Aktien USA - Fed-Protokolle schicken Wall Street ins Minus

Die US-Börsen haben belastet von den Zinsprotokollen der US-Notenbank am Mittwoch mit leichten Abschlägen geschlossen. Die Fed will noch dieses Jahr mit dem Abschmelzen ihrer billionenschweren Bilanz beginnen.
05.04.2017 22:40
Die Protokolle der Fed vom März lassen die Händler am Mittwoch an der Wall Street nichts Gutes ahnen.
Die Protokolle der Fed vom März lassen die Händler am Mittwoch an der Wall Street nichts Gutes ahnen.
Bild: Bloomberg

Bei entsprechend günstiger Konjunktur halten die meisten Währungshüter einen solchen Schritt im "späteren Jahresverlauf" für angemessen, wie aus den Protokollen der Notenbanksitzung von Mitte März hervorgeht. Bei diesem Treffen hatten sie den Leitzins auf 0,75 bis 1,0 Prozent erhöht. Angesichts der rund laufenden Wirtschaft will die Fed schrittweise nachlegen. Laut der aktuellen Sprachregelung müssen Zinserhöhungen zunächst "voll im Gang sein", bevor die Notenbank den Abbau des in der Krise ausgeweiteten Wertpapier-Portfolios in Angriff nehmen kann.

Ein Händler sagte, dass aus dem Markt ein wenig Optimismus angesichts der zusätzlichen Hinweise auf ein Anziehen der Geldpolitik gewichen sei. Vor allem Bankenwerte kamen unter die Räder. Der S&P für Finanzwerte gab 0,7 Prozent nach. Die Wall-Street-Banken hatten nicht vor Mitte 2018 mit einem Bilanzabbau der Fed gerechnet.

Im frühen Handel hatten noch unerwartet starke Arbeitsmarktzahlen die US-Börsen angeschoben. Die US-Firmen schufen im März 263'000 neue Jobs, wie der Arbeitsvermittler ADP unter Berufung auf seine Umfrage unter Privatunternehmen mitteilte. Von Reuters befragte Fachleute hatten nur mit 187'000 gerechnet. Die Zahlen unterstreichen die gute Verfassung der US-Wirtschaft.

Monsanto vor Übernahme stark

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent tiefer bei 20'648 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 sank 0,3 Prozent auf 2352 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,6 Prozent auf 5864 Stellen. Im Handelsverlauf hatte das Marktbarometer ein neues Rekordhoch bei 5936 Punkten markiert.

Unter den Einzelwerten kletterten Aktien der Bäckereikette Panera Bread um rund 14 Prozent. Die Holding JAB der deutschen Unternehmer-Familie Reimann will Panera für 7,5 Milliarden Dollar kaufen.

Monsanto-Anteilsscheine legten um rund 1 Prozent zu. Der US-Saatgutriese erzielte vor der Übernahme durch Bayer einen Gewinnsprung im abgelaufenen Geschäftsquartal.

Walgreens-Aktien verbilligten sich um 1,6 Prozent. Die Drogeriekette hatte zuvor einen unerwarteten Umsatzrückgang bekanntgegeben.

Gefragte Staatsanleihen

An der New York Stock Exchange wechselten rund 940 Millionen Aktien den Besitzer. 999 Werte legten zu, 1931 gaben nach und 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,19 Milliarden Aktien 790 im Plus, 2063 im Minus und 213 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten nach den Fed-Protokollen leicht zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 5/32 auf 99-9/32. Die Rendite sank auf 2,3319 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 8/32 auf 100-13/32 und rentierte mit 2,9792 Prozent.

(Reuters)