Aktien USA - Jobdaten und Syrien verunsichern Anleger an der Wall Street

Die US-Börsen haben sich am Freitag nach unerwartet schlecht ausgefallenen Arbeitsmarktdaten kaum bewegt.
07.04.2017 22:40
Die geopolitische Lage und die Jobdaten in den USA liessen am Freitag die Händler an der Wall Street sinnieren.
Die geopolitische Lage und die Jobdaten in den USA liessen am Freitag die Händler an der Wall Street sinnieren.
Bild: Bloomberg

Private Unternehmen und der Staat schufen im März insgesamt 98'000 Stellen - von Reuters befragte Experten hatten mit 180'000 gerechnet. Trotzdem sei der Arbeitsmarkt in Amerika in einer soliden Verfassung, betonte Analyst Ulrich Wortberg von der Helaba. Die separat ermittelte Erwerbslosenquote sank auf 4,5 von 4,7 Prozent. "Zwar ist der Lohndruck nur mässig, für die US-Notenbank gibt es aber keinen Grund, den Zinserhöhungspfad zu verlassen", sagte Wortberg. Der US-Angriff auf syrische Militärziele hielt ebenfalls viele Anleger vom Aktienkauf ab.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte trat zuletzt bei 20'656 Punkten auf der Stelle. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,1 Prozent auf 2355 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte zum Schluss kaum verändert bei 5877 Punkten. Im Wochenvergleich steht der Dow praktisch unverändert, der S&P gab 0,3 Prozent nach und der Nasdaq 0,6 Prozent.

Nach den US-Angriffen auf Ziele in Syrien standen die Papiere von Rüstungskonzernen im Fokus. Aktien von Raytheon , dessen Tomahawk-Raketen bei dem Luftschlag verwendet wurden, verteuerten sich um 1,5 Prozent. Lockheed Martin gewannen 1,1 Prozent. General Dynamics und Northrop Grumman stiegen jeweils um 0,9 Prozent. US-Präsident Donald Trump setzt mit einem Luftangriff auf die syrische Armee das Verhältnis zu Russland einer schweren Belastungsprobe aus. "Jetzt gilt es, die politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen des US-Alleingangs zu bewerten", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Kursfeuerwerk beim Generikahersteller Akorn

Zu den grössten Gewinnern mit einem Aufschlag von 18 Prozent zählten die Aktien von Akorn. Der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius erwägt einem Medienbericht zufolge ein Gebot für den US-Generikahersteller. Die beiden Unternehmen führten derzeit Gespräche darüber, berichtet die Agentur Bloomberg.

Verunsichert von dem US-Luftschlag gingen europäische Anleger kaum Risiken ein. Der SMI schloss praktisch unverändert, der DAX 0,1 Prozent schwächer und der EuroStoxx50 0,2 Prozent höher bei 3495 Punkten. Die "Antikrisenwährung" Gold gewann bis zu 1,5 Prozent und war mit 1270,46 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) so teuer wie zuletzt vor fünf Monaten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 750 Millionen Aktien den Besitzer. 1373 Werte legten zu, 1525 gaben nach und 171 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,68 Milliarden Aktien 1374 im Plus, 1413 im Minus und 260 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 9/32 auf 98-28/32. Die Rendite stieg auf 2,3768 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 10/32 auf 99-29/32 und rentierte mit 3,0047 Prozent.

(Reuters)