19% auf 9'518,10 Punkte. Von den 30 wichtigsten Titeln notieren 21 im Plus, sechs im Minus und drei unverändert.

Bâloise im Fokus

Im Fokus stehen Bâloise (+0,9%). Der Versicherungskonzern hat die Erwartungen der Experten (AWP-Konsens) bezüglich Reingewinn, Eigenkapital und Dividende übertroffen. Dasselbe gilt für die Combined Ratio (Schadenszahlungen in Prozent der Prämien). Analysten werten zudem "operative Verbesserungen" und "Fortschritte in Deutschland", wo Bâloise restrukturieren muss, positiv. Lob der Experten erntet die Sparte Lebensversicherungen, die besser als erwartet abgeschnitten habe.

Nach einem positiven Handelsstart etwas zurückgefallen sind die anderen Versicherungswerte Swiss Life (+0,1%), Zurich Insurance (unverändert) und Swiss Re (-0,1%). Im Banksektor haben sich die Grossbankvaloren nach den deutlichen Abgaben am Vortag etwas gefangen;: CS (+0,1) legen leicht zu und UBS notieren unverändert, genau wie auch die Papiere der Privatbank Julius Bär.

Zulegen können Novartis (+0,5% auf 73,80 CHF). Die Tochterfirma Alcon erhielt die Zulassung der US-Gesundheitsbehörde FDA für neuartige Kontaktlinsen. Diese können sowohl die Sicht in die Ferne als auch Alterssichtigkeit korrigieren. Am Vortag hatten die Papiere unter enttäuschenden Studiendaten gelitten, worauf die Analysten von Kepler Cheuvreux und Berenberg ihre Kursziele am Berichtstag leicht gesenkt haben. Mit 82 und 80 CHF liegen diese aber immer noch deutlich über dem aktuellen Preis.

Das zweite Pharma-Schwergewicht Roche (+0,2% auf 250,80 CHF) profitiert derweil von Kurszielerhöhungen durch die Société Générale um 15 auf 330 CHF und durch die Deutsche Bank um 8 auf 273 CHF.

Im Verlauf des Handels haben sich die Uhrenvaloren Swatch (+1,1%) und Richemont (+0,9%) vorgearbeitet. Weitere Zykliker wie Schindler (+1,1%), Dufry (+1,0%), Geberit (+0,7%) oder Adecco (+0,6%) stehen auch weit vorne in der Tabelle.

Die Papiere des Warenprüfkonzerns SGS verlieren -2,7% oder 58 CHF, wobei der Dividendenabgang 70 CHF beträgt. Hingegen sinken die Aktien des Chemie-Spezialisten Clariant (-2,5% bzw. -0,47 CHF) selbst unter Berücksichtigung der abfliessenden Dividende von 45 Rappen.

Im breiten Markt profitieren Emmi (+2,9%) von Kurszielerhöhungen durch Analysten nach den am Vortag präsentierten Jahreszahlen 2016. Die Immobiliengesellschaft Warteck (+0,5%) erzielte 2016 das beste Ergebnis der Firmengeschichte. Dennoch sollen die Aktionäre eine unveränderte Dividende erhalten.

Im Intraday-Handel büssen die Titel der Bank Coop (-1,9%) etwas an Wert ein. Ab dem 20. Mai wird sich das Institut "Bank Cler" nennen, zudem verkauft die Coop-Genossenschaft ihren 10,4%-Anteil am Finanzinstitut an die Mehrheitsaktionärin Basler Kantonalbank. Auch Metall Zug (-0,6%) geben nach, obwohl die publizierten Ergebnisse fürs vergangene Geschäftsjahr bezüglich Umsatz und Gewinne die Prognosen der Experten übertraf.

(AWP)